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Reinhard Ose und Beatrice Dolezalek-Lauw zu Gast bei der Frühlingsausstellung der Goldschmiedin Gisela Seliger in Ihlpohl Grashühner aus Metall und bunt bemaltes Glas

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Dieses Mal hatte sich die Goldschmiedin als Gäste den Metallkünstler Reinhard Ose aus Bremen-Vegesack und die Glasmalerin Beatrice Dolezalek-Lauw aus Worpswede eingeladen. Die Arbeiten der beiden Künstler ergänzten sich trotz der Unterschiede in Material und Stil perfekt. Was sie eint, ist die heitere Note. Bei Oses lustigen Hühnern und anderem Getier findet sie einen verschmitzten Ausdruck. Merkwürdige Wesen aus Kupferblech, halb Vogel und halb Echse, entpuppen sich als Eierbecher. In der kleinsten Schale hat ein Wachtel-Ei Platz. Milchig weiße Leuchtkugeln verwandelt er kurzerhand mit dicken Schnäbeln und spitzen Stacheln aus Kupfer in ein Vieh, wie Ose seine Geschöpfe etwas despektierlich nennt.

Die viecherartigen Objekte sind längst eine Art Markenzeichen des 1955 in Gera geborenen Metallgestalters geworden. Nach Lehren als Werkzeugmacher und Silberschmied absolvierte er eine Meisterausbildung als Korpusgürtler. 1986 reiste er aus der damaligen DDR aus, seit 1990 arbeitet Ose als freischaffender Künstler mit eigener Werkstatt in Vegesack.

Bei Gisela Seliger stellte er zum ersten Mal seine Arbeiten vor. Steinböcke und Gemsen stakten da mit langen dünnen Blechbeinen über den Rasen. Auf der Terrasse spieen ein kleiner Frosch-König und sein Thronfolger Wasser. In schweren hohen Metallsäulen streckten beide alle Viere von sich. An ihren zackigen Kronen leuchtete kostbares Blattgold. Fantasiewesen begegneten den Besuchern in Miniatur-Bildern aus geätztem Kupferblech.

Wie kunterbunte Farbkleckse auf dem Rasen wirkten dazu die Teller, Schalen, Kummen und Teelichter von Beatrice Dolezalek-Lauw. Korallenartige Gebilde, Blätter, zierliche Gräser und anderen pflanzliche Strukturen, dem Tierreich entlehnte organische Formen, Streifen, Kreise und Pünktchen zierten Farbgründe in leuchtendem Orange und Gelb, in frischem Grün, Wasserblau und kraftvollem Rot.

Schlichtes Gebrauchsglas verwandelt die Malerin in heiter-verspielt anmutende Unikate. Sie malt mit Emaillen. Mit dem Pinsel trägt Dolezalek-Lauw den farbigen Glaspuder auf und lässt ihn dann bei 560 Grad Celsius im Brennofen auf das Glas aufschmelzen. Ihre Arbeiten kommen nur ein Mal in den Ofen. "Ich arbeite die verschiedenen Farben sehr schnell nass in nass", erklärte die Künstlerin aus Worpswede. Ihre Teller, Gläser und Schalen sind Gebrauchsgegenstände. "Ich wollte nie etwas für die Vitrine machen sondern etwas, das man benutzen kann."

Glasmalerei als "plaisir"

Vor 20 Jahren entdeckte die Künstlerin die Glasmalerei für sich. Bis dahin hatte die in London, Frankfurt und Wien ausgebildete Malerin nur für Bilder zum Pinsel gegriffen. Das Malen auf Leinwand sei oft "sehr anstrengend". Anders die Glasmalerei: "Das ist für mich Freude. Plaisir, wie man in Frankreich sagt." 13 Jahre lebten und arbeiteten die Künstlerin und ihr Mann, der Goldschmied Karl-Wilhelm Lauw, in Südfrankreich. Neben ihrem Atelier betrieben sie eine Galerie. Vier Jahre in Wien folgten. Seit wenigen Monaten ist das Künstlerpaar wieder dort angekommen, von wo aus es vor 17 Jahren in die Ferne aufgebrochen war: in Worpswede.

Die Glasmalerin hatte schon im vergangenen Jahr Arbeiten in Haus und Garten von Gisela Seliger präsentiert. Die Goldschmiedin lädt jedes Frühjahr Künstlerkollegen als Gäste zu einer gemeinsamen Ausstellung nach Ihlpohl ein. Die Gastgeberin präsentierte ihrerseits Unikate aus Gold und Silber, oft kombiniert mit Farbedelsteinen. Turmaline in durchscheinendem Rosé und Grün fügen sich zu einem Collier. Goldplättchen zwischen den Gliedern greifen die kantige Form der Edelsteine auf. Bei einem anderen Collier schillern Spektrolit-Linsen je nach Lichteinfall in Grün, Kupfer und Blau. "Mich fasziniert die Farbenvielfalt der Edelsteine", sagt Gisela Seliger.

Aber auch Gold und Silber pur verwandeln sich unter ihren Händen in Schmückendes. In neuen Arbeiten kombiniert die Goldschmiedin strenge geometrische Formen mit floralen Motiven, die geschlossene Form mit der offenen. In einem quadratischen Silberrahmen winden sich Ranken aus Silber mit Feingold-Auflage. Die unterschiedliche Gestaltung der Materialoberflächen verstärkt den Gegensatz der Formen: Der mit der Feile schraffierte Rahmen kontrastiert mit den glatten Ranken. Für einen Fingerschmuck hat Seliger unterschiedlich große silberne Ringe verlötet. Zusammengefügt ergeben die geometrischen Formen eine Blüte. Eine solche Verwandlung vollzieht die Goldschmiedin auch auf einem Kettenanhänger.



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benbinkle am 16.04.2014 12:24
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mcsar am 16.04.2014 12:08
Danke! Dann sollte der WK-Redakteur (bb?) mal seine Hausaufgaben machen, denn oben ist davon die Rede, Paderborn reagiere "enttäuscht auf den Verlust ...
 
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