
Hinnebeck. Enttäuschung in Hinnebeck. Im Wettstreit der Dörfer mit Zukunft in Niedersachsen ist die Ortschaft raus aus dem Rennen. Für den 24. Landeswettbewerb im September hat sich Hinnebeck nicht qualifizieren können. Von elf teilnehmenden Orten aus der Region Lüneburg hat Hinnebeck im Vorentscheid nicht den Sprung unter die vier Besten geschafft.
Im Dorfgemeinschafthaus und bei einer Fahrt durch die Ortschaft präsentierten die Hinnebecker einer neunköpfigen Bewertungskommission am Donnerstag ihr Dorf, Aktivitäten der Vereine und zukunftsweisende Projekte. Die Jury nahm zahlreiche positive Eindrücke mit und sah nach den Worten von Mitglied Helmut Neiß, der den Niedersächsischen Landkreistag vertrat, durchaus "viele gute Ansätze".
Punkten konnten die Hinnebecker mit ihrem Einsatz für einen Radweg an der Kreisstraße 32. Dass die Bürger dafür über 400 Unterschriften sammelten und bei einem Sternmarsch auf die Straße gingen, das beeindruckte die Jury. "Die Aktionen der Bevölkerung haben uns gut gefallen". Sehr angetan waren die Richter auch von der Jugendarbeit der Feuerwehr. Aufmerksam lauschten sie, als Nachwuchs-Feuerwehrfrau Anna-Lena Mack über Zeltlager, Umweltschutztage und andere Aktivitäten berichtete. Viel Beifall gab es für den "Arztbesuch"-Sketch der "Mondagsplatt"-Theatergruppe der Dorfgemeinschaft.
Bei der Rundfahrt durchs Dorf hinterließ das einheitliche Erscheinungsbild im Neubau-Gebiet einen positiven Eindruck bei der Kommission. Ebenso die Maßnahmen am Friedhof, wo im Zuge der Dorferneuerung vor Jahren Wege und Pforte erneuert wurden. Gerne mehr erfahren hätte die Kommission über den 1773 erbauten Hof von Rahden und den Umgang mit dem Denkmalschutz. "Das ist ein Highlight von Hinnebeck, das ein bisschen unterging. Das hätte man besser verkaufen können", meint Neiß. Unangenehm auf fiel den Wertungsrichtern ein Komplex mit drei Betongaragen an der Dorfstraße. Nostalgische Gefühle weckte ein Abstecher in die 150 Jahre alte Gaststätte "Sandbarger Kroog" mit der 83-jährigen Wirtin Luise Seebeck.
Bei der Präsentation im Dorfgemeinschaftshaus erfuhr die Kommission auch, wie die Hinnebecker ihr Dorf fit für die Zukunft machen wollen. In ihrem Leitbild haben sie auf neun Seiten jede Menge Ideen gesammelt. Dass sich die Dorfbewohner so viele Gedanken über ihren Ort machen, das hat die Jury sehr beeindruckt. Neiß: "Das Leitbild ist eine gute Ausgangslage. Hinnebeck hat viele gute Projekte im Werden. Wenn auch nur ein Teil davon umgesetzt wird, bringt es den Ort gut voran."
Andere Wettbewerbsteilnehmer sind da weiter, haben auf ihrem Weg in die Zukunft mehr vorzuweisen. Dass bei den Hinnbeckern noch viel auf dem Papier steht, war ein Grund, warum es für sie trotz aller Anstrengungen nicht reichte. In den vier Siegerdörfern Bohlsen, Nartum, Ostervesede und Wulmdorf konnte die Kommission mehr umgesetzte Projekte in Augenschein nehmen.
Flömer: Ein bisschen enttäuscht
In Hinnebeck ging die Entscheidung gestern rum wie ein Lauffeuer. Am Morgen hatte Ortsvorsteher Johann Ficken das Ergebnis von der Internetseite des Landkreises Rotenburg abgerufen und gleich den Arbeitskreis informiert. Dass Hinnebeck nicht weitergekommen ist, stimmt Ficken "ein bisschen traurig". Aber: Die Teilnahme an sich habe sich gelohnt. "Durch die Vorbereitung haben wir Anstöße bekommen, was wir verbessern können." Enttäuscht war gestern Christel Rohdenburg, die über die Radweg-Initiative berichtet hatte. Sie spekulierte auf einen vierten Platz. "Die Hoffnung stirbt zuletzt." Andererseits: "Wir haben es doch recht weit gebracht. Das nächste Mal versuchen wir es eben noch mal." Neuer Wettbewerb, neues Glück, so sieht es auch Wolfgang Flömer. Obwohl er "ein bisschen enttäuscht" ist, dass es diesmal nicht geklappt hat.







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