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Massentierhaltung in Niedersachsen Mäster müssen künftig zum Keim-Test

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Acht von zehn Schweinen in der industriellen Mast sind nach Angaben des Robert-Koch-Institutes Träger gefährlicher multi
Acht von zehn Schweinen in der industriellen Mast sind nach Angaben des Robert-Koch-Institutes Träger gefährlicher multi

Hannover·Berlin. Der niedersächsische Landvolk-Verband appelliert an die Mäster im Land, sich vor einem Krankenhausaufenthalt auf Antibiotika resistente Keime testen zu lassen - im Interesse der eigenen Gesundheit und im Interesse der Allgemeinheit, denn Mitpatienten könnten sich im Krankenhaus mit den Keimen anstecken. "Natürlich können wir keine keimfreie Umgebung in Mastbetrieben schaffen, aber wir können das Gefahrenpotenzial minimieren. Mit Hygiene lässt sich eine Ansteckung vermeiden.", sagt Landvolk-Sprecherin Gabi von der Brelie in Hannover.

Als übertrieben wertet das Landvolk hingegen Empfehlungen an die Bevölkerung, den Kontakt zu landwirtschaftlichen Betrieben gänzlich zu meiden. Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes in Berlin ist das Risiko eines Landwirtes, an einem multiresistenten Keim zu erkranken, 138 Mal höher als das von anderen Berufsgruppen, aber auch Tierärzte sowie Mitarbeiter in Schlachthöfen oder der Lebensmittel verarbeitenden Industrie seien gefährdet. Für Anwohner von Mastanlagen gibt das Robert-Koch-Institut hingegen teilweise Entwarnung. Die Verbreitung der Keime im Wohnumfeld sei selten.

Die Experten gehen davon aus, dass etwa 15 Prozent der Keime, die bei Infektionen gefährlich werden können, ursprünglich aus der Landwirtschaft kommen. Etwa die Hälfte der konventionellen Schweinemastbetriebe sei mit Keimen belastet. 80 Prozent der Mastschweine trügen den Erreger in sich. Dies gelte allerdings nur für die industrielle Mast. Die Verbreitung geschehe hauptsächlich über Ferkel.

Die Übertragung von Keimen auf den Menschen erfolgt laut Robert-Koch-Institut hauptsächlich durch körperlichen Kontakt zum Tier, aber auch über das Einatmen von kontaminierten Stäuben aus dem Stall. 86 Prozent der beruflich exponierten Personen hätte Keime in der Nase. Auch dies gelte nur für die industrielle Mast. "Viele Landwirte wissen gar nicht, dass sie Träger des Keims sind. Der wird ja auch erst bei einer Entzündung gefährlich", sagt Landvolk-Sprecherin Gabi von der Brelie.

Gefährlich wird es vor allem dann, wenn es zu einer Infektion zum Beispiel nach einer Operation oder einer Lungenentzündung kommt. Dann werden die im Körper schlummernden Keime aktiv, können zu Blutvergiftungen und sogar zum Tod führen. Rund 5000 Patienten sterben jedes Jahr in deutschen Krankenhäusern an den Folgen einer Infektion mit multiresistenten Keimen, weil Antibiotika nicht mehr helfen. Meist handelt es sich dabei um Krankenhauskeime. Noch sei die Ausbreitung von Keimen aus der Landwirtschaft im Krankenhaus selten, so das Robert-Koch-Institut. Gleichwohl hätten Fälle aus den Niederlanden gezeigt, dass sich auch diese über Krankenhäuser verbreiten. Noch also seien die Bakterien aus den Ställen keine Bedrohung für den Menschen, aber sie könnten es durchaus werden, so die Risikoeinschätzung des Institutes.

Das niedersächsische Gesundheitsministerium hat auf die Problematik reagiert. Zum ersten April tritt eine neue Landesverordnung in Kraft, wonach alle Risikopatienten bei der Aufnahme in die Klinik auf Keime untersucht werden und gegebenenfalls isoliert werden müssen. Die Gesundheitsämter der Landkreise sollen die Praxis überprüfen. "Das ist kein Generalverdacht gegen Landwirte", sagt Ministeriumssprecher Thomas Spieker. "Nur so können wir die Antibiotikaresistenz eindämmen." Spieker verweist auf die Niederlande, die das sogenannte Screening bereits erfolgreich eingeführt haben.

Verbraucher können sich vor allem auf zwei Arten mit den Keimen aus der Landwirtschaft anstecken. So landen die gefährlichen Erreger wie bei der Ehec-Welle über die Düngung mit Gülle auf dem Feld und damit auf dem Gemüse. Die Keime werden mitgegessen, wenn das Gemüse zuvor nicht gründlich genug gewaschen wurde. Deshalb rät das Bundesamt für Risikobewertung den Verbrauchern, rohes Gemüse keinesfalls ungewaschen zu verzehren.

Zum anderen stellt rohes Fleisch einen Risikofaktor dar. Nach einer Studie des Bundesamtes für Risikobewertung sind bis zu 35 Prozent des Schweinefleisches mit Vorsicht zu genießen. Eine ähnlich hohe Belastungsquote hat das Auftauwasser von Mastgeflügel. Dies geht aus einer niederländischen Studie hervor. Das Bundesamt für Risikobewertung rät Verbrauchern also dringend, eine entsprechene Hygiene in der Küche walten zu lassen und rohes Fleisch vor dem Verzehr gut durchzubraten.



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stimmederwahrheit am 21.05.2013 11:56
Metronom müsste nur in jeden Zug 1 Automaten stellen, der auch wirklich funktioniert. Selbst die BSAG schafft sowas. Aber so schlau ist man in dem ...
stimmederwahrheit am 21.05.2013 11:49
das wundert nicht wirklich. Das kennt man auch vom Grand Prix Eurovision Wettbewerb: Ost Ostblock hält zusammen. Und die Bremen sind starke ...
 
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