Audi

Das Unternehmen Audi darf mit Fug und Recht auf eine äußerst erfolgreiche Firmengeschichte zurückblicken. Das 1910 ins Handelsregister eingetragene Unternehmen ist mit einem jährlichen Umsatz von knapp 30 Milliarden Euro einer der wichtigsten Global-Player auf dem Automarkt. Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr rund 58.000 Menschen weltweit beschäftigte, wird aktuell von Rupert Stadler geleitet. Seit 1964 gehört Audi zum Volkswagenkonzern und bildet dort mit SEAT und Lamborghini die sportliche Schiene des Großkonzerns. Vor allem die 8er Reihe und der TT haben der Ingolstädter Firma eine breite PS-Fangemeinde beschert.

Die Erfolgsgeschichte von Audi beginnt im Jahr 1909. Der Unternehmer August Horch gründet in Zwickau die Firma, hat aber noch Probleme mit der Namensgebung. Schließlich kommt ein findiger Zehnjähriger auf den Namen „Audi“. Zunächst wollte Horch seinen Nachnamen als Konzernnamen verwenden, da dies aber nicht zulässig war, orientierte er sich anders. Der Junge, Schüler eines Freundes von Horch, kam auf die Idee, den Namen Horch mit „höre“ gleichzusetzen und ihn ins Lateinische zu übersetzen, also „Audi“. Der Unternehmer war von der Idee so angetan, dass er die Firma 1910 in „Audi Automobilwerke GmbH“ umbenannte.

Gewinne trotz Bayernstreik

Nach einigen wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen in den Kriegsjahren, beginnt die Geschichte des Konzerns 1949 quasi von Neuem. Am 3. September 1949 wurde in Ingolstadt mit der Auto Union GmbH eine neue Gesellschaft ins Leben gerufen, die die Kraftfahrzeugtradition der Vier Ringe fortführte. Sie gilt als die Vorgängerin der heutigen Audi AG. Es war ein Neubeginn unter ärmlichen Verhältnissen. Das Gebot der Stunde waren kleine und wirtschaftliche Fahrzeuge.

Am 9. August 1954 brach in der bayerischen Metallindustrie ein Streik aus. Der Bayernstreik kostete die Auto Union rund 920.000 DM. Trotzdem machte das Unternehmen 1954 erstmals einen nennenswerten Gewinn in Höhe von rund 400.000 DM. Im selben Jahr stieg Friedrich Flick, Hauptanteilseigner von ”Maxhütte”, in die Auto Union GmbH ein. Schon Jahre zuvor hatte er erkannt, dass der Ingolstädter Automobilhersteller auf einen kapitalstarken Partner angewiesen war.

Im Jahr 1957 plädierte Flick daher für eine Übernahme der Auto Union durch Daimler-Benz. Die Daimler-Benz AG ging auf das Geschäft ein. Angesichts der wachsenden ausländischen Konkurrenz wollte sie ihr Produktionsprogramm auf das untere Marktsegment ausweiten.1958 kaufte die Aktiengesellschaft rund 88 Prozent der Auto Union-Geschäftsanteile zu einem Preis von gut 41 Millionen DM. Ein Jahr später, 1959, gingen die restlichen Anteile auf Daimler-Benz über.

Ab 1962 gingen sowohl die Produktionszahlen, als auch die Umsätze der Auto Union zurück, während die Muttergesellschaft steigende Produktions- und Absatzziffern verbuchte. Insbesondere 1964 sah sich die Auto Union mit akuten finanziellen Problemen konfrontiert. Die Daimler-Benz AG, die Audi zunehmend abgeneigt war, erkannte die Lösung in einer wirtschaftlichen Transaktion: Die Auto Union sollte in das Eigentum von Volkswagen übergehen.

VW rettet Audi vor dem Konkurs

Mit der Übernahme durch VW entkam die Auto Union nur knapp dem Konkurs. Als Retter in der Not entpuppte sich damals der VW Käfer: Zwischen Mai 1965 und Juli 1969 wurden in Ingolstadt fast 348.000 Exemplare des VW-Käfers montiert. Für wirtschaftliche Entspannung sorgte ab August 1965 außerdem der neue Audi. Dieser erste Viertakter bildete den Grundstock für eine erfolgreiche Modellpalette. Doch die Entspannung war nur von kurzer Dauer. Nach dem scheinbar unaufhaltbaren, gut fünfzehnjährigen Aufschwung kam es 1966/67 überraschend zu einer Rezession, von der auch die Auto Union betroffen war: Die Produktion musste stark zurückgefahren werden, Kurzarbeit war die unvermeidliche Folge.

Ende 1975 befand sich die Automobilwirtschaft dann wieder im Aufwind, der sich auch im Absatz der Audi Modelle widerspiegelte. Furore machte Audi 1980 mit dem Audi quattro, dem ersten Großserien-Pkw mit permanentem Allradantrieb. Dass das quattro-Konzept revolutionär und überlegen war, zeigte sich beim Audi Engagement im Rallyesport: 1982 gewinnt Audi als erste deutsche Marke die hartumkämpfte Marken-Weltmeisterschaft, 1984 zum zweiten Mal.

Am 1. Januar 1985 erfolgte die Umbenennung der Audi NSU Auto Union AG in Audi AG. Gleichzeitig wurde der Gesellschaftssitz von Neckarsulm nach Ingolstadt verlegt. Ab 1985 investierte die Audi AG mit knapp einer Milliarde DM den bis dahin höchsten Betrag in der Geschichte des Unternehmens. Hierbei standen produktbezogene Maßnahmen und neue Fertigungstechnologien im Vordergrund. Im Herbst 1986 erschien der neue  Audi 80. Der Audi Slogan “Vorsprung durch Technik” unterstreicht auch das Konzept der TDI-Motoren. Der extrem niedrige Kraftstoffkonsum wurde in mehreren Verbrauchsfahrten dokumentiert.

Mit dem TT ins neue Jahrtausend

Den Beginn einer neuen Ära läutete Audi mit der Vorstellung der Aluminium-Studie 1993 auf der Tokio Motor Show ein. Seine Weltpremiere feierte der Aluminium Audi als Nachfolger des Audi V8 im März 1994. Mit der neuen Modellbezeichnung A8 wurde die tiefgreifendste Änderung in der Audi Modell-Nomenklatur eingeleitet. Im Sommer folgte der Audi A6, im November 1994 erschien der neue A4 auf dem Markt. Er wurde schnell zum Garanten für den weiteren Erfolg: 1995 wurden allein in Deutschland 120.000 Audi A4 verkauft.

Im Herbst 1995 trumpfte Audi mit den Sportwagenstudien TT Coupé und  TT Roadster auf: eine gelungene Symbiose aus eigenständigem Automobildesign mit historischen Anklängen und modernen Stilelementen mit ausgereifter Technik. Ein Jahr später bringt Audi den A3, einen attraktiven Dreitürer auf den Markt, der auch in der Kompaktklasse neue Käuferschichten erschließt. 1997 stellt Audi neben dem neuen Audi A6 auch die Studie Al2 vor. Das komplett aus Aluminium gefertigte Modell stellt bereits die zweite Stufe der ASF-Technologie dar. 1998 und 1999 setzten die Serienmodelle Audi TT Coupé und Audi TT Roadster weitere technische Highlights.