
Der Grafttherme droht ein Liquiditätsproblem, warnt die Verwaltung.
Dafür wurde ein Kreditrahmenvertrag abgeschlossen. Doch den hat die VVD zum 31. August gekündigt. Sprich: Ab September könnte der Grafttherme Geld fehlen, weil sie nun 1,2 Millionen Euro zurückzahlen muss. "Somit ist umgehender Handlungsbedarf zur Sicherung der Liquidität gegeben. Um diese wiederherzustellen, ist vorgesehen, den Eigenbetrieb VVD zur Rücknahme der Kündigung zu verpflichten", heißt es in der Vorlage der Verwaltung. Offiziell wollten sich gestern weder der VVD noch Bad-Interimschef Henry Peukert äußern. Eine politische Entscheidung soll nun in einer weiteren Sitzung des Verwaltungsausschusses getroffen werden.
Nötig ist die Kündigung des Kreditrahmenvertrages nach Informationen unserer Zeitung geworden, weil Hans-Ulrich Salmen, bis vor kurzem Chef aller VVD-Firmen von seinem Posten als Grafttherme-Geschäftsführer zurückgetreten ist. So lange er allen Firmen des Verbundes vorstand, war es demnach kein Problem, die Quersubventionierung zu genehmigen. Doch nach seinem Rücktritt als BAD-Chef musste er den Vertrag erstmal kündigen. Allerdings hat er bislang nie offiziell erklärt, wofür der Kredit der VVD am 6. März überhaupt gegeben und aus welchen Gründen er gekündigt wurde, erklärt Aufsichtsratsvorsitzender Detlef Roß: "Der Aufsichtsrat hat durch die Kündigung des Vertrags erst erfahren, dass es den Kredit gab."
Darüber hinaus könnte die Grafttherme für die Stadt teurer als geplant werden. "Über die Finanzierung des erhöhten Zuschussbedarfs ist nach der Sommerpause eine Regelung herbeizuführen." Das bedeutet, dass der jährliche Zuschuss von 1,5 Millionen Euro wohl nicht mehr ausreicht. Bislang gibt es zwei Ratsbeschlüsse, die festlegen, dass der Zuschuss die 1,5-Millionen-Euro-Grenze nicht überschreiten darf: Dies wurde am 28. September 2005 beschlossen und am 8. Juli 2008 bestätigt.




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