
Syke. "Wir freuen uns, dass sie so zahlreich gekommen sind." So begrüßte Elke Rogge am Donnerstagabend mehr als 200 Gäste im Syker Rathaussaal. Die Moderatorin kündigte Lieder an, die von Liebe und Leidenschaft erzählen – Lieder vom Cho(h)r-wurm. Mit einem Zitat eröffnete sie das Konzert: "Musik soll klingen, Freude uns bringen." Und Freude brachte der über vierzigköpfige Chor wirklich mit Liedern, die die Zuhörer in vergangene Zeiten mitnahmen, als "Mit Lieb bin ich umfangen" von Johann Steuerlein vierstimmig intoniert wurde. Steuerlein war evangelischer Kirchenliederdichter, schrieb aber auch weltliche Lieder. Dem Chor gelang es, die romantische Seite des Komponisten mit ihrem Gesang abzubilden.
Beim nächsten Lied bewiesen die Sänger auch ihre sprachliche Vielfalt. Denn: Thomas Morleys Lieder "Sing we and chant it" und "Now is the month of Mayin" wurden in Englisch gesungen. Der Chor vermittelte dabei den heiteren und ansprechenden Charakter seiner Stücke. Bis heute sind seine Werke weit verbreitet und zeigen seine Bedeutung.
So auch das vom Chor gesungene zweite Lied. "Es stammt aus Mozarts sogenannter Hausmusik", erfuhren die Zuhörer vom zweiten Moderator an diesem Abend, Gerd Meibers. Anschließend freuten sich die Besucher über Mozarts "Luci care, luci belle", denn unter Leitung von Sabine Kanitz gelang den Sängern eine weitere überzeugende Darbietung. Aber das Konzert hatte nicht nur gesangliche Höhepunkte. Als Elke Rogge die Suite in A von Hwang Yau Tai ankündigte, war das Publikum nicht vorbereitet auf die ganz außergewöhnlichen Klänge, die Pianistin Sin Hui Lui mit einer Virtuosität darbot. Sie schien den Rathaussaal nach Asien auszudehnen. "Hwang Yau Tai erlebte die Revolution in China mit und lebte später in Taiwan", hatten die Zuhörer von Elke Rogge zuvor erfahren, und der Künstlerin gelang es an diesem Abend, die Kraft, Begeisterung und Aufbruchstimmung mit ihrem Spiel zu transportieren.
Dann hatte der Chor noch einmal eine Herausforderung zu meistern: Frederic Chopins "In mir klingt ein Lied" in der Bearbeitung von Friedrich Zimmer. Und bevor es zur Pause ging, erklärte Rogge noch die Barkarole. "Der Begriff kommt von Barke, von den venezianischen Gondeln, und die Stücke haben das Wiegende gemeinsam", so die Moderatorin, als sie mit Jacques Offenbachs Barkarole aus der Oper "Hoffmanns Erzählungen", einen weiteren Höhepunkt ankündigt.
Ganz anders ging es nach der Pause weiter. "Schön war die Zeit" von Freddy Quinn und "Marmor Stein und Eisen bricht", beide nach einem Arrangement von Lorenz Maierhofer gesungen, dokumentierten eindrucksvoll das umfangreiche Repertoire des Chors. Da durften auch die Lieder von Abba nicht fehlen. "Als wir gesehen haben, dass ein Film mit ihrer Musik im Fernsehen läuft, haben wir schnell noch die Stücke eingebaut", meinte Elke Rogge scherzhaft, und der Chor sang mehrstimmig "SOS" und "Mama Mia" und bekam noch mehr Beifall.
Eine ganz andere Kategorie war dagegen Debussys "Feuxdártifice". Hier war nicht nur der Titel ein "Feuerwerk". Pianistin Sin Hui Lu brannte mit ihrer Perfektion und virtuosen Klangläufen ein wahres Feuerwerk ab und wird mit viel Beifall belohnt. Das Konzert endete mit einer Liedauswahl aus Leonard Bernsteins Musical "West Side Story", das 1957 in Washington seine Uraufführung erlebte. Der Chor blieb bis zum Schluss konzentriert und enthusiastisch in seiner Ausführung, als er die wunderbare Liebesgeschichte zwischen Toni und Maria mit den Liedern "Tonight" und "Maria" in Erinnerung rief und nach "America" noch zwei Zugaben geben musste.
Zum Abschluss gab es für alle Gäste, die das Cho(h)rwurm-Konzert zum zweiten Mal besuchten, eine Blume








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