Bereits in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts legten Gottlieb Daimler und Karl Benz – im Übrigen komplett unabhängig voneinander - den Grundstein für den motorisierten Individualverkehr. Sie erfanden den schnell laufenden Motor und damit das Herz der neuartigen Automobile. Beide bringen ihre privaten Entwicklungsarbeiten mit Hilfe von privaten Geldgebern und Teilhabern ins eigene Unternehmen ein: In Mannheim gründet Benz im Oktober 1883 die Firma Benz & Co. Rheinische Gasmotoren-Fabrik. In Cannstatt entsteht fast genau sieben Jahre danach die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG).
Um ihre Produkte bekannt und „unique“ zu machen, suchen beide Firmen nach einem einprägsamen Warenzeichen. Zunächst sind es „Benz“ und „Daimler“, also die Namen der Erfinder selbst, die für den Ursprung und die Qualität der Motoren und Fahrzeuge stehen. Die Schutzmarke von Benz & Co. verändert sich namentlich nicht – nur anstelle des Zahnrades von 1903 umgibt ab 1909 ein Lorbeerkranz den Namen. Für die Fabrikate der Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) taucht aber nach der Jahrhundertwende ein völlig neuer Markenname auf, der bis dato ein Frauenname war: „Mercedes“.
Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts treffen die DMG und Emil Jellinek eine Vereinbarung über den Vertrieb von Daimler-Wagen und -Motoren. Mit der Entscheidung, einen neuen Motor zu entwickeln, der den Namen „Daimler-Mercedes“ führen soll, wird Jellineks Pseudonym „Mercedes“ auch zur Produktbezeichnung.
Der erste Mercedes sorgt für Furore
Bereits Ende des Jahres 1900 liefert die Daimler-Motoren-Gesellschaft den ersten mit dem neuen Motor ausgerüsteten Wagen an Jellinek: einen 35 PS (25 kW) starken Rennwagen. Das Fahrzeug hebt sich deutlich von allen bisher in der DMG erdachten und erbauten Wagen ab und beendet das Kutschenzeitalter im Automobilbau. Entwickelt von Wilhelm Maybach, dem Chefkonstrukteur der DMG, sorgt dieser erste „Mercedes“ zu Beginn des Jahrhunderts für Furore. Mit seinem niedrigen Schwerpunkt, einem Pressstahlrahmen, dem leichten und leistungsstarken Motor und dem Bienenwabenkühler führt er zahlreiche Innovationen ein und gilt heute als erstes modernes Automobil. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde der Mercedes mit dem Stern auf der Kühlerhaube dann zum Mythos.
Im März 2010 stellte Mercedes-Benz auf dem Genfer Automobilsalon gleich zwei neue Modelle vor, mit denen der Stuttgarter Autobauer einen großen Sprung hinsichtlich Verbrauch und Emissionswerte umsetzen will: Der neue C 220 CDI verbraucht nur noch 4,5 Liter pro 100 Kilometer – 0,3 Liter weniger als bisher. Sein CO2-Ausstoß reduziert sich gleichzeitig um acht Gramm auf nur noch 119 g/km. Der E 250 CDI mit Automatikgetriebe begnügt sich nach den Herstellerangaben künftig mit 4,9 Liter Dieselkraftstoff pro 100 Kilometer (129 g/km CO2) statt aktuell 5,8 Liter (154 g/km CO2). Fahrspaß und hohe Leistung der Vierzylinder-Dieselmotoren sollen bei beiden Modellen hingegen erhalten geblieben sein.
Mercedes-Benz stößt so auch in diesen Segmenten in ganz neue Dimensionen der Effizienz vor. Außerdem zeigen die neuen Modelle der C- und E-Klasse, dass dieser Motor noch großes Potenzial birgt, das Mercedes-Benz konsequent auch für seine anderen Modelle erschließen wird. Rund 16 Prozent (minus 0,9 Liter) weniger Verbrauch und Emissionen (minus 25 Gramm) für den E 250 CDI und etwa 6 Prozent (minus 0,3 Liter und minus 8 Gramm) günstigere Werte für den C 220 CDI verzeichnen die Ingenieure als Ergebnis ihrer intensiven Arbeit - mit dem Ziel, die umweltfreundlichen Eigenschaften der Mittel- und Oberklasse-Modelle von Mercedes-Benz weiter zu optimieren. Beide Modelle gelten bereits als außergewöhnlich sparsam und leistungsfreudig.
Im E 250 CDI schafft der Vierzylinder 150 kW (204 PS) und entwickelt ein herausragendes Drehmoment von 500 Nm. Im C 220 CDI stehen 125 kW (170 PS) und ein maximales Drehmoment von 400 Nm zur Verfügung. Temperament und Durchzugskraft bleiben auch künftig erhalten, denn der große Effizienzsprung ist vor allem der zielstrebigen Weiterentwicklung des Dieseltriebwerks und des Antriebsstrangs zu verdanken.
Zu den Schwerpunkten der Optimierungsmaßnahmen zählt ein weiter verbesserter Vierzylinder-Dieselmotor. Er zeichnet sich unter anderem durch eine leichtere Kurbelwelle (statt acht nur noch vier Gegengewichte), optimierte Öl-Druckregelung und Riemenantrieb, sowie einen Abgasturbolader mit selbstregelndem Verdichter aus. Sowohl der C 220 CDI als auch der E 250 CDI erhalten überdies eine spezielle Start-Stopp-Automatik – in der E-Klasse zum ersten Mal in Verbindung mit einem Automatikgetriebe. Ebenfalls intensiv weiter entwickelt wurde die 7-Gang-Automatik, die im E 250 CDI eingesetzt wird. Zu ihren Highlights zählen ein neuer Wandler mit reduziertem Schlupf, ein neu entwickeltes ECO-Schaltprogramm mit besserer Spreizung sowie eine Zusatzölpumpe, die beim automatischen Stopp den Arbeitsdruck aufrecht hält. Reibungsoptimierte Komponenten erlauben in Verbindung mit Leichtlauföl, den Arbeitsdruck zu senken. Zu den guten Verbrauchswerten trägt zudem eine andere Hinterachsübersetzung (2,47 statt 2,65) bei.
Bei Elektroautos ist Mercedes ganz vorne mit dabei
Mercedes ist aber auch auf einem anderen Sektor ganz vorn mit dabei: Als erster Automobilhersteller fährt das Stuttgarter Traditionsunternehmen schon dieses Jahr mit drei serienreifen Modellen ins emissionsfreie Zeitalter der Elektromobilität. Neu ist die Mercedes-Benz A-Klasse E-CELL. Sie ergänzt dieses Jahr ab Oktober das Angebot von Mercedes-Benz-Fahrzeugen an rein elektrisch angetrieben PKW. Dazu zählt bereits der smart fortwo electric drive, Pionier bei batterie-elektrischen Fahrzeugen, der schon seit November 2009 vom Band läuft. Ebenfalls begonnen hat die Serienproduktion der mit Brennstoffzelle ausgerüsteten Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL. Mit diesen drei Elektrofahrzeugen stellt der Erfinder des Automobils entscheidende Weichen für die Ära der Elektromobilität und definiert individuelle Mobilität aufs Neue.
Die neue A-Klasse E-CELL basiert auf der fünftürigen Ausführung der aktuellen A-Klasse. Äußerlich kennzeichnen die neue elektrogetriebene Variante unter anderem der Verzicht auf Auspuff und Auspuffausschnitt in der Karosserie, eine einheitliche, edle Lackierung in Zirrusweiß und die Bezeichnung „E-CELL“ in silbernem Schriftzug auf dem Heckdeckel.
Die neue A-Klasse E-CELL wird generell in der hochwertigen Ausstattungsversion Avantgarde produziert und bietet serienmäßig zusätzlich folgende Highlights: BI-Xenon Scheinwerfer, COMAND APS, einen aktiven Parkassistenten, die Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC, Windowbags, Sidebags im Fond sowie ein aufwändiges Sitz- und Lichtpacket. Für adäquaten Vortrieb sorgen bis zu 70 kW Leistung und ein Drehmoment von 290 Nm. Der moderne Lithium-Ionen-Akku ermöglicht eine Reichweite von mehr als 200 Kilometern. Da die Batterien im innovativen Sandwichboden des Fahrzeugs untergebracht sind, bleibt der Fahrgast- und Kofferraum der A-Klasse vollständig erhalten.
Die neue A-Klasse E-CELL wird das Angebot von Mercedes-Benz Cars an Elektro-Fahrzeugen sinnvoll ergänzen. Wie alle batterie-elektrischen Fahrzeuge eignet sie sich vor allem für den Einsatz im innerstädtischen Verkehr. Als vollwertiger Fünfsitzer ergänzt sie das Angebot des smart electric drive, der Pionier auf diesem Gebiet ist und bereits in zweiter Generation gebaut wird.
Die neue A-Klasse E-CELL ist wie der smart electric drive und die B-Klasse F-CELL, mit einer hoch-effizienten Lithium-Ionen-Batterie ausgerüstet. Während der smart damit bereits eine überzeugende Reichweite von 135 Kilometern erzielt, erreicht auch die A-Klasse mit 200 km eine Bestmarke in ihrem Segment. Die Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL mit Brennstoffzelle und Elektroantrieb führt ihren Treibstoff mit an Bord und eignet sich mit einer Reichweite von rund 400 Kilometern sowohl für das emissionsfreie Fahren im Stadtverkehr als auch für größere Distanzen im Überlandverkehr. Ihre Tanks können innerhalb von nur rund drei Minuten mit gasförmigem Wasserstoff über die bereits weltweit standardisierte Zapfvorrichtung gefüllt werden.