Engeln. Federführend war dabei der damals in Oerdinghausen lebende Schöpfer und Initiator der Bürgerpark-Tombola, Hans-Joachim Tombrink. "Er hat sich für den Verein und die Mühle stark gemacht, und das nicht nur persönlich, sondern vor allem auch finanziell", blickt Heinfried Meyer zurück, einer der 42 Gründungsmitglieder und einige Jahre auch Vorsitzender des Heimatvereins. Dass dieser erst in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag feiert, liegt daran, dass er erst am 5. März 1987 ins Vereinsregister eingetragen wurde. Am morgigen Sonntag sind die Gründungsmitglieder eingeladen. "Sie sollen geehrt werden", verrät der heutige Vorsitzende Heiko Albers. Bei Kaffee und Kuchen will man auch die langen Jahre im Verein Revue passieren lassen, vielleicht auch neue Ideen entwickeln.
Die Sanierung der Behlmer Mühle war zur Gründung ein Projekt, das bis heute noch nicht abgeschlossen ist, was man am derzeitigen Gerüst erkennen kann. "Die Mühle sah damals sehr bescheiden aus", formuliert Heinfried Meyer vorsichtig. Man war sich einig, das Wahrzeichen der ehemaligen Gemeinde Engeln erhalten zu wollen. Mehrere hunderttausend Euro sind in den 25 Jahren in die Sanierung der Mühle geflossen, angefangen von den Schindeln bis zum Anstrich, die Sanierung der Galerierundgänge, dem Mühlenkopf. "Viel Liebe und Zeit" habe man von Seiten des Vereins investiert, erklärt Heiko Albers. Dazu kamen etliche Fördermittel aus der Dorferneuerung, "und von privaten Spendern", ergänzt Heinfried Meyer. Der Verein selber konnte nur wenige Geldmittel beisteuern. "Bei sechs Euro Mitgliedsbeitrag pro Jahr ist unsere Kasse nicht besonders prall gefüllt", so Heiko Albers.
Geld erzielt der Heimatverein mittlerweile hauptsächlich durch die Mühlenhochzeiten, für die die Behlmer Mühle weit über die Grenzen der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen hinaus mittlerweile bekannt ist. Auch hier war Hans-Joachim Tombrink der Vater der Idee. "Bei der Verwaltung stieß das damals gar nicht auf Gegenliebe", erinnert sich Heinfried Meyer. Am 29. Januar 1993 fand die erste standesamtliche Trauung in der Mühle statt. "Leider ist diese Ehe heute wieder geschieden", bedauert Heinfried Meyer. Sogar ein Fernsehteam war damals anwesend, was den Standesbeamten wohl so irritierte, "dass er zunächst ganz vergessen hat, die entscheidende Frage zu stellen." Mittlerweile sind 778 standesamtliche Trauungen in der Mühle vollzogen worden. "1995 war dabei mit über 50 Trauungen das beste Jahr." Daran kann sich Heinfried Meyer wohl auch deswegen so gut erinnern, weil er dort in diesem Jahr selber das Ja-Wort gab. "Bei mir ging das nicht, ich habe schon vorher geheiratet", bedauert Heiko Albers. "Mit den Mühlenhochzeiten verbunden war dann auch der Stand beim Schaufenster der Gemeinden auf dem Brokser Heiratsmarkt, wo wir für die Mühle geworben haben", erzählt Heinfried Meyer. Heute ist die Zahl der Trauungen rückläufig. 2011 waren es nur elf an der Zahl. Die "Mühlenfrauen" bereiten dann immer alles vor, schmücken die Mühle auch von Innen mit Blumen. "Und wer möchte, kann sich unseren Mühlensekt servieren lassen", ergänzt Heiko Albers. Dieser komme von einem kleinen Weinkeller im Saarland, versehen mit einem speziellen "Mühlenetikett".
Aber nicht nur die Mühle zählt zu den Aufgaben, die sich der Heimatverein Engeln selber geben hat. "Wir kümmern uns um die Pflege der plattdeutschen Sprache, haben einen Ausschuss für Archivpflege und Heimatgeschichte", so Heinfried Meyer. Die Chronik von Weseloh sei so entstanden, derzeit werde an der Chronik von Oerdinghausen gearbeitet. Die "Dorfzeitung Engeln" wird der Heimatverein jetzt auch wieder übernehmen. "Das war bislang Sache der Gemeinde, aber nach der Fusion mit dem Flecken Bruchhausen-Vilsen werden wir diese Aufgabe weiterführen", erklärt Vorsitzender Albers. Er führt die Geschicke des Vereins seit 2002. Gründungsvorsitzender war 1986 Eugen Füner, weitere Vorsitzende waren Heinfried Meyer und Hermann Tasto. Heiko Albers brachte die Idee der Kulturabende in den Verein ein. Ein Höhepunkt war der Heinz-Erhardt-Abend, der Abend "Imitation trifft Illusion" dagegen lief eher schlecht. Märchenabende, Lesungen, Radtouren und vieles mehr gehören zudem zum Rahmenprogramm des Heimatvereins. Aktuell wird im Herbst Susanne Lieder-Kolbe ihr neues Buch "Schuster und das Chaos im Kopf" vorstellen.
Und auch für die Zukunft gibt es schon ein Projekt, das Heiko Albers gerne in Angriff nehmen würde. "Dazu passt, dass wir in Engeln jetzt eine Flurbereinigung bekommen. Vielleicht kann man auch dadurch eine Renaturierung der Hachequelle realisieren." Ein Schild an dieser Stelle wurde kürzlich bereits von der Arbeitsgruppe Zukunft errichtet (wir berichteten).








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