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SV Bruchhausen-Vilsen Ein guter Tag für etwas Historisches

14.06.2013 0 Kommentare
Er bestreitet sein letztes Spiel im Trikot des SV Bruchhausen-Vilsen: Rateb Safi (Nr. 9) wechselt zum FC Sulingen. © Photocube

Er bestreitet sein letztes Spiel im Trikot des SV Bruchhausen-Vilsen: Rateb Safi (Nr. 9) wechselt zum FC Sulingen.

Dieter Plaggemeyer hat sich schlau gemacht. Der Kreisfußballchef hat die Liste der Kreispokalsieger aus den vergangenen gut 30 Jahren noch einmal genau studiert und sah sich anschließend bestätigt: "Es ist definitiv noch keiner Mannschaft gelungen, den Pokal zwei Mal nacheinander zu gewinnen." Plaggemeyer hatte es bereits vermutet, sicher war er sich allerdings nicht. Jetzt herrscht Gewissheit: Seit 1981 sucht man vergeblich nach einem Titelverteidiger. Der SV Bruchhausen-Vilsen kann deshalb morgen für ein Novum sorgen, "und das ist noch einmal ein zusätzlicher Anreiz für uns", bemerkt Vilsens Trainer Jörn Meyer.

Ab 18 Uhr bekommt es der Tabellenfünfte der abgelaufenen Kreisligasaison im Finale des Krombacher-Pokals mit dem Ligarivalen SV Lessen zu tun. Der schloss die jüngste Serie zwar nur auf Rang zehn ab, was laut Jörn Meyer aber keinerlei Rückschlüsse fürs Finale in Martfeld zuließe. "Da wird ganz klar die Tagesform entscheiden, da bin ich mir sicher", betont Meyer. Beide Kontrahenten würden sich viel zu gut kennen, als dass man den anderen taktisch großartig überraschen könnte. Der Vilser Coach spricht von einem Duell auf "Augenhöhe". Selbst die jüngsten Duelle lassen keine Tendenz erkennen. So gewann das Meyer-Team zwar in Lessen mit 4:0, unterlag aber auf eigenem Platz mit 1:3.

Heimspiel in Martfeld

Und doch gibt es da etwas, was eigentlich für den SV Bruchhausen-Vilsen sprechen müsste – nämlich der Austragungsort. "In Martfeld haben wir fast ein Heimspiel", bestätigt Jörn Meyer. Er geht fest davon aus, dass seine Mannschaft lautstark unterstützt wird und dass viele Fans die wenigen Kilometer nach Martfeld in Kauf nehmen. "Zumal ja unsere Ü40-Herren unmittelbar vor uns spielen."

Für den Coach hätte der Endspielplatz sowieso nicht besser gewählt werden können. Jörn Meyer ist waschechter Martfelder. Er ist dort geboren und lebt immer noch in dem Ort. Außerdem war er viele Jahre für den örtlichen TSV aktiv. Mehr Martfeld geht eigentlich nicht. "Für mich ist es wirklich etwas ganz Besonderes", versichert Meyer. Besonders auch deshalb, weil er diesmal tatsächlich live dabei ist. Das war beim Pokalgewinn 2012 gegen den TuS Syke nicht der Fall. Damals weilte Jörn Meyer bereits im Urlaub: "Ich hatte das vorher so gebucht und konnte es nicht mehr ändern." Es ärgert ihn noch heute, den großen Erfolg nur passiv und aus sicherer Entfernung registriert zu haben. Doch das soll ihm kein zweites Mal passieren. Meyer hat vorgesorgt und seinen Urlaub nach hinten verlegt.

Er erwartet morgen ein attraktives Finale zweier offensiv ausgerichteter Mannschaften, wobei die Vilser "Abteilung Attacke" zum letzten Mal in angestammter Formation auflaufen wird. Sowohl Salam Garaf als auch Rateb Safi wechseln in die Bezirksliga nach Sulingen. Garaf, in der vergangenen Spielzeit 19 Mal erfolgreich, schließt sich dem TuS an, während es Safi, der noch ein Mal mehr traf, zum FC zieht. Auch Richard Sikut hat in Sulingen ein neues Betätigungsfeld gefunden, er geht gemeinsam mit Garaf zum TuS. Die Abgänge der drei Top-Talente fuchsen Jörn Meyer natürlich einerseits, weil sie dem Anspruch der Vilser, langfristig etwas aufzubauen, ein Stück weit widersprechen. Andererseits ist Meyer davon überzeugt, dass sich das Trio unbedingt erfolgreich aus Vilsen verabschieden möchte. "Sie werden sich im Finale zerreißen und alles abrufen, was in ihnen steckt", betont der Coach. Das gelte auch für den Rest. Ausfälle befürchtet Meyer in diesem Zusammenhang nicht. "Ich bin mir sicher, dass alle Wehwehchen und Blessuren bis morgen auskuriert sind", sagt er und muss selbst ein wenig schmunzeln. Auch Mirco Müller, der sich im finalen Saisonspiel gegen Dickel eine Fußprellung zugezogen hatte, wird wohl wieder an Bord sein.

Jörn Meyer weiß aber auch, dass die Lessener über den insgesamt etwas erfahreneren Kader verfügen, was in nervenaufreibenden Situationen sicherlich nicht von Nachteil ist. Zwei Akteure fallen dem Vilser Trainer in diesem Zusammenhang besonders ein: Christian Stelter und Christoph Dahm. Beide fielen längerfristig aus, aber beide seien gute Einzelakteure, auf die man stets ein Auge werfen sollte.

Und nach dem Endspiel? Wird gefeiert. Egal ob Sieg oder Niederlage. "Es ist unser Abschluss, und wir haben eine gute Saison gespielt, so oder so", unterstreicht der Coach. Wie der Abend ausklingen soll? "Wir werden die heimische Gastronomie ein bisschen unterstützen..."

FINALSPIELE IM ÜBERBLICK

Oldie-Liga

FC Sulingen - TSV Weyhe-Lahausen (Sbd., 13 Uhr, B-Platz)

7er-Altliga

Barnstorfer SV - 1. FC Varenesch (Sbd., 14.30 Uhr, B-Platz)

Frauen

SG Mörsen-Scharrendorf - TSV Barrien (Sbd., 16 Uhr, B-Platz)

Ü32

SC Twistringen - FC Sulingen (Sbd., 14 Uhr, A-Platz)

Ü40 Altherren

SV Bruchhausen-Vilsen - TuS Sulingen (Sbd., 16 Uhr, A-Platz)

Herren

SV Bruchhausen-Vilsen - SV Lessen (Sbd., 18 Uhr, A-Platz)


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Leserkommentare
Werderland am 24.11.2014 08:33
Wenn eine Mannschaft ausschließlich auf ein 0:0 spielt, und dann kurz vor Schluss doch noch ein Ding kassiert, dann hält sich das Mitleid in engen ...
djhg am 24.11.2014 08:16
Immer wieder schön, wer auf einmal alles schreibt, wenn verloren wird. Aber meckern ist halt einfacher...

Zu defensiv eingestellt? Am ...