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Jetset-Liebe
Liebe verleiht Flüüüügel ... Nur gut, dass Stephan und Dominique sich nicht mit Flugangst herumplagen müssen. Die beiden sind nämlich verliebt, was im Fall einer Aviophobie aber ja erstmal nicht so schlimm wäre. Viel mehr fällt jedoch ins Gewicht, dass Stephan in Bremen wohnt – und Dominique im westkanadischen Vancouver. Per Luftlinie sind es dorthin schlappe 8000 Kilometer und gut 15 Stunden Flugzeit, die die beiden Liebenden alle paar Wochen zurücklegen. Angefangen hat ihre gemeinsame Geschichte, die den beiden notgedrungen Flügel hat wachsen lassen, im Auslandssemester in Finnlands Hauptstadt Helsinki. An der dortigen Universität traf Journalistikstudent Stephan per Zufall die "Liebe seines Lebens", wie er selbst sagt. Es dauerte allerdings, bis ihm das überhaupt auffiel. Erst zahlreiche "Zufälle" später funkte es und die beiden Weitgereisten wurden ein Paar. Seitdem sind der Bremer und die gebürtige Franco-Kanadierin Dominique durch kaum etwas zu trennen, auch nicht durch die große Distanz, die seit dem Ende des Auslandssemesters kurz vor Weihnachten 2006 zwischen ihnen liegt. Damit er jeden Tag etwas von seiner Freundin haben kann, quält sich der 23-Jährige tagtäglich ganz früh aus den Federn, um ja keinen Anruf zu verpassen. "Jeden Morgen um sieben, halb acht aufstehen – das muss Liebe sein", ist sich der studententypisch morgenmuffelige Stephan sicher. Sparen für die Tickets
Für die Liebe ihres Lebens nehmen die Beiden einiges auf sich. Manchmal reicht Telefonieren aber nicht. Dann zieht es einen der beiden auf die gegenüberliegende Seite des Atlantiks. Vier Mal haben sich Dominique und ihr Liebster schon besucht, in ein paar Tagen landet wieder ein Flugzeug mit für Stephan ganz besonderer Fracht in Deutschland. Um die bis zu 1100 € teuren Flugtickets bezahlen zu können, nimmt der Student einiges auf sich. Zeitweise hatte er drei Jobs, arbeitete im Callcenter, mixte Drinks an der Bar und verteilte Werbeflyer. "Der Lohn ging komplett für die Reisen drauf", berichtet Stephan. "Das ist schon eine Belastung, aber ich weiß, dass es das wert ist." Dies haben seit einer Weile auch die Eltern der international ausgerichteten Turteltaube eingesehen. "Anfangs waren sie geschockt", erinnert sich Stephan, "sie dachten, ich würde emotional übertreiben". Dann aber erkannten sie, dass ihr Sohn vielleicht wirklich die Frau fürs Leben kennengelernt hat. Seither büffeln Mama und Papa Struve fleißig Englisch, um sich beim nächsten Besuch nicht mehr nur per dolmetschendem Sohn mit der potenziellen Schwiegertochter unterhalten zu können. Stephan hat derweil viel mehr im Sinn als einfache Konversation. Im kommenden März steht ein Opfer an, das viel größer ist als alle, die der angehende Journalist seiner Dominique zuliebe bisher gebracht hat. Er lässt die Heimat hinter sich und geht nach Vancouver. Ob der Antrag für den dortigen Masterstudiengang durchgeht, steht noch nicht fest. Ist aber eigentlich auch zweitrangig – solange er seine Freundin hat, ist Stephan auch ohne Studienplatz glücklich. |
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