
Delmenhorst. Jetzt waren Künstler "Leo" und Produktionsleiter Majo Ussat mit Stadtfest-Organisator Heinz Bußmann in der Innenstadt unterwegs, um geeignete Räume gegenüber der auserwählten Fassaden zu arrangieren, wo sie während des Stadtfestes ihre sehr großen Dia-Projektoren aufstellen können. Was in den Redaktionsräumen des DELMENHORSTER KURIER ein Selbstgänger ist. Von dort wird ein Projektor schräg auf den grauen Klotz gerichtet, der einst ein Kaufhaus war. "Ich sehe die Fassade als Leinwand und muss mich fragen, wie ich auf die Architektur eingehen kann", erzählt Leo Rokita. Da die Hertie-Fassade nicht von Fenstern unterbrochen ist, vergleicht der Bremer sie mit einer Kinoleinwand. Die wird er wohl bunt in Szene setzen, eventuell auch an die Vergangenheit und die frühere Bedeutung dieses Gebäudes für die Stadt Delmenhorst erinnern.
Extrem scharfe Bilder

Weil die Fassade aber groß ist, soll ein zweiter Projektor ein paar Häuser weiter aufgestellt werden, im Bereich der Schauburg-Passage. Die Dia-Projektoren liefern so scharfe Bilder, dass auf den Fassaden keine Pixel zu erkennen sind, verspricht "Urbanscreen". Dazu haben sie verschiedene Objektive, etwa ein Weitwinkelobjektiv, die sie ausprobieren können. Denn die Entfernung zwischen dem Projektor und der Fassade spielt eine wichtige Rolle und entscheidet, wie groß die Projektion letztlich ausfallen wird und welche Gebäudeteile angestrahlt werden können. "Urbanscreen" hat in der intensiven Auseinandersetzung mit der Architektur-Inszenierung nach eigenen Angaben "ein Verfahren zur passgenauen Projektion entwickelt und dieses auf den Namen ,Lumentektur’ getauft." Dabei wird mit Hilfe einer exakten Vermessung das Bild der Fassadenstruktur sehr genau angepasst. Die Großbildprojektion auf urbane Oberflächen sind demnach maßgeschneidert. Seit dem Jahr 2004 produziert "Urbanscreen", die Firma war als Kunst-Verein gestartet, Medienkonzepte für den öffentlichen Raum. Wichtig ist den Machern dabei der direkte Bezug zu den Gebäudefassaden, ihrer Bedeutung, ihrer Umgebung.
Daher einigten sich Majo Ussat und Heinz Bußmann darauf, dass ein symbolisches Band gespannt werden soll zwischen den beiden auserwählten Gebäuden – die die Wege zum einen und zum anderen Ende des Stadtfestes weisen. Allerdings bekommt es "Urbanscreen" mit zwei Hausfassaden zu tun, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Denn die fast weiße, von vielen Bögen und Fenstern unterbrochene Front des Gebäudes, in dem die Parfümerie beheimatet ist, verlangt vom Künstler eine ganz andere Herangehensweise. Wie Majo Ussat erläutert, "ist es wichtig, dass wir den Blickwinkel kennen, aus dem unsere Projektoren die Gebäude anstrahlen". Daher liebäugelte das Trio während des Rundgangs mit den Räumen des ehemaligen "Stadtkiekers", um von oben die Douglas-Front anstrahlen zu können.
Heinz Bußmann freut sich darauf, den Delmenhorstern und Stadtfest-Gästen von außerhalb die "perfekte Illusion" auf zwei bekannten Fassaden zeigen zu können. Denn Derartiges gab es hier noch nicht. Und es sucht auch in der Welt seinesgleichen, nicht umsonst hat das Bremer Kreativbüro vor zwei Jahren einen Silbernen Löwen beim Weltfestival der Werbebranche in Cannes gewonnen. Und nicht umsonst soll "Urbanscreen" in Sydney schließlich eines der spektakulärsten Gebäude der Welt illuminieren.
Kinder imitieren ihre Idole
Mini-Playback-Show beim Stadtfest / Jury bewertet Auftritte
Delmenhorst. Was haben die niederländische Fernsehmoderatorin Marijke Amado und Stadtfest-Macher Heinz Bußmann gemeinsam? Die Frisur sicher nicht. Aber beide bieten Kindern eine Bühne und die Chance, ihr Talent unter Beweis zu stellen. Während Marijke Amado in den 90ern einem breiten Fernsehpublikum fast ein Jahrzehnt lang die Mini-Playback-Show präsentiert hat, wird es Bußmann ihr einen Nachmittag lang nachmachen. Auf der Bühne vor dem Rathaus, die neuerdings "Delbus-Bühne" heißt, können interessierte Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren am Sonnabend, 9. Juni, ab 15.30 Uhr auftreten und ihre Lieblingsstars imitieren. "Alles sollte möglichst nah am Original sein", sagt Heinz Bußmann, der damit synchrone Lippenbewegungen, Körperbewegungen und Entertainment sowie natürlich das Outfit meint. Wie er ankündigt, wird eine "kompetente Jury" die Auftritte der kleinen Stars bewerten. Dabei können die Kleinen auch etwas gewinnen. So bekommen die besten zehn Imitatoren jeweils zwei Freikarten für die Grafttherme. Und für die besten drei Auftritte gibt es noch mal Einkaufsgutscheine oben drauf: Der Intersport Sporthof hat 100 Euro für den Erstplatzierten, 50 Euro für den Zweiten und einen Gutschein über 25 Euro für den drittplatzierten Teilnehmer ausgelobt.
Eine vorherige Anmeldung der Kinder ist notwendig, sie geht an Heinz Bußmann, der unter der Telefonnummer 04221/ 121100 oder per E-Mail an hb@cityspektakel.de zu erreichen ist.





Niederschlagswahrscheinlichkeit: 

Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »