
Die Hackenberg-Gruppe splittet sich in mehrere kleine Unternehmen, 70 Mitarbeiter gibt es in Deutschland, 90 in Rumänien. In Delmenhorst wurden unter anderem Hosentaschenfutter und Hosenbänder für das nordrhein-westfälische Unternehmen gefärbt und gedruckt. 'Seit drei Jahren haben wir eine gute Kooperation mit Brunotte', erzählte Berger, der die Delmenhorster als einen seiner wichtigsten Lieferanten bezeichnete. Deswegen war auch sein Einstieg nach Bekanntwerden der Insolvenz ein Thema für Berger, schließlich sei es nicht so einfach, mal eben adäquaten Ersatz zu finden. 'Jetzt, da Brunotte zu unserer Gruppe gehört, haben wir eine Stellung am Markt, die wohl fast einzigartig in Deutschland oder sogar Europa ist, weil wir fast alles in unserer Produktion selbst herstellen können', erklärte Berger.
Wachstum erwartet
Er geht davon aus, dass seine Gruppe in Zukunft wachsen werde und bei Brunotte dann weitere Mitarbeiter eingestellt werden. Die 18 Angestellten, die übernommen werden, arbeiten zu den gleichen Konditionen wie früher, als Partner von Geschäftsführer Berger wird Joachim Brunotte, Sohn des Firmengründers Fritz Brunotte, nebst seiner Familie weiterhin eine wichtige Rolle in dem Betrieb einnehmen.
'Aus der Insolvenzmasse können wir die Transfergesellschaft drei Monate finanzieren', erklärte Insolvenzverwalter Berend Böhme. Damit soll erreicht werden, dass die entlassenen elf Mitarbeiter schnell wieder einen neuen Job finden. In der Regel liegt die Vermittlungsquote einer Transfergesellschaft deutlich über denen von Arbeitsämtern und Argen. Wirtschaftsförderer Axel Langnau dankte im Namen der Stadt Delmenhorst allen Beteiligten. 'Gut für uns ist, dass der Betrieb am Standort Delmenhorst erhalten bleibt.' Böhme betonte, dass die Einigung schnell zustande gekommen sei. 'Wir haben erst im Januar ernsthafte Gespräche mit Herrn Berger aufgenommen, der Vertrag über die Weiterführung des Unternehmens ist erst seit heute in trockenen Tüchern.'
Mitte des vergangenen Jahres war der Traditionsbetrieb, der 1946 als Kunstgewerbe an der Dwostraße gegründet wurde, in schwierige Fahrwasser geraten. Was allerdings größtenteils unverschuldet war, denn die Insolvenzen von Europas größtem Möbelhersteller Schieder sowie von Karstadt-Quelle als einer der größten Abnehmer von Jugendpolstermöbeln traf die Delmenhorster schwer, damit brach das Segment Möbelstoffe in sich zusammen. Zurzeit wird nicht daran gedacht, sich in diesem Bereich wieder zu engagieren.




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