Inserieren

Karsten Meyer hält in der Gemeinde Asendorf Outdoor-Sauen: Zwei Würfe mehr als im Stall / Idee kommt aus England Schwein gehabt!

Von

"Die Idee mit der Outdoor-Sauenhaltung stammt ursprünglich aus England", weiß der 47-Jährige. In Schleswig-Holstein und Dänemark sei dieses System jedoch verbreiteter als in der Mittelweserregion. Vor neun Jahren hat Karsten Meyer auf Outdoor-Sauenhaltung umgestellt. Natürlich auch, um Kosten zu sparen - ein neuer Stall hätte schließlich ein stattliches Sümmchen verschlungen. Im Landkreis Diepholz hätten einige Landwirte wieder Abstand von Outdoor-Schweinen genommen, berichtet Meyer. Frank Thies aus Helzendorf im benachbarten Landkreis Nienburg halte beispielsweise auch noch Outdoor-Schweine. "Die Outdoor-Sauenhaltung ist genauso alt wie die Indoor-Haltung. Irgendwann wurden Ställe gebaut, dann ging es wieder nach draußen", sagt der Asendorfer.

"Du isst ja wie ein Schwein" - wer kennt diesen mahnenden Satz nicht aus Kindertagen? Wenn die Ringelschwänze von Karsten Meyer richtig loslegen, treffen diese Worte mehr als zu. Bei dem Geschmatze ist selbst das Grunzen des Ebers noch wie Musik in den Ohren. Die Sauen von Karsten Meyer ferkeln übrigens nicht im Freien ab, die kleinen Ringelschwänze erblicken ganz konventionell in der Abferkelungsanlage das Licht der Welt. Einfach praktischer, wie der Asendorfer Landwirt findet. Gerade im Winter, wenn es draußen früh dunkel werde.

Gehen die Temperaturen in der kalten Jahreszeit zu tief in den Keller, schlafen die Outdoor-Schweine in den kleinen Hütten auf der Weide. Die Behausungen aus Wellblech hat Karsten Meyer aus Dänemark. Kuscheln sich die Tiere dort einander, herrschen in den Wellblechhütten schnell Temperaturen von um die 20 Grad. "Gestern haben die Tiere aber schon wieder draußen geschlafen", berichtet der Schweinevater. Und weiter: "Sonne macht ihnen mehr aus als Frost." Deswegen würden die Tunnelhütten im Sommer auch umgestellt - in Richtung Schatten.

Tragezeit beträgt rund 115 Tage

Meyers 200 Ringelschwänze stammen übrigens aus dem dänischen Schweinezuchtprogramm DanZucht - "die fruchtbarste Linie, die es heute auf dem Markt gibt". Dass sie in Dänemark geboren sind, lässt sich nur unschwer an den gekerbten Ohren und kurzen Schwänzen erkennen. Deckfertig werden ihm die Schweine dann geliefert. Im Alter von 230 bis 240 Tagen werden sie gedeckt. "Die Tragezeit beträgt rund 115 Tage", rechnet der Asendorfer vor. Heißt übersetzt - mit gut einem Jahr ferkeln seine Sauen zum ersten Mal. Danach geht es in die Gruppe. 15 bis 20 Tiere teilen sich jeweils eine der insgesamt sieben Outdoor-Einheiten. Kurz vor der Geburt stellt Meyer das Futter um, die freilaufenden Sauen werden geduscht, entwurmt und scheiden die ganze Erde aus, die sie bis dato gefressen haben.

Was die wenigsten wissen: Schweine haben keine Schweißporen und stinken daher von Natur aus nicht. "Auf meinem Lehrhof habe ich mal ein Schwein gewaschen. Nach drei Tagen hat es immer noch nach Shampoo gerochen", erzählt der Landwirt eine kleine Anekdote. Erst durch das Suhlen im Dreck wird Miss Piggy also zum Schwein. Mit 70 bis 80 Tagen, bei einem Gewicht von rund 30 Kilo, verlassen die lütten Ringelschwänze den Hof, kommen zum Mäster. "14 bis 15 lebendgeborene Ferkel, 12 bis 13 aufgezogene sind der Durchschnitt pro Wurf", sagt Karsten Meyer. Apropos Wurf: 5,6 Mal wirft eine Outdoor-Sau laut Meyer im Schnitt. Damit komme sie auf rund zwei Würfe mehr als ein Schwein, was im Stall gehalten werde. Schwein gehabt! Bestes Beispiel: Die vierjährige Outdoor-Sau mit der roten Ohrmarke, die so genüsslich ihre Pellets verzehrt. "Die hat schon acht Mal geworfen", rechnet der Asendorfer vor.

Innerhalb von zwei Stunden hätten seine Sauen abgeferkelt, berichtet Meyer stolz. So schnell? Das liege an der vielen Bewegung im Freien, vermutet der Landwirt. Schweine seien dämmerungsaktiv, seien nachts richtig am Rühren. Durch das Herumlaufen im Freien werde das Beckenband, welches die Gebärmutter trage, trainiert - was wiederum zu einer schnelleren Geburt führe. "Ich hoffe, dass die Ferkel auch vitaler sind und länger leben", wünscht sich der Schweinebauer.

Nachteil der Outdoor-Haltung - außer vermeintlichen Sonnenbränden: die Sauen seien aggressiver, der Mutterinstinkt deutlich ausgeprägter, wie Karsten Meyer berichtet. Und dann sei da ja noch die Sache mit dem hohen Hygienestatus. Mit SPF - spezifisch pathogen frei - könne ein Outdoor-Halter natürlich nicht dienen, sagt Meyer. Eine Outdoor-Sau rieche sich nun mal durchs Leben und damit auch durch den Dreck.



Bisher 0 Kommentare Eigenen Kommentar schreiben »

Anzeigen und digitale Beilagen Region
Sonderthemen
Finden Sie Artikel aus der Region
Dieser Ort existiert nicht, bitte korrigieren Sie Ihre Eingabe.
BassumSykeDelmenhorstGanderkeseeVerdenBruchhausen-VilsenAchimRitterhudeSchwanewedeOsterholz-ScharmbeckWorpswedeWeyheBremenStuhrLilienthalLemwerder
Die Sportmeldungen aus der Region
WESER-KURIER Kundenservice
Anzeige

Wetter - Montag, 28. Juli

Temperatur: 27 °C / 16 °C
Vormittag: /wetterkontor/images/wr/50/wolkig.png Nachmittag: /wetterkontor/images/wr/50/Regenschauer.png
  Niederschlagswahrscheinlichkeit: 70 %
Das Wetter wird präsentiert von
Leserkommentare
anomalocares am 28.07.2014 09:56
@ klartext, die Frage ist sogar entscheidend, aber wenn es nicht gefällt, heißt es "was soll diese Fragen?".
Hier, damit Du weißt, warum meine ...
mcsar am 28.07.2014 09:52
Ich finde diese Aussagen auch schwach. Petersen war doch nun wirklich schwach letze Saison, Di Santo auch kein Wunderstürmer. Selke in den Kader zu ...
 
Bahnhofsvorplatz: Investor kündigt ...
In die Brache kommt Bewegung
Niederlande
USA: Beweise für russische Attacken ...
Protestcamp auf dem Marktplatz
Studenten schlagen Zelte auf
Polizeischutz bei der Bundesliga
650.000 Stunden im Einsatz
Unfall am Osterdeich
Junge rennt vor Auto
 
Streit Polizeieinsätze bei ...
DFB entzieht Bremen Länderspiel
Vielfältige Reaktionen auf ...
„Lassen uns nicht erpressen“
Kostenbeteiligung der DFL an ...
Bremens Image könnte leiden
Polizeischutz bei der Bundesliga
650.000 Stunden im Einsatz
Bremen
DFL soll Polizei bezahlen