Jetzt sorgt ein Fracking-Projekt in dem Wasserschutzgebiet für "erhebliche Besorgnis" in der Umweltbehörde. Fracking ist eine Methode zur Erdgasgewinnung aus tiefen Gesteinsschichten. Dabei werden die Schichten mit einer Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien aufgebrochen. Die Mischung wird dazu mit hohem Druck unter die Erde gepresst. Dadurch entstehen Risse, und das Erdgas kann aus Bodenschichten entweichen. Die Chemikalien sollen sicherstellen, dass Mikroorganismen die Risse nicht wieder verschließen. Gleich "mehrere problematische" Chemikalien würden dem Wasser beigemischt, heißt es im Bericht für die Deputation – unter anderem wird krebserregendes Benzol verwendet.
Dass nun ausgerechnet in dem Wasserschutzgebiet, aus dem Bremen knapp ein Viertel seines Trinkwassers bezieht, eine Leitung für Abwässer sowie eine Verpress-anlage entstehen sollen, sorgt nicht nur für Besorgnis im Umweltressort, das laut eigener Aussage von den niedersächsischen Behörden noch nicht offiziell darüber informiert worden ist. Es sorgt auch für Kritik bei den Grünen. "Wir erwarten vom Land Niedersachsen und seinen Behörden, den vorrangigen Schutz des Trinkwassers durchzusetzen", sagt Maike Schäfer – und fordert von der Bundesregierung ein Fracking-Moratorium bis genauere Erkenntnisse über die Umweltauswirkungen der Gasfördermethode vorliegen.
Das Umweltressort will nun das Gespräch mit der zuständigen niedersächsischen Behörde suchen – und im Anschluss daran genau prüfen, welche Schritte zur Wahrung Bremer Interessen unternommen werden können. Man stehe außerdem in engem Kontakt zum Trinkwasserverband Verden, heißt es im Deputationspapier – zumal aus Leitungen der Förderanlage schon einmal Benzol und Quecksilber ausgetreten seien.
Das bestätigt Marcel Meggeneder, Geschäftsführer des Trinkwasserverbands. Allerdings sei dies weit außerhalb des Wasserschutzgebietes geschehen. Die Leitungen seien seitdem außer Betrieb. Meggeneder zeigt sich überrascht über die Auskünfte des Umweltressorts. Denn die Anlagen, die laut Verwaltungspapier noch in der Planung seien, seien längst in Betrieb. Seinen Informationen nach suche das Unternehmen schon nach einem alternativen Standort. Eine Suche, die Meggeneder befürwortet. "Auf manche Dinge wie Straßen kann man in einem Wasserschutzgebiet nicht verzichten", sagte er, "aber Fracking sollte es dort nicht geben – zumal Havarien in anderen Anlagen deutlich die Risiken der Technologie aufgezeigt haben."






Niederschlagswahrscheinlichkeit: 











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