Unter der Internetadresse www.unser-worpswede.de startete die Initiative die Online-Umfrage am Sonntag, 4. März, um 8 Uhr morgens. Abgeschlossen werden sollte sie um Mittwoch, 14. März. Am Tag darauf wollten die Mitglieder der Initiative das Ergebnis an Bürgermeister Stefan Schwenke übergeben, bei der Bürgerversammlung, die am Donnerstag, 15. März, um 19.30 Uhr im Rathaus beginnt. Daraus wird nichts.
Drei Tage lang, bis zum Abend des 6. März, sei die Befragung ordnungsgemäß gelaufen, betont Rico Schweter. Da lagen die Kreiselgegner mit 92 zu 78 Stimmen in Führung. Das änderte sich zwischen 20.49 und 21.37 Uhr: In den 48 Minuten stieg die Zahl der Kreiselbefürworter von 78 auf 142.
Rico Schweter kam das spanisch vor. Er überprüfte die IP-Adressen der Menschen, die sich an der anonymen Internetumfrage beteiligt hatten. Nach eigenen Angaben hatte der IT-Experte ein zweifaches Sicherheitssystem installiert. So konnten die Teilnehmer mit ihrem Computer und dessen IP-Adresse nur einmal abstimmen, beim zweiten Versuch wurde die IP-Adresse gesperrt. Auch wurden die IP-Adressen der Teilnehmer gespeichert, ebenso die "Cookies", eine Art Lesezeichen, die beim Besuch einer Internetseite gesetzt und gespeichert werden.
Offenbar hätten Umfrageteilnehmer ihren Router ausgeschaltet und ihre Cookie-Dateien gelöscht, um das Sicherheitssystem zum umgehen, erklärt Andreas Rico Schweter. Wenn der Router fürs Netzwerk aus- und wieder eingeschaltet werde, bekomme der Teilnehmer eine neue IP-Adresse. "Dabei bleiben die beiden ersten der vier Zahlenblöcke in der Regel stehen, die beiden hinteren ändern sich." Der Computerspezialist überprüfte die Protokolle mit den IP-Nummern und sah seinen Verdacht bestätigt. Mindestens drei Umfrageteilnehmer hätten manipuliert und 16- bis 25-mal abgestimmt. "Zum Teil lagen nur 30 Sekunden dazwischen", sagt Andreas Rico Schweter. "Für mich als Sicherheitsexperten ist das eindeutig."








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