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JOBS IM AUFTRAG DER LIEBE - TEIL 3: DER STANDESBEAMTE

Ein Mann, der sie ewig bindet

Freundlich lächelnd sitzt Stefan Scibor in seinem Büro. Er hat schwarzes Haar, trägt eine Brille und einen schwarzen Kapuzenpulli. Der Raum ist schlicht in weiß-grau gehalten, keine Blumen, Herzen oder Bilder von glücklichen Paaren. Noch kann man sich schwer vorstellen, dass dieser Mann täglich eine der romantischsten Zeremonien überhaupt gestaltet.


Hier sehen wir den Standesbeamte Stefan Scibor an seinem Schreibtisch. Er lächelt verschmitzt. (Foto: Dana Heide)

Der Standesbeamte Stefan Scibor.
Foto: Dana Heide

Stefan Scibor ist 39 Jahre alt und seit zwei Jahren für die Eheschließungen im Standesamt Mitte zuständig. Im Winter hat er meist nur Schreib- und Verwaltungsarbeiten zu erledigen, weil in diesen Monaten wenige Paare getraut werden wollen. Im Sommer geht er bis zu drei Mal am Tag in einen der Trauräume des Standesamtes und macht jedes Mal eine kleine Verwandlung durch: Die legere Alltagskleidung muss einem schicken Anzug weichen, der Ton wird offiziell und feierlich. Dann nimmt er Platz in einem der romantisch geschmückten Zimmer. Dort wartet er auf zwei Menschen, denen er das Versprechen abnehmen soll, für den Rest ihres Lebens zusammen zu bleiben.

Zwei bis drei Mal im Monat kommt es vor, dass er vergeblich wartet und die Brautleute ihn an ihrem Eheschließungstermin sitzen lassen. Wer es gemeinsam in den Trauraum geschafft hat, macht bei der Zeremonie nur selten einen Rückzieher. Das letzte Mal sei das vor zwölf Jahren vorgekommen. „Wir haben dem Bräutigam dann noch Bedenkzeit gegeben und der ist dann auch tatsächlich abgehauen“, erzählt Herr Scibor schmunzelnd.

Oft tauchen Brautleute schon zur Anmeldung der Eheschließung, dem früheren Aufgebot, im schicken Kleid und Anzug sowie mit komplettem Anhang in Herrn Scibors Büro auf, um getraut zu werden. Das etwas verwirrte Paar nebst Angehörigen muss sich dann aber erst einen „richtigen“ Termin zur Trauung geben lassen.

Längst nicht jeder nimmt seine Hochzeit richtig ernst: „Manchmal kommt man sich auch ganz schön verarscht vor. Man wirft sich in Schale, denkt sich einen hübschen Text aus und dann kommen die Leute hier nur zu zweit in schmuddeligen Jeans und T-Shirt an, fläzen sich auf die Stühle und wollen mal eben schnell getraut werden“, erklärt Herr Scibor. Vor 18 Jahren wurde er übrigens selbst im Bremer Standesamt getraut und ist seitdem glücklich verheiratet.

von Dana Heide