
Rund 150 Bürger demonstrierten in Hooksiel gegen die Eintrittspflicht der meisten Nordseestrände.
Drei Euro verlangt in Hooksiel die Gemeinde Wangerland von jedem, der ans Wasser will. Die Gemeinde hat dafür den Küstenstreifen vom Land gepachtet, das mit einer fünfstelligen Summe an den Einnahmen partizipiert.

Die Gegner dieses Verfahrens berufen sich auf das Bundesnaturschutzgesetz, nach dem freie Landschaft mit Erholungswert frei zugänglich sein soll. Linke und Piraten haben das Thema für sich entdeckt und dazu aufgerufen. Gekommen sind aber auch viele Senioren – Bürger, die sonst eher nicht auf die Straße gehen.
Die Gemeinde Wangerland, zu der Hooksiel gehört, hat kapituliert für diesen Tag und ihre Kassenhäuschen kurz vorher geschlossen. So dürfen die Demonstranten auf dem Rückweg jenseits des Zauns entlang marschieren. Dass die Tagesbesucher drei Viertel der Unterhaltskosten für die Strände zahlen sollen, wollen die Teilnehmer nicht länger hinnehmen.
Mit den Unzufriedenen reden wolle man nicht,sagt Bürgermeister Harald Hinrichs.„Das sind für uns keine adäquaten Gesprächspartner." Und am Eintritt werde sich nichts ändern, da ist er kompromisslos. Schließlich könne man am Strand auch duschen, den Hund ausführen oder den Drachen steigen lassen. Man lasse den Müll einsammeln und bezahle Rettungsschwimmer. Diese Kosten könne man nicht den eigenen Bürgern aufhalsen.
„Wir bleiben auch hartnäckig“, sagt Just und kündigt weitere Kundgebungen an. Wenigstens ein Teil der Strände müsse frei zugänglich werden, fordert er. Raum für Kompromisse gibt es kaum. Nur in einem Punkt sind die Parteien sich einig: Der Stacheldraht soll weichen. Hinrichs sagt: „Die alten Zäune überstehen keine weitere Saison.“ (mwe)
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