
"Jeder nur ein Kreuz", lautet ein Zitat aus dem Film "Das Leben des Brian" - bei der Kommunalwahl geht es etwas großzügiger zu: Jeder Wähler darf drei Kreuze verteilen. Dabei hat er die Möglichkeit, diese insgesamt für eine Partei oder Gruppierung zu setzen - wer das möchte, trägt die Kreuze bei der betreffenden Partei unter "Wahlvorschlag Gesamtliste" ein. Man kann auch mehrere Parteien ankreuzen oder einzelne Kandidaten mit einem oder mehreren Kreuzen bedenken. 206 Frauen und Männer stehen dafür zur Wahl. Sie bewerben sich um die 42 für den neuen Stadtrat zu vergebenden Sitze. "Das sind zwei Mandate weniger als 2006", berichtet Stadtsprecher Timo Frers. Mit der Anzahl der Wahlberechtigten habe das nichts zu tun, erklärt er. Diese sei sogar gestiegen - von 59752 bei der vergangenen Kommunalwahl auf jetzt 60192. Die Mandate werden aber anhand der Einwohnerzahl errechnet - und die ist laut Statistischem Landesamt gesunken. Wählen darf, wer mindestens 16 Jahre alt ist, seit drei Monaten oder länger in Delmenhorst seinen Wohnsitz hat und nicht vom Wahlrecht ausgeschlossen ist. Neben Deutschen können auch Bürger eines Mitgliedstaates der Europäischen Union an der Wahl teilnehmen.
Über 1600 Wahlberechtigte haben übrigens schon ihre Stimme abgegeben, verrät die Stadtmitarbeiterin Kerstin Meyerholz, sie koordiniert den Ablauf der Wahlen und leitet das Wahlbüro im City-Center (Lange Straße 1a). Jeder Bürger, der eine Wahlbenachrichtigungskarte hat, kann die Briefwahl beantragen - entweder schriftlich oder persönlich. In den vergangenen Tagen war das Büro, in dem Auszubildene der Stadt und angehende Beamten als Wahlhelfer fungieren, bereits gut gefüllt. "Das liegt durchaus im Trend", sagt Meyerholz über die Briefwahl, die im Wahlbüro direkt wahrgenommen werden kann. Wie im Wahllokal gibt es eine Urne, in die der Stimmzettel fällt. "Abends leeren wir die dann aus" erklärt Meyerholz. Geöffnet werden die Umschläge aber noch nicht, versichert sie. "Das passiert natürlich erst zur Auszählung am 11. September ab 18 Uhr." Im vergangenen Jahr waren es laut Meyerholz 5200 Delmenhorster, die sich für die Briefwahl entschieden, in diesem Jahr rechnet sie mit einer noch
größeren Nachfrage. Bis zum 9. September ist es möglich, die Briefwahlunterlagen zu beantragen. Sie werden entweder zugeschickt oder von dem Wähler selbst beziehungsweise einem Vertreter abgeholt. Der Abholer braucht dafür eine Vollmacht - für insgesamt vier andere darf dieser dann die Wahlunterlagen mitnehmen. Der Wahlbrief muss der Wahlleitung spätestens am 11. September um 18 Uhr vorliegen.
520 Wahlhelfer stehen bereit
Und auch für die Mehrheit der Wähler, die in den Wahllokalen ihr Kreuz machen werden, ist gesorgt. "520 Wahlhelfer haben wir", sagt Meyerholz, höchstens noch zehn weitere könnten eingesetzt werden. Genug Wahlhelfer zu finden, sei in Delmenhorst eigentlich nie ein Problem, versichert auch Stadtsprecher Frers. "Das klappt hier immer sehr gut", bestätigt er.
Am Wahltag sind die 50 Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet, der genaue Ort steht auf der Wahlbenachrichtigungskarte. Wer die bislang noch nicht erhalten oder Fragen zur Kommunalwahl hat, sollte sich im Wahlbüro unter 04221/992360 melden. Informationen gibt es auch auf der Internetseite der Stadt, www.delmenhorst.de.





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