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Kandidaten stellen sich dem Parteirat vor

14.02.20100 Kommentare
Olaf Lies
Olaf Lies (fr)

Hannover. Singen muss niemand, nicht bei diesem Casting. Es ist schlimmer. Da sitzen sie nun, die Kandidaten für den SPD-Landesvorsitz, und sollen alles in ein paar Sätzen erklären. Wie die Sozialdemokratie in Niedersachsen nach vorn kommt und wieso ausgerechnet mit ihnen.

Das eigentliche Schaulaufen, eine Serie von bis zu zwölf Regionalkonferenzen, steht ihnen ohnehin noch bevor. 'Hunderte Genossen werden die Gelegenheit haben, sich ein Bild zu machen', schwärmt der scheidende SPD-Landesvorsitzende Garrelt Duin schon mal. 'Wir gehen ganz neue Wege, um den Parteivorsitzenden zu finden.'

Stefan Schostok
Stefan Schostok (fr)

Ungleiches Quartett

Es ist ein ungleiches Quartett, das sich im vereisten Hannover im Kongresszentrum zunächst vor dem 'Parteirat' der SPD präsentiert. Olaf Lies aus Sande (Kreis Friesland) und Stefan Schostok aus Hannover sind Landtagsabgeordnete mit Parteierfahrung, Schostok (45) als früherer Landesgeschäftsführer ein bewährter Mann des Apparats. Lies (42), ein eher jungenhafter Typ, gilt als der bessere Kommunikator. Beide haben starke SPD-Bezirke hinter sich.

Monika Griefahn
Monika Griefahn (fr)

Dazu kommen zwei Außenseiter. Stefan Preuße, 32-jähriges SPD-Mitglied aus Meine im Kreis Gifhorn, verschreckte bereits seinen SPD-Unterbezirk mit Forderungen nach einem Generationswechsel in der Partei. Und Monika Griefahn, die ebenso selbstbewusste Ex-Umweltministerin und einstiges Greenpeace-Aushängeschild, verschreckte mit ihrer unerwarteten Bewerbung aus dem fernen Buchholz die SPD-Parteizentrale. 'Ich habe Zeit und Energie', hat Griefahn (55) schon vor einigen Tagen gesagt, und für viele klingt das eher wie eine Drohung.

Parteitag entscheidet

Stefan Preuße
Stefan Preuße (fr)

Was ihre Schwerpunkte angeht, bleiben die Kontrahenten noch im Allgemeinen. 'Wir brauchen ein Comeback arbeitnehmerorientierter Politik', sagt zum Beispiel Schostok. 'Gerechtigkeit und Teilhabe' nennt Lies als Leitlinien, denen die SPD zu folgen habe. Griefahn hat hinter verschlossenen Türen auf ihre Vernetzung mit den Umweltorganisationen verwiesen. Öffentlich hebt sie danach nicht nur ihre politische Erfahrung hervor.

'Viele haben mich ermutigt zu kandidieren, die anderen kennen wir ja gar nicht, haben sie gesagt', berichtet Griefahn. Schostok und Lies neben ihr schauen da etwas betreten. Zunächst gehe es ja um eine Wahl innerhalb der Partei, sagt Lies dann, und als Parteichef werde man ja bekannter. Wer es schließlich wird, dürfte auch am Verfahren hängen. Und da hat SPD-Chef Sigmar Gabriel, als früherer SPD-Bezirkschef von Braunschweig mit den Grabenkämpfen in Niedersachsen bestens vertraut, mit seinem Kurs für eine Öffnung der SPD auch in der Heimat einige Pflöcke eingeschlagen.

Kommt es wirklich so, dass nach den Regionalkonferenzen mit den vier Kandidaten jeweils 'Meinungsbilder' über die Auftritte per Stimmzettel erstellt werden, dann wäre die SPD nicht nur mit 'Vorwahlen' so in den Schlagzeilen, wie es der Vorsitzende liebt. Apparatschiks, denen die Gremien heilig sind, müssen wohl oder übel mitspielen. Zwar wählen laut Parteisatzung immer noch die Delegierten des Parteitags (Ende Mai) den neuen Landesvorsitzenden.

Das Votum der Mitglieder aus den Regionalkonferenzen zu ignorieren, dürfte allerdings schwierig werden. Schostok und Lies gelten weiter als Favoriten, doch die erfahrene Griefahn zu unterschätzen, könnte beiden schlecht bekommen. Preuße wiederum stellt sich beim Parteirat nur intern vor. An der Pressekonferenz nimmt er nicht teil, da er in beruflichen Verhandlungen sei, wie die SPD mitteilt. 'Ich habe schon viel erreicht, aber ich halte an der Kandidatur fest', betont er, bevor er den Saal verlässt.


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Leserkommentare
Pikaya am 18.08.2017 10:08
Die besten und günstigsten Weihnachtsbäume werden am 24.12 Vormittag gekauft.
suziwolf am 18.08.2017 09:59
Waren Sie auch 'mal in finnischen Gewässern ;-) ?

Die Deutschen sind (auch) in Suomi ,hoch angesehen' ob ihrer
Tugenden und ob mit ...
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