
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel sieht die Politik gemeinsam in der Pflicht, den Atommüll aus dem maroden Endlager Asse in Niedersachsen rasch zu bergen. "Das eigentliche Elend ist, dass in der Asse nichts ohne Druck geht", sagte Gabriel der Deutschen Presse-Agentur. "Alles bedarf immer öffentlicher Proteste und Druck in der Öffentlichkeit. Das macht den Menschen da das Leben sehr schwer."
Am Montag Mittag besucht erstmals Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) das Lager bei Wolfenbüttel, wo täglich 12 000 Liter Wasser eindringen und 126 000 Atommüll-Fässer lagern. Röttgen habe in der Vergangenheit das Thema Asse vernachlässigt, kritisiert Gabriel, der hier seinen Wahlkreis hat. "Besser spät als nie", betonte Röttgens Vorgänger mit Blick auf den ersten Besuch des CDU-Vizes seit seinem Amtsantritt 2009. "Ich hoffe, dass dies nicht nur ein Beschwichtigungsbesuch ist".
Gabriel sieht die Asse wegen der Ungewissheit, ob sich der schwach- und mittelradioaktive Müll noch bergen lässt, als eines der größten Strahlenprobleme Europas an. Er lobte, dass Röttgen inzwischen dafür gesorgt habe, dass es eine Task Force, eine Lenkungsgruppe auf Staatssekretärsebene, gebe. Diese müsse klären, welche Möglichkeiten der Beschleunigung es gebe und wo gegebenenfalls Rechtsgrundlagen angepasst werden müssten. Eine Verfüllung des Lagers sei wegen des Risikos entweichender Strahlung keine Alternative. "Nur die Rückholung bringt Langzeitsicherheit für die Bevölkerung."



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