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Wohnungen und ein Hotel sollen im „Koloss von Rügen“ entstehen / Insulaner bleiben skeptisch
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Käufer investiert 40 Millionen Euro in Prora

11.06.2012

Der neue Käufer des Blocks I der früheren NS-Immobilie Prora auf der Insel Rügen will Anfang 2013 mit der Sanierung und dem Umbau der denkmalgeschützten Anlage beginnen. Planungen zufolge würden 40 Millionen Euro in den Umbau des leer stehenden Blockes zu Ferien- und Eigentumswohnungen sowie möglicherweise einem Hotel investiert, sagte Gerd Grochowiak, Geschäftsführer der Berliner Immobiliengesellschaft Irisgerd.

Das Unternehmen hatte Ende März auf einer Berliner Auktion den 450 Meter langen Gebäudeabschnitt der von den Nationalsozialisten als „Seebad der 20000“ geplanten Anlage für 2,75 Millionen Euro ersteigert. Der Kaufvertrag soll im Juni 2012 besiegelt werden. Ausschlaggebend für den Kauf des seit Jahren leer stehenden Gebäudes sei die „einzigartige Lage in Strandnähe“ sowie die deutschlandweite Nachfrage nach Immobilien in Wassernähe, begründete Grochowiak den Kauf.

Das 1990 gegründete Unternehmen bereitet derzeit Verkauf und Umbau des Gebäudes mit 26000 Quadratmeter Nutzfläche vor. „Wir sind jetzt schwer in der Planungsphase.“ Laut Bebauungsplan dürften fünf der neun Aufgänge touristisch, vier konventionell als Eigentumswohnungen genutzt werden, erläuterte der Investor. Sollte ein Hotel in den Bereich integriert werden, rechne er mit 280 Wohnungen.

Pool und Indoorspielplatz

Für das Hotel in der Drei- bis Vier-Sterne-Kategorie werde derzeit ein Betreiber gesucht. Wegen der höheren Attraktivität in den Wintermonaten soll die Anlage mit einem Innenpool, Indoorspielplatz sowie Sauna ausgestattet werden – möglichst im Hotelbereich. Mit Beginn 2013 soll der Verkauf der Wohnungen starten – aus steuerrechtlichen Gründen unmittelbar vor dem Umbau. Der Bauantrag werde noch in diesem Jahr gestellt, sagte Grochowiak.

Der hohe Kaufpreis hatte für Verwunderung gesorgt. Die Immobilie ging im März für das Zehnfache des vom Bund vor sechs Jahren erzielten Kaufpreises an den neuen Eigentümer. Der Kaufpreis sei gerechtfertigt, da inzwischen Baurecht geschaffen worden sei, sagte der neue Eigentümer. Zudem dürften die Wohnungen zur Seeseite mit Balkone erhalten. „Das war für uns ein sehr wichtiges Argument.“ Der Vorbesitzer hatte sich aus „persönlichen Gründen“ von dem Gebäude getrennt.

Eine Zusammenarbeit mit dem Eigentümer des Blocks II, Ulrich Busch, ist nicht geplant. „Wir wollen autark sein“, sagte der Käufer. Er würde sich aber freuen, wenn auch in der Nachbarimmobilie die Bauarbeiten beginnen würden. „Je mehr fertiggestellt ist, desto besser ist das Umfeld.“ Busch, Sohn des Arbeiterliedsängers Ernst Busch (1900-1980), hatte sich 2006 in Prora eingekauft, bisher aber nicht mit dem Umbau begonnen.

Der zwischen 1936 und 1939 errichtete „Koloss von Prora“ sollte ursprünglich eine große Ferienanlage der Nationalsozialisten werden. Der insgesamt 4,5 Kilometer lange Komplex ging jedoch als „Seebad der 20000“ nie in Betrieb. Nach Ende des Krieges wurde das Areal militärisch genutzt. Im Block I war zuletzt das NVA-Ferienheim „Walter Ulbricht“ beheimatet.

Im Jahr 2004 hatte der Bund mit dem Verkauf der fünf Blöcke begonnen. Insgesamt flossen aus dem im Herbst 2011 abgeschlossenen Verkauf der Anlage 3,45 Millionen Euro an den Bund. Auf der Insel Rügen gibt es Kritik an dem Bau weiterer Hotels und Ferienwohnungen. Davon künden auch die Graffitis am „Koloss von Rügen“.


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Leserkommentare
djhg am 18.08.2017 07:27
@Werderland: Ich denke eher, dass Nouri und Baumann auch ihren Aussagen aus der letzten Saison gelernt haben und es deshalb eher intern ...
abrakadabra am 18.08.2017 07:26
Der Betrag ist ja wohl lächerlich ... Warum gibts da nicht wenigstens einen Punkt in Flensburg? Für Taxifahrer als angebliche Profis darf es auch ...
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