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Jungen und Mädchen in der Altmannstraße verfolgen drei Wochen die Entwicklung vom Ei zum Lebewesen Küken schlüpfen im Kindergarten

24.05.2012 0 Kommentare
Jannis und Lena haben im Brutkasten (hinter ihnen) regelmäßig die Eier gewendet.
Jannis und Lena haben im Brutkasten (hinter ihnen) regelmäßig die Eier gewendet.

Schwachhausen. Erzieherin Marlene Schnaars hatte die Idee für das Küken-Projekt im Kindergarten in der Altmannstraße. So haben die Kinder in den vergangenen Wochen die Entwicklung vom Ei zum Küken täglich miterlebt. "Ich habe die Eier ganz vorsichtig umgedreht", erzählt Jannis, während er auf den Brutkasten zeigt, in dem die Eier während des Brütens auf Röhren gelegen haben. "Und anschließend haben wir einen Punkt auf den Kükenkalender geklebt", ergänzt Lena.

Der "Kükenkalender" hängt im Wintergarten an der Wand und war in den vergangenen Wochen das Wichtigste am Kindergartentag. Jeden Tag waren zwei andere Kinder dran, die Eier dreimal täglich zu wenden. "Ganz vorsichtig und langsam musste man das machen", sagt Henrik. "Wenn man die Eier nicht wendet, klebt das Küken innen fest", weiß Johannes.

In einem Karton haben vier Küken derzeit ihr Zuhause, die Kinder geben gut auf sie Acht.
In einem Karton haben vier Küken derzeit ihr Zuhause, die Kinder geben gut auf sie Acht.

Nun ist aber alles gutgegangen, und die kleinen Küken fühlen sich wohl unter der Wärmelampe und picken ihr Kükenmehl, damit aus ihnen einmal kräftige Hühner werden. "Antwerpener Bartzwerge" heißt diese Rasse, erklären die Kinder. Und sie freuen sich darauf, ihre Schützlinge demnächst bei dem Züchter auf einem Bio-Bauernhof in Thedinghausen besuchen zu dürfen. "Bis sie abgeholt werden, sollen sie aber noch Namen bekommen", erzählt Lena. Das kleinste Küken soll Piepsi heißen, wünscht sich Greta und streichelt das Küken in ihren Händen ganz vorsichtig, bevor sie es wieder zu den drei anderen Küken in den Wärmekasten setzt.

Die Mädchen und Jungen im Kindergarten Altmannstraße hatten in den vergangenen 21 Tagen alle Hände voll zu tun. Denn so lange braucht ein Küken, bis es aus dem Ei schlüpft. Die Temperatur im Brutkasten musste konstant 37,8 Grad betragen, haben die Kinder gelernt. Auch die Luftfeuchtigkeit musste ständig kontrolliert werden. Das konnte Jannis am besten. Zwischendurch kam der Züchter, um die Eier zu durchleuchten. "Er konnte so feststellen, ob sie befruchtet waren und ausgebrütet werden konnten", erzählt die Erzieherin. Eier, in denen er kein Leben festgestellt hat, wurden gleich aussortiert. So seien von den ursprünglich 30 Eiern vier übriggeblieben, aus denen die Küken geschlüpft sind. Leider hatten sich die Küken für dieses aufregende Ereignis ausgerechnet einen Feiertag ausgesucht, als der Kindergarten geschlossen war. "Am nächsten Tag wären die Kinder am liebsten nur bei ihren Küken geblieben", erzählt Schnaars. Nun müssen die Kleinen regelmäßig neues Wasser und ihr Futter, gemahlenes Getreide, bekommen. Das übernehmen Lena, Jannis und alle anderen Kindergartenkinder sehr gerne. Und sie vergessen dabei auch nicht, immer einen Punkt auf den Kükenkalender zu kleben, wenn sie ihre Arbeit erledigt haben.

Teil eines pädagogischen Konzepts

Das Ausbrüten der Hühnereier und das Führen des Kükenkalenders seien Teil eines pädagogischen Konzeptes, um die Schulfähigkeit der Kinder zu fördern, so die Idee der Erzieherin. "Die Kinder sollen dabei lernen, über einen längeren Zeitraum hinweg Verantwortung zu übernehmen und dies zu dokumentieren", erklärt sie. Bei einem Bauernhof-Projekt unter dem Motto "Wo kommt unser Essen her?" haben die Kinder ihr Lieblingsessen gemalt und es auf einem Büffet dem jeweiligen Tier zugeordnet. Dabei habe sich herausgestellt, so Schnaars, dass viele der Kinder am liebsten Nudeln, Reis und Gemüse essen, weniger aber Fleisch. In Erweiterung der Frage "Was war die Hühnersuppe vorher?" sei auch die Massentierhaltung angesprochen worden. Um den Kindern dieses zu veranschaulichen, hätten sich alle auf eine Decke gesetzt, die immer kleiner wurde, erzählt Schnaars. Das wurde dann schon recht eng, erinnern sich die Kinder. "Unsere Küken sollen es einmal besser haben", sagen sie. Es ist ihnen wichtig zu wissen, dass Piepsi und ihre drei Geschwisterküken glückliche Hühner werden und auf einem Bio-Bauernhof in der Erde nach Regenwürmern scharren können.


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Leserkommentare
Klartext am 29.08.2015 20:21
Wie naiv ist dieser Ortsamtsleiter und woher nimmt er diese wirtschaftliche Zuversicht für ein schon seit Ewigkeit im Dornröschenschlaf vegetierendes ...
panorama am 29.08.2015 19:34
@Markus_HB

Vielen Dank für Ihre lesenswerte Antwort.
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