
Der ehemalige Lehrer Gerd-Karl Baro hat auf diese Entwicklung reagiert und vor sechs Jahren die Idee eines Grasberger Möbellagers in die Tat umgesetzt. Das Lager gibt gut erhaltene Möbel zu einem günstigen Preis an notleidende Menschen weiter. Auf Dokumente wie einen Hartz-IV-Bescheid oder einen Berechtigungsschein der Sozialbehörde verzichtet das Möbellager dabei bewusst. "Wir wollen keinen bürokratischen Aufwand und gehen davon aus, dass unser Angebot nicht ausgenutzt wird", sagt der Initiator.
Im Übrigen haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein gutes Gespür für die Kundschaft entwickelt. Baro erzählt von einem gewerbsmäßigen Trödler, der sich aus den Beständen des Grasberger Möbellagers günstig, aber am Ende vergeblich, eindecken wollte.
Zuletzt war das Möbellager in einer Halle der ehemaligen Tischlerei Kück an der Speckmannstraße untergebracht. Die Immobilie wurde an einen Grasberger Geschäftsmann verkauft, der die Gebäude umnutzen wird. Deshalb suchten die Ehrenamtlichen nach neuen Stellmöglichkeiten für ihre Möbel und Elektrogeräte. Da kam das Angebot, in Räume des ehemaligen Kaufhauses Stolte gegenüber vom evangelischen Kindergarten an der Speckmannstraße zu ziehen, gerade richtig. Jetzt stehen dem Lager ein größerer Raum sowie drei angrenzende Garagen zur Verfügung. "Wir haben rund 150 Quadratmeter zur Verfügung", freut sich Irmgard Borcherding, die das Projekt seit vier Jahren tatkräftig unterstützt.
Vor Schuldenfalle bewahren
Die Einrichtung will alle Bedürftigen, insbesondere aber junge Familien unterstützen. "Wer kein oder nur ein geringes Einkommen hat, kann sich mit dem nötigen Mobilar versorgen und gerät gar nicht erst in die Schuldenfalle", betont Baro. Gewinne will man dabei nicht erwirtschaften. Aber auch dem Möbellager entstehen Kosten. Die Räume müssen beheizt, Stromrechnungen bezahlt und der Transporter betankt werden. Deshalb ist die Freiwilligeninitiative über finanzielle Unterstützung dankbar. Sowohl die Kirchengemeinde als auch die politische Gemeinde tragen zum Erhalt des Angebots bei.
Genauso wichtig sind aber auch die vielen freiwilligen Spender, die Möbelstücke oder ganze Wohnungseinrichtungen für einen guten Zweck zur Verfügung stellen. Die Spender kommen dabei nicht nur aus Grasberg, sondern auch aus den umliegenden Gemeinden und dem Bremer Stadtrand. Der Bedarf ist offenbar groß. "Wir haben immer gut zu tun", berichten auch Marco Bachmann und Helmut Litschke vom Team.
Das Möbellager wurde vor sechs Jahren von Gerd Baro initiiert. Auslöser war das Schicksal einer jungen Mutter. Die Frau hatte nach familiären Problemen in einer leergeräumten Wohnung vor dem Nichts gestanden. Daraufhin hatte die Diakonie einen Hilferuf gestartet. Bürger haben nicht nur Lebensmittel, sondern auch Möbel gespendet.
Das Möbellager befindet sich nach dem Umzug ins ehemalige Kaufhaus Stolte jetzt unter einem gemeinsamen Dach mit der Kleiderbörse. In der Börse bieten Claudia Wetjen und ihre Helferinnen gute gebrauchte Kleidung an.
Das Möbellager ist mittwochs in der Zeit von 10 bis 12 Uhr oder nach Absprache geöffnet. Informationen unter der Telefonnummer 01520/5680779. Die Kleiderbörse öffnet mittwochs von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr. Auskünfte gibt Claudia Wetjen unter Telefon 04208/919000.








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