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Festival-Profis zeigen sich gut vorbereitet / Sonne verwöhnt die Besucher
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Mit Bollerwagen zum „Tee in Lesmona“

18.08.20130 Kommentare
Fix die Decke ausgebreitet, dann konnte es gemütlch werden.
Fix die Decke ausgebreitet, dann konnte es gemütlch werden.

UND MICHAEL BRANDT

Blick in die Besucherreihen. Rund 1600 Musikfreunde waren es gestern Nachmittag.
Blick in die Besucherreihen. Rund 1600 Musikfreunde waren es gestern Nachmittag.

St. Magnus. Das dreitägige Musikfest "Sommer in Lesmona" geht heute in seine letzte Runde. Gestern, am zweiten Tag des Klassik-Spektakels, wurde am Nachmittag zunächst "Tee in Lesmona" ausgeschenkt, und bei manchen der rund 1600 Besucher war das durchaus wörtlich zu verstehen. Viele von ihnen hatten Thermoskannen dabei. Aber nicht nur das. Halbe Hausstände wurden vom Parkplatz am Raschenkampsweg auf Bollerwagen zum Festivalgelände gekarrt, auf dass es an nichts fehle.

Zu den "Sommer-in-Lesmona"-Profis, die an alles gedacht hatten, zählten zum Beispiel Holger Simons aus Weyhe und seine Begleiter. Verdursten würden sie nicht, das war bei einem Blick in den Bollerwagen sofort zu erkennen: Mit Kaffee und Prosecco wollte man den Nachmittag überstehen, um dann am Abend zum Rotwein überzugehen. "Wichtig sind natürlich auch bequeme Stühle", dozierte Simons. Nachdem er alles ausgeladen hatte, strebte er mit seinem Bollerwagen wieder zurück zum Parkplatz, um dort eine zweite Fuhre aus Proviant und Mobiliar zu entladen. "Wir steigern uns von Jahr zu Jahr", ließ Simons wissen.

So ließ es sich aushalten: Feste und flüssige Leckereien hatte diese Damenrunde mit in Knoops Park gebracht. FOTOS: CHRI
So ließ es sich aushalten: Feste und flüssige Leckereien hatte diese Damenrunde mit in Knoops Park gebracht. FOTOS: CHRISTIAN KOSAK

Zu diesem Zeitpunkt – gegen 15.30 Uhr – hatten sich Barbara Garlip und ihre neun Freundinnen aus Blender im Kreis Verden schon gemütlich eingerichtet, und zwar mit bestem Blick auf die Bühne. Parkett Mitte, könnte man sagen, säße man am Goetheplatz und nicht im Gras. Die Damengruppe hatte den Besuch in Knoops Park "in mehreren Sitzungen" (Garlip) generalstabsmäßig vorbereitet. Und so sah das Ergebnis auch aus: Tischdecken waren über die mitgebrachten Tische gebreitet, zahllose Teller mit Obst, Käse, Brot, Dips, Mettbällchen und anderen Leckereien fügten sich zu einem reichhaltigen Buffet. Beim Klappern mit Porzellan und Besteck werde man sich zurückhalten, um den Musikgenuss nicht zu trüben, kündigte Garlips Freundin Irmtraud de Riese an.

War es ursprünglich nur der Sonntag, zu dem die Besucher ihr Picknick mitbrachten, hat sich dieser Brauch längst auf alle Festival-Tage ausgedehnt. Und immer mehr Fans nutzen auch die Gelegenheit, nicht in Alltagskleidung in den Park zu gehen. Am Freitagabend in der Schlange standen zum Beispiel Carolin und Elisa Pieruschka. Sie hatten sich für den Anlass festliche Abendkleider angezogen und sogar passende Hüte in Omas Kleiderschrank gefunden. Fünf Jahre zuvor waren die beiden zuletzt beim "Sommer in Lesmona", diesmal war es das erste abendliche Konzert für sie. "Wir sind gespannt", freute sich die 18-jährige Carolin. Die beiden bewegten sich in einer Gruppe, die aus zwölf Frauen und einem Herrn bestand. Im Zentrum: Elfi Helmers, für die es bereits der 15. Besuch beim "Sommer in Lesmona" war. "Ich finde einfach die Atmosphäre hier so schön." Und dann dazu "die sagenhafte Musik", schwärmte die 75-Jährige.

Publikum klatscht mit

Auch für den "Tee in Lesmona" am Sonnabendnachmittag hatten sich einige Besucher schwer in Schale geworfen. Margarita Welk zum Beispiel. Für ein luftiges Etuikleid hatte sich die Bremerin entschieden, die Perlenkette und der altweiße Hut waren darauf abgestimmt. "Eine gewisse Leichtigkeit, die zur Musik passt", wollte Margarita Welk mit ihrer Garderobe ausstrahlen, und das gelang ihr.

Nicht alle Besucher waren übrigens wegen der Musik gekommen. Fritz Karl wollten sie aus der Nähe sehen, da machten zwei blonde Damen aus der ersten Reihe keine Umschweife. Sie sollten auf ihre Kosten kommen. Nachdem das Streicherensemble sein erstes Stück gespielt hatte, setzte der österreichische TV-Darsteller zu seiner ersten Rezitation an – sehr ausdrucksvoll, sehr einnehmend war das.

Der "Sommer in Lesmona" lockt inzwischen ein internationales Publikum an die Lesum. Im vergangenen Jahr bereits haben die Organisatoren versucht herauszufinden, von wo genau die Fans kommen. Und sie waren laut Geschäftsführer Albert Schmitt erstaunt. 2012 kamen Gäste aus Indien und Neuseeland. Es handelte sich um Studenten der Jacobs University in Grohn. In diesem Jahr, so bat Schmitt das Festival-Publikum, gelte es herauszufinden, woher die Gäste eigens für die Konzerte angereist seien. "Stade wird nicht reichen. Bremerhaven auch nicht." Den Anfang hatte am Freitag ein Walzer-Programm gemacht. Stellenweise ließ sich das begeisterte Publikum wie bei einem Rockkonzert zum Mitklatschen bewegen.

Eine Bilderstrecke mit Impressionen zum "Sommer in Lesmona" finden Sie unter www.weser-kurier.de/regionales


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djhg am 18.08.2017 07:27
@Werderland: Ich denke eher, dass Nouri und Baumann auch ihren Aussagen aus der letzten Saison gelernt haben und es deshalb eher intern ...
abrakadabra am 18.08.2017 07:26
Der Betrag ist ja wohl lächerlich ... Warum gibts da nicht wenigstens einen Punkt in Flensburg? Für Taxifahrer als angebliche Profis darf es auch ...
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