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Film Der Theaterpionier: Fassbinder-Ausstellung in München

Fassbinder und das Theater
Büchners «Leonce und Lena» mit Rainer Werner Fassbinder im Münchner Action Theater. Foto: Frank Leonhardt/Repro

Eine neue Ausstellung in München widmet sich nun zu seinem 30. Todestag in diesem Jahr Fassbinder und der Bühne. Das Deutsche Theatermuseum zeigt von diesem Freitag an die Schau "Rainer Werner Fassbinder: THEATER" in Zusammenarbeit mit der Fassbinder-Foundation.

Die Schau zeichnet den Weg Fassbinders von seiner Zeit am Münchner Action-Theater bis zu seiner Arbeit als Intendant des TAT in Frankfurt am Main nach und zeigt ihn als Schauspieler, Regisseur, Autoren, Intendanten - und als Theaterpionier. "Sein Theaterschaffen ist eng mit seinem filmischen Schaffen verquickt", sagte die Museumsdirektorin und Kuratorin der Ausstellung, Claudia Blank. "Er war immer an den Orten, an denen etwas Neues passiert ist."

Den Weg auf die Bühne fand Fassbinder 1967. Als ein Darsteller des "Antigone"-Stücks verletzt ausfiel, sprang Fassbinder ein und war fortan Teil des berühmten Münchner Action-Theaters. Schon bei der nächsten Inszenierung von Büchners "Leonce und Lena" führte er Regie, mit seinem eigenen Stück "Katzelmacher" wurde er endgültig zum führenden Kopf des Action-Theaters.

Als das Theater - vorgeblich aus baupolizeilichen Gründen - nur ein Jahr später geschlossen wurde, gründeten zehn Mitglieder das "antitheater", das zur nächsten wichtigen Station in Fassbinders Bühnenlaufbahn wurde.

Sein Weg führte ihn weiter über das Bremer Theater nach Bochum und zu Peter Zadek. Der spannungsreichen Arbeitsbeziehung zwischen Fassbinder und seinem Intendanten widmet das Museum ein Kapitel der Ausstellung. "Plötzlich war ich Intendant des Bochumer Theaters", erinnerte sich Zadek. "Das Fischen nach guten Regisseuren, guten Schauspielern begann. Als erstes holte ich Fassbinder." Doch schnell überwogen die Dissonanzen. Fassbinder nannte seinen Hund Zadek.

Und noch einen sehr amüsanten Ausflug bietet die Ausstellung. Sie stellt die Fragen für Fassbinders Aufnahmeprüfung an der Filmhochschule aus - und vor allem seine Antworten dazu. Als Antwort auf die Frage, welchen Film er zuletzt gesehen und wie er ihm gefallen hat, schreibt er eine ganze Seite. Auf die Frage, ob er die verfassungsgemäßen Unterschiede zwischen Bundes- und früherem Reichskanzler skizzieren kann, antwortet er schlicht mit "Nein".

Der mit nur 37 Jahren in München gestorbene Regisseur wurde mit Filmen wie "Angst essen Seele auf" oder "Berlin Alexanderplatz" zum "Wunderknaben" des Films. Mit seinen mehr als 40 Spielfilmen in nur 13 Jahren und Entdeckungen wie der Schauspielerin Hanna Schygulla wurde er zum vielleicht wichtigsten Vertreter des deutschen Films überhaupt und zum erfolgreichsten Regisseur im Nachkriegsdeutschland. 17 Theaterstücke schrieb Fassbinder noch dazu. "Das reicht für ein 150-jähriges Leben", sagte Blank. "Und selbst das wäre dann immer noch ein sehr produktives." (dpa)



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