
Die Leiterin des Ritterhuder Ordnungsamtes, Gudrun Laub, hält die Anzahl der Briefwahl-Anträge für beachtlich. "Für einen Bürgerentscheid ist die Beteiligung an der Briefwahl bis jetzt sehr gut", sagt Laub. Bei der vergangenen Kommunalwahl im September 2011 seien insgesamt etwa 870 Stimmen per Briefwahl abgegeben worden. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 48,35 Prozent.
Bis Freitag könnte die Zahl der Briefwähler noch steigen, glaubt sie. "Das Interesse am Bürgerentscheid ist sehr groß. Die Menschen wollen ihr Recht auf ein Direktvotum nutzen", hat Laub in Gesprächen erfahren. Einige, die am Wochenende verreisen wollen, haben vorab die Chance genutzt, ihren Stimmzettel per Post zu erhalten. Eine Abstimmung per Brief ist noch bis Freitag, 15. Juni, 18 Uhr, möglich. Die Leiterin des Ordnungsamtes appelliert an die Ritterhuder Stimmberechtigten: "Nehmen Sie an der Wahl teil."
Am kommenden Sonntag werden in der Hamme-Gemeinde insgesamt neun Wahllokale von 8 bis 18 Uhr geöffnet sein. Im Dorfgemeinschaftshaus in Platjenwerbe werden sogar zwei Abstimmungsräume eingerichtet. "Wir rechnen dort mit einer hohen Wahlbeteiligung", sagt Laub.
Was einige in Ritterhude überraschen dürfte: Das Gelände für den möglichen Sportplatz befindet sich nicht im Ortsteil Platjenwerbe, sondern auf Ihlpohler Areal. Die Gemeinde Ritterhude hat deshalb die Bekanntmachung zum Bürgerentscheid geändert. In der Berichtigung, die am 7. Juni im OSTERHOLZER KREISBLATT abgedruckt wurde, heißt es zu Punkt eins: "Am 17. Juni 2012 findet in der Gemeinde Ihlpohl ein Bürgerentscheid gegen die Errichtung eines Sportplatzes am Heidkamp / Gemarkung Ihlpohl statt." Seit Monaten streiten Befürworten und Gegner der Sportanlage, ob der Platz in Ihlpohl oder Platjenwerbe liegt – jetzt scheint diese Frage geklärt zu sein.
Sportplatz für den Außenbereich
Jürgen Ahlers, Vorsitzender der Bürgerfraktion und Befürworter eines neuen Sportplatzes, ist diese Tatsache bekannt. "Das war schon immer so", sagt er. In Sachen "Sportplatz" gebe es ohnehin keinen Unterschied zwischen Platjenwerbe und Ihlpohl. "Es gibt nur Ritterhude", stellt Ahlers klar. Seine Forderung lautet: "Wir brauchen einen Sportplatz für den Außenbereich." Und der könnte nach Willen der Befürworter auf dem Gelände am Heidkamp entstehen. Ahlers erkennt im geplanten Vorhaben einen "echten Mehrgenerationenplatz für Jung und Alt". Dass der erklärte Gegner der Sportanlage, Hans-Jürgen Rabenstein, Flugblätter zum Thema im Namen des Seniorenbeirats unterschreibt, ärgert ihn und andere Platjenwerber. Selbst im Seniorenbeirat widersprächen Bürger dieser Praxis, weiß Ahlers. "Das ist einfach nicht fair."
Hans-Jürgen Rabenstein, Vorsitzender des Gremiums und Mitinitiator des Bürgerbegehrens, hält das für korrekt. "Eine Mehrheit hat erst neulich bei der Mitglieder-Versammlung des Seniorenbeirats dafür gestimmt, den Sportplatz öffentlich abzulehnen." Ein Grund sei die Finanznotlage der Gemeinde, die mit 50 Millionen Euro verschuldet ist. Zudem sei eine Finanzierung des Sportplatzes Steuerverschwendung. Der Bau einer Sportanlage am Heidkamp ziehe das Geld an anderer Stelle ab. Der geplante Sportplatz für voraussichtlich 2,4 Millionen Euro sei ein Millionengrab. Victor Buchterkirche denkt genauso. Er appelliert an die Ritterhuder Bürger: "Gehen sie am Sonntag wählen und stimmen sie mit ,Ja’ für das Bürgerbegehren und damit gegen den Bau des Sportplatzes."








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