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Gewerbegebiet Ganderkesee-West Gemeinde drückt aufs Tempo

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Insgesamt 28 Hektar umfasst das Areal, auf dem die Gemeinde Ganderkesee ab dem kommenden Jahr das Gewerbegebiet Ganderke
Insgesamt 28 Hektar umfasst das Areal, auf dem die Gemeinde Ganderkesee ab dem kommenden Jahr das Gewerbegebiet Ganderkesee-West entwickeln will. 22 Hektar davon stehen für die Vermarktung zur Verfügung. Nachdem das Projekt in den vergangenen zwei Jahren brach lag, weil die Gemeinde die hohen Kosten gescheut hat, die sie für archäologische Ausgrabungen bezahlen muss, drücken die Verantwortlichen jetzt mächtig aufs Tempo. So hat der Gemeinderat gestern unter anderem eine Verpflichtungsermächtigung über 4,5 Millionen Euro für 2013 beschlossen. Mit dem Geld soll das Gelände im kommenden Jahr komplett erschlossen werden.

Ganderkesee-Grüppenbühren. "Es gibt zum Gewerbegebiet Ganderkesee-West keine Alternative." Davon ist der Erste Gemeinderat Rainer Lange überzeugt. Weder in der zeitlichen Entwicklung noch in Bezug auf das Flächenreservoir in der Gemeinde. Und deshalb hat der Gemeinderat mit dem Nachtragshaushalt gestern auch gleich ein rund fünf Millionen Euro schweres Erschließungspaket mit beschlossen, das zuvor zumindest in den öffentlichen Ausschüssen nicht diskutiert worden ist. Auch Lange nannte das Investitionsvolumen gestern "eine sportliche Aufgabe für die Gemeinde".

Allein 4,5 Millionen Euro Kosten kalkuliert die Gemeinde für die Erschließungsmaßnahmen, die im kommenden Jahr stattfinden sollen. Etwa 400000 Euro werden noch für Grunderwerb fällig, hinzu kommen Planungskosten in Höhe von 180000 Euro. Und dann sind da noch die Kosten für die archäologischen Ausgrabungen der eisenzeitlichen Verhüttungsöfen in Höhe von mindestens einer halben Million Euro, die die Gemeinde ebenfalls bezahlen muss. Weil den Verantwortlichen in der Verwaltung und in der Politik das bislang zu teuer war, lag das Vorhaben in den vergangenen zwei Jahren brach. Trotzdem habe die Gemeinde nebenbei bereits Rückstellungen für die Grabungen gebildet, verriet Lange, sodass die Archäologen nun möglichst noch in diesem Jahr in Grüppenbühren buddeln sollen.

Inzwischen hat sich nach Erkenntnissen von Lange und Wirtschaftsförderin Christa Linnemann die Lage nämlich grundlegend verändert: Nicht nur die Nachfrage nach Gewerbeflächen sei in den vergangenen Monaten gestiegen, auch die Aussicht auf Fördermittel gestalte sich so, dass "der Handlungsdruck zuletzt deutlich gestiegen" sei, so Lange. So sitzen Linnemann und ein beauftragtes Ingenieurbüro derzeit über einem Fördermittelantrag, der bis zum 15. August auf dem Weg sein muss. Hat der Antrag Erfolg, könnten aus dem EU-Topf zur Förderung wirtschaftsnaher Infrastruktur und regionaler Wachstumsprojekte bis zu eine Million Euro nach Grüppenbühren fließen.

Insgesamt ist das unmittelbar an die Autobahn A28 grenzende Gebiet 28 Hektar groß. 22 Hektar davon stehen nach Auskunft von Linnemann als vermarktbare Fläche zur Verfügung. Und die Chancen, die Flächen zu verkaufen, sind nach Angaben der Wirtschaftsförderin nicht schlecht: So gebe es bereits fünf bis zehn ernsthafte Interessenten, die eine Ansiedlung im Gewerbegebiet Ganderkesee-West prüfen würden. In der Vergangenheit habe man bereits einige interessierte Betriebe" schweren Herzens ziehen lassen" müssen, weil die Planungen nicht voran kamen. Läuft jetzt alles nach Plan, könnten sich Anfang des Jahres 2014 die ersten Unternehmen dort ansiedeln.

Der Preis pro Quadratmeter soll 25 Euro betragen. Zum Vergleich: Das Gewerbegebiet an der Westtangente, das inzwischen zu zwei Dritteln gefüllt ist, hat die Gemeinde für 21,50 Euro pro Quadratmeter vermarktet. "Die Flächen sollen schon Filetstücke bleiben", begründete Lange den höheren Preis an der Autobahn. Ein wichtiger Faktor bei der Ansiedlung von Unternehmen in dem neuen Gewerbegebiet ist für den Ersten Gemeinderat die Zahl der damit verbundenen Arbeitsplätze. So will man in Ganderkesee sogar eventuell erwägen, den Bodenpreis abhängig von der Zahl der Arbeitsplätze, die die jeweilige Firma mitbringt, zu gestalten.

In einem früheren Stadium der Planung sollte das Gewerbegebiet in Grüppenbühren als interkommunales Projekt gemeinsam mit der Stadt Delmenhorst entwickelt werden. Inzwischen haben Politik und Verwaltung in Ganderkesee jedoch entschieden, die Stadt Delmenhorst bei der Realisierung außen vor zu lassen. Lange begründet dies einerseits mit der kurzfristigen Antragstellung, die bis Mitte August auf den Weg gebracht werden müsse, sowie andererseits auf die fehlende Verbindlichkeit der Planung.

So könne man noch gar nicht genau abschätzen, ob die Erschließung des Areals am Ende lediglich 4,4 Millionen oder vielleicht doch fünf Millionen Euro kostet. Lange: "Die 4,5 Millionen Euro sind über den breiten Daumen geschätzt." Und so will man sich nicht auf eine keineswegs sichere Beteiligungszusage aus Delmenhorst verlassen. Die Stadt profitiere in jedem Fall über die Einkommensteuer, weil davon auszugehen sei, dass auch Delmenhorster Bürger bei den Firmen, die sich in Grüppenbühren ansiedeln, Beschäftigung finden würden.



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Leserkommentare
MNienstedt am 18.05.2013 12:05
@ netzorath

Ihr Kommentar zu Zeiglers Kolumne klingt sehr überheblich, aber doch des Lesens wert, sonst hätten Sie es nicht getan und ...
bella1965 am 18.05.2013 11:30
lemke, filb und fischer weg
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