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Geschäfts-Bericht: Raiffeisen-Warengenossenschaft zeigt sich mit Umzug an die Westtangente zufrieden Diesel-Tankstelle für 2013 fest im Visier

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Ganderkesee. Bei der Betriebsbesichtigung liegt die Getreideannahme weitgehend verlassen da: Doch das bestimmt 100 Quadratmeter große grobe Rost im Boden lässt erahnen, was hier zur Erntezeit los ist: 150 Tonnen Getreide schafft die Annahme pro Stunde. "Heute konzentriert sich die Getreideernte nur noch auf wenige Tage, wenn Mähdrescher mit großer Schlagkraft auf den Feldern unterwegs sind", erzählt Hugo Lohmann, seit zwei Jahren Geschäftsführer der Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG).

Das ist nur eine der Auswirkungen des Strukturwandels in der Landwirtschaft, den die RWG in vollem Umfang zu spüren bekommt und der nach Ansicht Lohmanns noch keineswegs abgeschlossen ist. So ist etwa auch das Erntevolumen aufgrund des Biogas-Booms in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Trotzdem bleibt die Getreideernte für die RWG wie für die Landwirte ein wichtiges kaufmännisches Instrument. Die Genossenschaft dient dabei nur als Umschlagplatz, denn was die Landwirte im Sommer als Getreide anliefern, nehmen sie im Winter als Mischfutter wieder ab. Dabei gilt das ungeschriebene Gesetz: Wer im Sommer Getreide liefert, bekommt bis Weihnachten das Futter.

Zwar sei der örtliche Wettbewerb sehr viel geringer geworden als noch vor zehn oder 20 Jahren, doch habe sich der Grundsatz "wachsen oder weichen" inzwischen lediglich auf eine andere Schiene verlagert. Was der RWG etwa im Getreideumschlag verloren geht, versucht sie auf anderen Gebieten zu kompensieren. So habe man etwa den Bereich Landmaschinentechnik in den vergangenen 15 Jahren von zwölf auf 40 Mitarbeiter ausgebaut. Sollte auf irgendeinem Hof in der Umgebung einmal die Melktechnik streiken, hält die RWG einen Notdienst aufrecht, der an 365 Tagen im Jahr erreichbar ist.

Einzelhandel wichtiges Standbein

Zweites wichtiges Standbein neben der Landwirtschaft ist der Einzelhandel. Lohmann: "Wenn wir den Einzelhandel nicht frühzeitig ausgebaut hätten, hätten wir schon in den neunziger Jahren Standorte schließen müssen." Mit den alten Räumlichkeiten ist der neue Markt, der sich erneut auf die Geschäftsgebiete Haus, Tier und Garten konzentriert, nicht mehr zu vergleichen. "Aber gegenüber einem Baumarkt sind wir immer noch relativ klein", so Lohmann. Mit der Neueröffnung hat die RWG ihren Standort in Schierbrok, der ebenfalls nicht mehr zeitgemäß war, geschlossen. "Wir haben zwar nicht alle Kunden aus Schierbrok hier herüberretten können, dafür haben wir aber auch viele Neukunden gewonnen", bilanziert der Geschäftsführer.

Ursprünglich hatte die RWG geplant, an der Westtangente eine große Tankstelle mit Shop einzurichten. "Aber die Marktstrukturanalyse hat uns doch sehr nachdenklich gemacht", so Lohmann. So habe man beschlossen, sich auf das Kerngeschäft Diesel zu beschränken. Die Baugenehmigung hat der Geschäftsführer bereits in der Schublade: "Derzeit sind wir gerade dabei, die Investitionen zusammenzutragen. In diesem Jahr wird das sicher nichts mehr, aber 2013 wollen wir das realisieren." Darüber hinaus werde man in diesem Jahr den Verkauf von Weihnachtsbäumen intensivieren, kündigt Lohmann an.

Die Raiffeisen-Warengenossenschaft Hunte-Weser ist das Ergebnis eines fortgeschrittenen Fusionsprozesses. Zu ihr gehören zehn Standorte zwischen Neuenkoop (Berne) und Wildeshausen, die früher alle einmal selbstständige Unternehmen waren. Damit gehört die RWG Hunte-Weser zu den fünf größten Genossenschaften im Weser-Ems-Gebiet. Sie hat 950 Mitglieder (davon 95 Prozent Landwirte) und beschäftigt rund 150 Mitarbeiter. Mit dem Neubau an der Westtangente hat die RWG ihre Zentrale nach Ganderkesee verlegt. Allein hier liefern etwa 275 bis 300 Landwirte ihr Getreide an.



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Leserkommentare
admiral41 am 19.05.2013 16:58
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querdenkerschraegschreiber am 19.05.2013 15:21
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