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Weltnichtrauchertag Wie Länder den Glimmstängel bekämpfen wollen

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Zigarettenkippen
Ín vielen Ländern sind Zigaretten so verpöhnt, dass die Regierungen sie am liebsten komplett verbieten wollen. Foto: Stephan Jansen

Australien ist schon lange für seine harten Anti-Rauchergesetze bekannt. Ab dem 1. Dezember dürfen Zigaretten nur noch in grünlich-braunen Einheitspackungen verkauft werden. „Dekoriert“ werden diese mit Gruselfotos von Tumoren oder fauligen Zähnen. Den Markennamen stehen nur noch eine kleine, wenig prominente Fläche zur Verfügung.

Frühere Gesetze sorgten schon für enorme Preise. So kostet eine Packung Zigaretten inzwischen um die 15 Euro. Strengere Einfuhrbestimmungen, die zudem nur noch das zollfreie Mitbringen von 50 Glimmstängeln erlauben, tun ihr Übriges. Innerhalb von 30 Jahren konnte der Anteil der Raucher um mehr als die Hälfte gesenkt werden.

Nicht weniger kurios mutet das Anti-Raucher-Programm der südkoreanischen Regierung an. Fast die Hälfte der männlichen Bevölkerung ist dort Raucher. Der Anteil der Frauen ist verschwindend gering, da Rauchen für Frauen gesellschaftlich nicht toleriert wird. Ähnliches wird nun für Männer angestrebt. So wird durch zahlreiche Kampagnen und aufgezwungene „freiwillige“ Abgewöhn-Camps das Rauchen kriminalisiert. Große Konzerne verbieten Rauchen auf dem gesamten Betriebsgelände und schicken ihre rauchenden Mitarbeitern in den Entzug.

Ganz so drastisch geht man im Nahen Osten nicht zu Werke. Doch am Weltnichtrauchertag wird in Dubai keinerlei Tabak zu kaufen sein. Alle großen Geschäfte und Ketten beteiligen sich an der Aktion, so dass tatsächlich das gesamte Emirat rauchfrei sein dürfte.

In Bahrain wird neben Schockbildern auf Verpackungen jede bildliche Darstellung von Rauchwaren verboten. Ab August werden selbst Filme und Serien zensiert. Sollte die Darstellung allerdings unabdingbar für die Handlung sein, arbeitet der Rundfunk mit Warnhinweisen. Betroffen von dem groß angelegten Verbot sind auch die sogenannten E-Zigaretten. Hierfür verbietet das Königreich sogar die Einfuhr.

Während in Asien sehr hart durchgegriffen wird, sind die Raucher in Europa nicht mehr bereit, sich bevormunden zu lassen. Verständöich, immerhin ist rund ein Fünftel aller EU-Bürger über 15 Raucher. Neben dem Konsum von Zigaretten fällt auch das Rauchen von Wasserpfeife oder das in den nordischen Ländern populäre Kauen von Tabak. Die Gesetzgebung in Europa verbietet in vielen Ländern das Rauchen an öffentlichen Orten wie zum Beispiel Schulen oder Krankenhäusern. Doch dagegen macht sich Widerstand breit. In Frankreich gründete sich eine Gruppe, die für die Rechte von Rauchern eintritt. Im Rahmen der anstehenden Wahlen im Land, hofft die Gruppe auf die Aufmerksamkeit der Politiker.

In einigen Staaten, wie zum Beispiel in Norwegen aber auch in Australien klagen zudem die Tabakkonzerne, die sich zu Unrecht kriminalisiert fühlen, denn, so ihre Argumentation „Rauchen ist schließlich nicht verboten“. Weiterhin verletzen die Einheitspackungen, wie sie einige Länder einführen wollen und Australien damit folgen könnten, die Markenrechte der Tabakindustrie. So sieht es zumindest der Konzern Japan Tobacco International.

Ob und wie weit das Rauchen über das Verbannen von Verpackungen und anderer optischer Reize eingedämmt werden darf, entscheidet sich bald. Derzeit befasst sich Australiens höchstes Gericht in Canberra mit den Klagen gegen die Vorgaben. Sollte es dem Gesetz stattgeben, dürfte dies eine Erdrutschwirkung in der ganzen Welt auslösen.



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