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Ehrenamt in Lilienthal Bürgerstiftung sucht Hausaufgabenhelfer

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Regina Kuntze übt mit den Kindern alles, was mit Deutsch zusammenhängt und organisiert monatlich einen Kunstworkshop.
Regina Kuntze übt mit den Kindern alles, was mit Deutsch zusammenhängt und organisiert monatlich einen Kunstworkshop.

"3 mal 6 ist?", fragt Gudrun Lübke die Zweitklässlerin vor sich. Die ruft aufgeregt: "Ich weiß es!" und malt mit dem Finger auf die Tischplatte: "Vorne ne eins und hinten ne acht." Lübke will wissen, wie diese Zahl heißt. "18." Weiter geht es in der Sechserreihe und bald lässt sich das Mädchen an die Stuhllehne fallen, verschränkt die Arme und moniert: "Oh man, das ist einfach." Ganz so einfach dann wohl doch nicht. Bei "7 mal 6" grübelt sie "äh, äh" und lächelt Lübke an. Ein ganz normaler Nachmittag im Conrad Naber-Haus, während der Hausaufgabenhilfe der Bürgerstiftung Lilienthal.

Seit 2008 organisiert die Bürgerstiftung diese Hausaufgabenhilfe. Mit unter dieses organisatorische Dach zogen die seinerzeit schon bestehenden Angebote in den Grundschulen Falkenberg und Trupermoor, so die Vorsitzende der Bürgerstiftung, Christa Kolster-Bechmann. Derzeit betreuen 43 Ehrenamtliche 54 Kinder pro Woche – Montag bis Donnerstag von 15 bis 17 Uhr im Conrad Naber-Haus für die Schüler der Schroeterschule, zu anderen Tagen und Zeiten in den Grundschulen Falkenberg, Trupermoor, Seebergen sowie für die weiterführenden Schulen Ganztagsschule und Gymnasium. "Wenn die Kinder hier schon einen Anfang haben und die Unterstützung weiter brauchen, sollten sie die auch bekommen", begründet Kolster-Bechmann diese Hilfe über die Grundschule hinaus. Ihrer Ansicht nach ist es sinnvoll, wenn die Kinder ab der ersten Klasse mit der Hausaufgabenhilfe beginnen und die Vorsitzende der Bürgerstiftung freut sich: "Das Bewusstsein der Eltern wächst, dass ihren Kindern durch die Unterstützung geholfen wird."

Inzwischen fragen häufiger Eltern für die Hausaufgabenhilfe an. Zusätzlich meint Kolster-Bechmann: "Ich kann mir vorstellen, dass noch viel mehr Kinder die Hilfe brauchen." Dafür sucht die Bürgerstiftung weitere Ehrenamtliche und dafür, dass künftig auch Schüler in Frankenburg und Worphausen unterstützt werden können.

Nun muss keiner Lehrer gewesen sein, wer bei den Hausaufgaben helfen will. Das waren laut Kolster-Bechmann die wenigsten im Team. Vielmehr sollten die künftigen Hausaufgabenhelfer Spaß daran haben, Kinder zu unterstützen. Und Geduld sollten sie mitbringen. Alles Weitere lernen die Neuen von den erfahrenen Kollegen, verspricht Kolster-Bechmann, etwa von Regina Kuntze.

Die Borgfelderin unterrichtete "mit viel Begeisterung" 30 Jahre in der Schule, landete nach dem Ausscheiden aus dem Beruf per Zufall bei der Bürgerstiftung, schnupperte rein und ist seit eineinhalb Jahren bei der Hausaufgabenhilfe dabei – "weil wir diesen Bedarf so schreiend spüren für das sinnerfassende Lesen". Alles was mit Deutsch zusammen hängt, übt Kuntze darum mit den Kindern und einmal im Monat organisiert sie einen Kunstworkshop. Auch da sieht sie Nachholbedarf bei den Kindern.

An diesem Nachmittag arbeitet sie eine Treppe höher mit einer Elfjährigen für das bevorstehende Diktat: "Wo gehört denn das h in Frühstück hin", fragt Kuntze. Der Radiergummi des Mädchens rubbelt immer wieder auf dem Papier, bis der Buchstabe endlich am richtigen Platz steht und Kuntze ihren Schützling lobt: "Jetzt haben wir es!" Dann noch ein Satz. Die Drittklässlerin murmelt während sie das Wort "freuen" schreibt: "Tut man, ist ein Verb, das schreibt man klein." Wieder lobt Kuntze lächelnd. Geschafft. Das Mädchen klappt ihr Heft zu und fragt: "Was machen wir jetzt?" Ihr macht es Spaß, in das Haus der Bürgerstiftung zu kommen und zu lernen, erzählt das Mädchen. Seit mehr als einem Jahr tut sie das, aus Kindersicht also gefühlt "sehr lange". Sie ist stolz darauf, dass ihre Noten durch die Hausaufgabenhilfe "viel besser" geworden sind.

Erst seit ungefähr einem halben Jahr kommt die kleine Rechnerin nach der Schule in das Conrad-Naber-Haus. Sie weiß, "hier helfen die mir bei den Hausaufgaben." Mit glücklichem Gesicht erzählt sie, dass sie sich jetzt schon öfter im Unterricht melden kann. Das freut die Vorsitzende der Bürgerstiftung: "Es ist einfach nur schön, dass die Kinder sich wohler fühlen und ein anderes Selbstwertgefühl entwickeln" – aus Kolster-Bechmanns Sicht der Lohn für die Hausaufgabenhelfer. Diese wollen zudem "jedem Kind zeigen, dass es begabt ist – auf seine Weise." Das hilft auf dem Weg durchs Leben, meint Kolster-Bechmann. Sie lächelt. "Was will man mehr, als das junge Menschen entdecken können, was sie können."

Während dessen hüpfen Würfel beim Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel über eine Tischplatte. Am Ende der Hausaufgabenhilfe spielen die Helfer mit den Kindern. Auch darauf freuen sich die Kinder, sagt Kolster-Bechmann. Dann schmunzelt sie. Auch bei einem Strategiespiel lässt sich ganz versteckt auch noch etwas lernen.

Wer die ehrenamtliche Hausaufgabenhilfe verstärken will, erreicht die Bürgerstiftung telefonisch unter 04298/467701 oder kann, so Christa Kolster-Bechmann "einfach vorbeikommen" im Conrad Naber-Haus, Klosterstraße 23, montags bis donnerstags 15 bis 17 Uhr.



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Leserkommentare
tommi24 am 19.06.2013 11:21
Es gäbe diese Möglichkeiten, aber es sind die Hände gebunden, man will es nicht! Warum wohl???
petetete am 19.06.2013 10:20
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