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WIE WEIT BREMER FÜR DIE LIEBE GEHEN:
ANDREAS & XUEGIAN

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Gläser spülen für die Liebe


Auf diesem Bild sieht man Xuegian auf einer Parkbank sitzen. Foto: Privat

Die Liebe des Lebens auf einem anderen Kontinent gefunden: Andreas' Xuegian.
Foto: Privat

Die große Liebe verdankt Andreas seinem Studium: Als Wirtschafts-Sinologe musste er zwangsläufig für ein Jahr nach China. Im August 2006 begannen sein Studium und ein Praktikum in der Metropole Shanghai. Im "English Corner" der Uni, wo sich die ausländischen mit den einheimischen Studenten treffen, hat er dann Xuegian das erste Mal gesehen. Danach immer mal wieder, und so ganz langsam lernten sie sich dann auch kennen. Zusammengekommen sind sie aber erst zwei Monate später: "Weil das in China nicht so schnell geht wie in Deutschland."



Scheinbar will das Klischee sich an der Beziehung von Andreas und Xuegian versuchen, denn mit der Liebe kamen auch die Probleme. Xuegians Freundinnen waren neidisch und missgünstig, weil sie einen westlichen Freund hatte. Viele Freundschaften gingen kaputt und auch Xuegians Eltern konnten (und können) Andreas als Freund ihrer Tochter nicht akzeptieren. Immer wieder gibt es Versuche aus ihrem Umfeld, sie zum Beenden der Beziehung zu überreden. Doch allen Widerständen zu Trotz blieben die Liebenden zusammen. "Aufgeben", sagt Andreas, "ist keine Option für mich".

Der letzte Monat vor Andreas’ Rückflug nach Deutschland war dann der schlimmste und gleichzeitig der schönste seines Lebens. Einerseits stand das böse Abflugdatum endgültig fest, andererseits haben sie wirklich jede Minute gemeinsam verbracht und genossen. Die beiden entschlossen sich, es mit der Entfernung aufzunehmen und ihre Beziehung weiterzuführen, bis Andreas sein Studium beendet hat. Nächsten Sommer könnte er nach Shanghai auswandern. Bis dahin müssen die beiden allerdings die zermürbende und unsichere Zeit überstehen, in der der Partner nicht mehr als eine Stimme am Telefon ist. Um das Geld für die mehrstündigen täglichen Telefonate und für einen Flug nach Shanghai an Weihnachten zusammen zu bekommen, hat Andreas mittlerweile eine Aushilfsstelle als Barkeeper angenommen.

von Silvia Last