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Gesundheit Schwirrender Kopf ist ein Warnsignal für Hitzekollaps

Abkühlung bei Sommerhitze
Raus aus der prallen Sonne, viel trinken, abkühlen: So kann man einem Hitzekollaps entgehen. Foto: Alexander Rüsche

Wem bei sommerlichen Temperaturen der Kopf schwirrt, steht möglicherweise kurz vor dem Hitzekollaps. «Dafür sind keine tropischen Temperaturen nötig», sagt Jörg Oberfeld, Landesarzt der Johanniter Unfall-Hilfe in Nordrhein-Westfalen, mit Blick auf das bevorstehende Hitzewochenende. «Ein typisches Anzeichen für eine Hitzeerschöpfung ist das Gefühl, sich nicht mehr auf den Beinen halten zu können.» Schwindel, Übelkeit und Kreislaufstörungen seien ebenfalls möglich», erläutert Oberfeld. Dann heißt es: schnell in den Schatten, Pause machen, viel trinken und eng anliegende Kleidung öffnen.

Wer dazu selbst nicht mehr in der Lage ist, sollte sich bei all dem helfen lassen. «Wenn der Betroffene wach ist, darf und soll er trinken», erläutert Oberfeld. «Außerdem kann man ihn vorsichtig kühlen.» Damit sei nicht gemeint, den Wasserschlauch auf den Körper zu richten, warnt der Mediziner. Die Temperatur wird sanft mit kalten Umschlägen gesenkt. Sanft, damit es wegen des drastischen Temperatursturzes nicht zu Kreislaufproblemen kommt. Nach ein bis zwei Stunden sei das Schlimmste überstanden, für den Rest des Tages aber weiter Schonung angesagt.

Zuviel Hitze führt manchmal sogar auch zu Bewusstlosigkeit. In dem Fall gilt: Augenzeugen müssen den Ohnmächtigen in den Schatten bringen, ihn in die stabile Seitenlage legen und unbedingt den Rettungsdienst unter 112 rufen. Getränke dürfen ihm nicht eingeflößt werden. Besonders gefährdet von einem Schwächeanfall bei Hitze sind Oberfeld zufolge chronisch Kranke und ältere Menschen und diejenigen, die übermäßig viel Alkohol trinken. «Dadurch verschlechtert sich die Temperaturregulierung - und man merkt nicht, dass man überhitzt.»

Eigentlich klar, aber dennoch oft unterschätzt: Längere Aufenthalte in der direkten Sonne sind riskant. Um gegen die Belastungen bei Sommerhitze besser gewappnet zu sein kann außerdem luftige Kleidung helfen, betont der Mediziner. «Und schaffen Sie sich auch unbedingt Schatten durch einen Hut, denn der Kopf bekommt am meisten Hitze ab.»

Das sächsische Gesundheitsministerium warnte vor den Gefahren vor allem für Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen und chronisch Kranke. Die Menschen sollten ihren Tagesrhythmus der Temperatur anpassen, sich möglichst an schattigen Orten aufhalten und sehr viel trinken, hieß es in einer Mitteilung. Dabei sei Trink- und Mineralwasser, Kräuter- und Früchtetees, verdünnten Fruchtsäften und Suppen der Vorzug vor süßen Limonaden, Kaffee, Alkohol und sehr kalten Getränken zu geben. «Auch sollten weder Menschen noch Tiere in parkenden Autos zurück gelassen werden, selbst nicht für kurze Zeit», sagte ein Ministeriumssprecher.

Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz rät dazu, leicht zu essen. Statt zu Schnitzel, Bratwurst und Pommes greife man lieber zu frischem Obst und Gemüse. Damit könne auch gleich der Mineralienverlust durchs Schwitzen ausgeglichen werden. Zur nötigen Bettschwere verhelfe ein Spaziergang oder eine kleine Fahrradtour am Abend. Die Schlafzimmer sollten tagsüber abgedunkelt werden, damit sie kühl bleiben.



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