
Sich mit anderen Fraktionen im Rat zu streiten, weil sie naturgemäß andere Ansichten haben, gehört für Kommunalpolitiker zum Alltagsgeschäft. Sich aber in der eigenen Partei zu zerfetzen, hat eine besondere Qualität. Eine, mit der Uwe Dähne und Axel Unger sowie der von den Grünen hinzugekommene Günter Matthes in der FDP nach der jüngsten Kommunalwahl konfrontiert wurden. Das Trio splittete sich ab, machte als freie Wählergemeinschaft FDelP Politik. "Absolut der richtige Schritt", findet Fraktionschef Dähne heute.
Persönlich hätten er und seine Mitstreiter die Situation in der FDP nicht mehr durchgehalten und deshalb die Reißleine gezogen. Wenngleich er einräumt, dass Politik machen mit einem mitgliederstarken Kreisverband im Rücken insofern leichter falle, weil es mehr personelle und finanzielle Ressourcen gibt. Aber: "Jetzt haben wir eine Vertrauensbasis, können schnell und sachlich die Dinge anpacken."
Und der Spaß kam spätestens dann wieder, als sich die FDelP immer öfter der bürgerlichen Mehrheitsgruppe angeschlossen hatte. "Weil wir Dinge durchsetzen können", beschreibt Dähne den Vorteil, des Bündnisses. So hat die FDelP nun mitgeholfen, dass Vergabeverfahren fürs Einkaufszentrum zu stoppen, sie hat den neuen Geschäftsverteilungsplan für die Verwaltungsspitze mit auf den Weg gebracht und sie hat den Abschied von Wirtschaftsförderer Martin Balkausky mit beschlossen. Alles Dinge, die das Trio allein nicht hätte bewerkstelligen können.
Die FDelP, die aus drei Lehrern besteht, hatte sich für ein Einkaufszentrum mit maximal 10000 Quadratmetern ausgesprochen - "aber schnell gemerkt, dass das nicht geht, weil Investoren immer größer bauen wollen". Warum diese Erkenntnis seitens der Ratsmehrheit so spät nach der Grundsatzentscheidung für ein Center gefasst wurde, weiß Dähne nicht. "Vielleicht war der Rat zu euphorisch", vermutet er und hält die jüngste Kehrtwende für richtig. Falsch ist in seinen Augen nach wie vor die Entscheidung für die neue Pflasterung des Marktplatzes.
"Das ist ein Luxus, wegen der Steine kommt kein Besucher extra nach Delmenhorst." Dass es so viel Trara um die Pflasterung gibt, weil falsche Steine verlegt wurden, ist für den FDelP-Chef nur das i-Tüpfelchen. "Noch so ein Mist ist die Sanierung der Oldenburger Landstraße", nimmt Dähne weiter Fahrt auf. Dass die Bauarbeiten so lange gedauert haben, wurmt den Kommunalpolitiker ungemein, sagt er.
Einen Hoffnungsschimmer sieht Dähne im neuen Schwimmbad, das seine uneingeschränkte Unterstützung hat. Dähne ist Mitglied des Aufsichtsrates der Bad GmbH und davon überzeugt, mit dem "Juwel" das Richtige auf den Weg gebracht zu haben. "Jeder Eintrittspreis wäre kritisiert worden", glaubt er und zweifelt nicht daran, dass sich das Bad wirtschaftlich trägt. Enttäuscht ist er nach wie vor von der Wirtschaftsförderung, von der man "mehr erwarten muss".





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