
Bassum. "Aufbruch in neue Welten" – das ist der rote Faden der 25. Ausgabe der Reihe "Kammermusik im Stift Bassum". Das verkündete gestern Organisator Stephan Steinkühler zusammen mit Äbtissin Isabell von Kameke vor Ort im Stift. Drei Konzertabende sind geplant – mit Unterstützung der Kreissparkasse und dem Landschaftsverband Weser-Hunte.
Den Auftakt macht das Trio Unitatis am Sonntag, 8. Juli. Bei den Musikern handelt es sich um Stephan Steinkühler (Violine) selbst sowie um Sabine Steinkühler (Violoncello) und Reinhard Schmiedel (Klavier). Auf dem Programm stehen Gabriel Fauré und seine Werke "Après un rêve" und "Klaviertrio op. 120". Da es sich bei "Après un rêve" um die Beschreibung einer Traumwelt handele, werde es dem roten Faden gerecht. Das Klaviertrio wiederum sei Faurés letztes Werk gewesen. An diesem Abend steht außerdem Franz Schuberts "Klaviertrio Es-Dur op. 100" auf dem Programm. Schuberts "Wanderer-Motiv" käme hier wieder deutlich zum Ausdruck, ließ Steinkühler wissen.
"Das ist Jazz", lautete Steinkühlers Voraburteil zum Konzert am Sonntag, 15. Juli. Denn das Trio Jens Schöwing (Piano), Christian Frank (Kontrabass) und Marc Prietzel (Schlagzeug) trägt unter dem Titel "Blue-Note-Bach" Stücke wie "Musikalisches Opfer", "Inventionen", "Goldbergvariationen" und "Wohltemperiertes Klavier" in Jazz-Interpretationen vor. Das passe natürlich auch zum roten Faden. "Es ist ein Aufbruch in Richtung Jazz", sagte Steinkühler. Das Trio hätte dazu schon eine CD vorgelegt, die "weltweite Beachtung gefunden hat." Jazz im Kapitelsaal – wird das funktionieren? Stephan Steinkühler, der auch Leiter der Kreismusikschule Syke ist, und die Äbtissin zeigten sich gestern sicher. Vielleicht ziehe das ja neue Hörerschichten an. Steinkühler habe Schöwing sogar gefragt, ob er sich um die Fenster im Kapitelsaal sorgen machen müsse. "Der Schlagzeuger wird sehr dezent spielen", hätte Schöwing ihm versichert, wie Steinkühler schmunzelnd erzählte.
Das Steinkühler Quartett gibt sich am Sonntag, 26. August, die Ehre. Auf dem Programm steht Wolfgang Amadeus Mozarts "Dissonanzenquartett KV 465". Das sei damals musikalisch schon eine neue Welt gewesen, sagte Steinkühler. "Im 20. Jahrhundert wurde es stilbildend." Außerdem bringen Susanne Steinkühler, Juliane Bremer (Viola), Sabine Steinkühler (Violoncello) und Stephan Steinkühler (Violine) Ludwig van Beethovens "Streichquartett Nr. 1 F-Dur op. 18,1" zu Gehör. Unter anderem findet sich das Romeo-und-Julia-Motiv im zweiten Satz wieder, "das Hinübergehen der beiden Liebenden in das Jenseits", wie Steinkühler es ausdrückte. "Das Amerikanische Streichquartett" von Antonín Dvorák ist das dritte Werk an diesem Abend. Für den böhmischen Komponisten war das damals die musikalische Entdeckung der neuen Welt, sprich Amerika, gewesen, hielt Steinkühler fest.
Das Steinkühler Quartett bildet mit seinem Auftritt den Abschluss der Reihe. In den Vorjahren hätte es immer fünf Konzerte gegeben. Aber in den Sommermonaten gibt es auch ein dichtes Musikprogramm in der Stiftskirche, machten die Äbtissin und Steinkühler gestern deutlich. Deswegen habe man sich dieses Mal nur für drei Abende entschieden.
Die Reihe findet übrigens zum 25. Mal statt. Doch daraus machten weder Steinkühler noch Isabell von Kameke gestern eine große Sache. Die Zahl 25 findet sich auch nicht auf dem Plakat wieder. Und anfangs lief die Reihe von der Besucherzahl her gar nicht so gut an, wie Steinkühler gestern schmunzelnd mitteilte. "Die ersten Male waren schrecklich."
Alle Konzerte beginnen um 17 Uhr. Jeweils eine halbe Stunde vorher gibt Steinkühler eine Einführung in das Programm. Karten sind jetzt für 15 Euro im Vorverkauf bei der Kreissparkasse in Bassum erhältlich. Schüler und Studenten zahlen die Hälfte.







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