VON KAYA LEIMANN
Syke. "Wir befinden uns in Vegas. Und was will man da? Natürlich unendlich reich werden!" Mit diesen Worten eröffnete Sarah Kestering am Donnerstag an ihrem Tisch den Spieletreff im Gleis 1 am Bahnhof. Es ist das erste Treffen des neuen Kreises in Syke und soll sich in den nächsten Monaten etablieren. Jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat können hier ab 17 Uhr alle Arten von Party- oder Fantasyspielen gespielt werden.
Kestering sitzt mit vier weiteren Personen an einem Tisch und hält das Spiel "Vegas" in den Händen. Die Spielekritikerin ist eine der Organisatoren des Syker Treffs. Mit viel Enthusiasmus erklärt sie ihren Mitspielern, wie in den nächsten Minuten an diesem Tisch gezockt wird. "Hier verliert man aber kein Geld, man verliert nur Würfel", sagt Kestering. Und schon geht es los. Das erste Geld, natürlich in Dollar, fließt über den Tisch und die Spieler geraten in eine ausgelassene Zockerlaune. Während hier die ersten Ausrufe wie "Also das Würfelpaar kann ich jetzt ja gar nicht gebrauchen", oder "So kann es für mich weiter gehen" fallen, ist die Stimmung am Nebentisch eher ruhig.
Wolfgang Panning, Spieleautor und ebenfalls Organisator des Treffs, erklärt seinen Mitspielern "Die Siedler von Catan" in Kleinformat. An seinem Tisch sitzen unter anderem André Tiedemann, Leiter des Gleis 1, und Joachim Schröder, Regionalleiter der Awo Trialog. "Hierbei geht es darum, eine Siedlung zu bauen", erklärt der Autor. Eher leise und mit viel Strategie werden Straßen gebaut, Gold und Erz erlangt. Alle Ergebnisse tragen die Spieler auf einer Karte ein. Jedem Spieler wird Zeit gegeben, zu grübeln und den nächsten Zug genau zu überlegen.
In Vegas haben die Spieler mittlerweile ihr Pokerface aufgelegt. Es werden Rachezüge ausgespielt, und bei dem schnellen eingängigen Spiel kommt Stimmung auf. In diesem Moment betritt ein weiterer Gast den Raum. Zunächst setzt er sich mit an den Vegas-Tisch, es kommt noch jemand dazu und schon ist eine neue Runde gegründet. Das von Panning kreierte Spiel "Kardinal" wird ausgepackt. Da kennt sich der Spieleautor natürlich bestens aus. An allen drei Tischen tauchen die Spieler in ihre ganz eigene Welt und lassen sich auf den Verlauf des Spiels ein.
"Das ist zwar kein Ansturm von 150 Leuten, aber damit wären wir heute auch gar nicht fertig geworden", resümierte Kestering. Das ganze müsse sich erst einmal entwickeln. Zurzeit erklären nur die beiden Organisatoren, wie die einzelnen Spiele funktionieren. Schon bald soll es bei den Treffen so ablaufen, dass auch die Stammspieler den Neulingen Spielregeln erklären können. In das Gleis 1 dürfen auch eigene Spiele mitgebracht werden, alle Altersstufen können sich beteiligen. Erst vor wenigen Wochen hatten sich die Leiter des Gleis 1 zusammengesetzt und schon jetzt das erste Treffen organisiert (wir berichteten).
Und was für ein Resümee ziehen die Spieler von "Vegas"? "Es ist einfach ein reines Glücksspiel und hat mich jetzt nicht zu hundert Prozent überzeugt", gibt Alexander Grosser aus Bassum, der dort mit seiner Frau Stefanie ebenfalls einen Spieletreff organisiert, offen zu. Aber genau dazu ist dieser Tag ja auch geeignet: Spiele zu testen, neue zu entdecken und am Ende vielleicht das ganz persönliche Lieblingsspiel in den Händen zu halten.








Niederschlagswahrscheinlichkeit: 
Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »