
Die Straßenbahn kommt nicht richtig weg vom Fleck. Den ursprünglichen Plänen zufolge sollte die Bahn längst von Bremen via Stuhr nach Leeste rollen. Doch zurzeit wird die Bahn von zwei Problemen ausgebremst: Zum einen muss in Bremen noch mal geklärt werden, wo die Verlängerung der Linie in Huchting verlaufen soll, kürzlich war nämlich noch eine Streckenführung auf der Kirchhuchtinger Landstraße ins Gespräch gekommen. Auf dem Stuhrer und Weyher Gebiet ist der Streckenverlauf klar, aber es fehlt noch der Planfeststellungsbeschluss, ebenso wie übrigens auch in Bremen.
"Die Bremer rechnen mit der Inbetriebnahme der Bahn im Jahr 2017 oder 2018", sagt Ursula Konieczny, die im Stuhrer Rathaus mit der Bauleitplanung für die Straßenbahn beschäftigt ist. "Wir hängen da an Bremen dran", führt sie weiter aus. Den Planfeststellungsbeschluss von der Landesbehörde für Verkehr und Straßenbau in Hannover für das Stuhrer und Weyher Gebiet erwarte sie in den nächsten Monaten.
Der Planfeststellungsbeschluss war in der Vergangenheit in Hannover bereits mehrfach angekündigt worden - unter anderem für Mitte des vergangenen Jahres. Mittlerweile will die Behörde keine Termine mehr nennen. "Das wäre Kaffeesatzleserei", sagt Heike Haltermann, Sprecherin der Landesbehörde für Verkehr und Straßenbau. Die Verzögerungen seien entstanden, weil der Bauträger noch in Gesprächen sei. "Einige der Gesprächsergebnisse liegen bereits vor und fließen in den Beschluss mit ein. Aber andere Ergebnisse fehlen noch", so die Sprecherin. Warum bisher aber Termine für den Planfeststellungsbeschluss genannt worden, kann sie sich auch nicht so recht erklären. "Wahrscheinlich hat da jemand Erfahrungswerte zugrunde gelegt. Aber ein Verfahren kann auch mal länger dauern. Deshalb gebe ich keine Prognose ab", sagt Haltermann.
Bauträger ist die Bremen-Thedinghauser-Eisenbahn (BTE), deren Pressesprecher Jens-Christian Meyer ist. Er bestätigt, dass es noch Gesprächsbedarf gibt. "Wir verhandeln noch in einer Grundstücksangelegenheit, aber in Kürze wird es sicherlich ein Ergebnis in dieser Sache geben", so Meyer. In Sachen Planfeststellungsbeschluss für den Bremer Bereich zeigt er sich auch zuversichtlich. "Er soll jetzt bald kommen. Ich erwarte keine Überraschungen", sagt Meyer.
Sobald der Planfeststellungbeschluss für den niedersächsischen Teil vorliegt, will der Stuhrer Verein Aktiv dagegen klagen. Das kündigt die Vorsitzende Monika Kannowski an. Zudem habe sie einen Verfahrensfehler entdeckt. Laut Verwaltungsverfahrensgesetz sei es so, dass bei Gemeinschaftsvorhaben auch nur eine Behörde für das Planfeststellungsverfahren zuständig sei. "Das haben wir auch als Verfahrensfehler in Hannover moniert", so Kannowski. Behördensprecherin Haltermann weist den Vorwurf zurück. "Das Gesetz besagt, dass so etwas in Einzelfällen möglich ist - zum Beispiel, wenn bei einem Autobahnausbau eine kommunale Straße betroffen ist", so Haltermann. Jedoch sei es gängige Praxis, dass bei länderübergreifenden Bauvorhaben auch jedes Bundesland einen eigenen Planfeststellungsbeschluss brauche.
Der Weyher Bürgermeister Frank Lemmermann regt sich über den noch ausstehenden Planfeststellungsbeschluss nicht auf. "Es ist egal, wie lange es dauert, weil Bremen ja sowieso wieder bei Null anfängt. Wir werden unseren Beschluss wohl eher bekommen als die Bremer", vermutet Lemmermann.









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