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Der Weg zum maximalen Erfolg

11.08.20170 Kommentare
Fußball, Sportwoche Bornreihe, FINALE, FC Hagen/Uthlede - FC Hambergen, Erik Köhler, Malte Puckhaber (rot)
Eines der neuen Gesichter in Grün-Schwarz: Erik Köhler. (tobias Dohr)

Mit Zielvorgaben ist das in Fußballerkreisen ja immer so eine Sache. Da gibt es oftmals eine offizielle Version für das Vereinsumfeld, die Konkurrenz oder auch die Medien. Und dann gibt es eine interne Variante. Nicht selten klafft zwischen diesen beiden Absichtserklärungen eine ziemliche Lücke. Kunststück. Man will sich schließlich nicht unnötig selbst unter Druck setzen. Eine zu große Erwartungshaltung kann schließlich lähmen.

Die entscheidende Frage ist aber ja eigentlich eine ganz andere, nämlich: Kann ein nach außen absichtlich platziertes Understatement wirklich die letzten Prozente aus einer Mannschaft rauskitzeln? Carsten Werde hat da eine eindeutige Meinung: „Ziele, die zu einfach zu erreichen sind, machen keinen Sinn, weil man so niemals sein Maximum herausholen wird.“ Und das Maximum ist das, was der Trainer von Fußball-Landesligist FC Hagen/Uthlede anstrebt in dieser Saison. Und sein Team ebenfalls.

Deshalb sieht Werde auch wenig Sinn darin, zwei verschiedene Zielvorgaben zu machen. Eine für extern und eine für intern. Nach einem zweiten und einem dritten Platz, nach dem zweimaligem Beantragen der Oberligalizenz und dem weiteren Optimieren des Kaders, kann es nur ein ziel geben: die Meisterschaft. „Das ist das Ziel, woran sich die Mannschaft messen möchte. Und deshalb stehen wir auch nach außen dazu.“

Ohne Frage, diese Haltung ist erfrischend. Und warum sollte durch eine ambitionierte  Selbsteinschätzung ein Brandherd entstehen. „Wenn ich nach außen sage, dass ich unter die ersten Fünf will, aber intern das Ziel Meisterschaft ausgebe, dann ist doch am Ende auch niemand wirklich glücklicher, wenn ich dann tatsächlich Fünfter werde“, sagt Werde. Nein, das maximale Ziel soll helfen bei der allwöchentlichen Fokussierung auf das nächste Spiel.

Der Hagener Coach legt jedoch Wert auf die Feststellung, dass der Wunsch nach maximalem Erfolg einzig und allein aus der Mannschaft komme. Dieses Gefühl „Jetzt, oder nie“ sei nichts, was vom Vereinsumfeld oder den Fans  komme. Gleichwohl hat die starke Vorbereitungszeit natürlich zum Träumen angeregt. Klammert man das Pokalaus gegen Güldenstern Stade einmal aus, haben die Hagener in elf Vorbereitungsspielen neun Siege geholt und nur einmal verloren (1:2 gegen die SG-Aumund-Vegesack in Löhnhorst). Viel wichtiger als die bloßen Ergebnisse war aber das Zustandekommen der meisten Siege. Die Hagener scheinen ihre Neuzugänge in Rekordzeit integriert haben. Die vornehmlich jüngeren Spieler wie Lars Janssen, Fabio Hausmann, Erik Köhler, Jeremy da Rocha Nunes oder Pascal Kranz sind deutlich mehr als nur quantitative Alternativen. Sie bringen eine neue Qualität ins Team. Das gilt natürlich auch für Tim Grundmann, der in der Vorbereitung ein echter Knipser war. „In der Breite ist das der beste Hagener Kader, den es jemals gab“, sagt Carsten Werde. „Alle jungen Spieler haben das Zeug für die Landesliga. Aber sie brauchen natürlich auch Geduld, wenn sie mal auf der Bank sitzen.“

Überall Positionskämpfe

Fünf bis sechs Schlüsselspieler gibt es im Hagener System: Marlo Burdorf natürlich, der das Team zum ersten Mal auch nominell als Kapitän in die Saison führen wird. Kai Diesing und Christoph Müller. Und wohl auch Mirko Franke und Michel Klimmek. Aber selbst ein Ausnahmespieler wie Axel France muss sich der neuen Konkurrenz stellen, kam in der Vorbereitung nur noch selten im zentralen, defensiven Mittelfeld zum Einsatz, wo der 26-Jährige letzte Saison noch unersetzlich war.

Den klassischen Gewinner der Vorbereitung sehen Carsten Werde und sein Assistent Tjark Seidenberg deshalb auch nicht. „Die Gewinner sind eigentlich wir Trainer, denn wir wissen nach dieser Vorbereitung, dass wir jeden einzelnen bedenkenlos bringen können.“ Das gilt auch für die Torwartposition, wo sich Werde zwischen Yannick Becker und Nico Eden entscheiden muss – und auch wird. „Ich war selber ein bisschen überrascht, wie gut einige Dinge in der Vorbereitung schon funktioniert haben“, sagt Werde. Er wird diesen Lauf sicherlich nicht künstlich einbremsen wollen. Euphorie ist gut für das, was er mit seiner Mannschaft vor hat. Das Derby in Bornreihe gleich am ersten Spieltag kommt da eher gelegen. „Das hat die Jungs regelrecht durch die Vorbereitung getragen. Jeder will in diesem besonderen Spiel auf dem Platz stehen.“ Gleichwohl ist sich Werde auch bewusst: „Die Meisterschaft wird nicht am ersten Spieltag entschieden.“ Der Weg zum maximalen Erfolg ist lang. Und wird natürlich auch von Rückschlägen geprägt sein. Das wissen sie durchaus in Hagen – Zielvorgabe hin oder her.


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WESER-KURIER Sportbuzzer

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Leserkommentare
djhg am 18.08.2017 07:27
@Werderland: Ich denke eher, dass Nouri und Baumann auch ihren Aussagen aus der letzten Saison gelernt haben und es deshalb eher intern ...
abrakadabra am 18.08.2017 07:26
Der Betrag ist ja wohl lächerlich ... Warum gibts da nicht wenigstens einen Punkt in Flensburg? Für Taxifahrer als angebliche Profis darf es auch ...