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Beatrice Dolezalek-Lauw und Karl-Wilhelm Lauw zeigen Glasmalerei und Schmuck Leuchtende Farben im Atelier

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Tierisch geht es auch auf dem großen Tisch zu, auf dem sich dicht an dicht edel anmutende Colliers präsentieren. Handgeschnitzt und mit Farblack versehen, sind Nashörner und Wildschweine, Kühe, Hir-sche, Schafe und Kamele en miniature die Hingucker. Blattgold, partiell aufgetragen, veredelt sie und korrespondiert mit den gülden schimmernden Halsbändern, die in ihrem ersten Leben Gitarrenstrings waren. Spielerisch geht der Goldschmied Karl Wilhelm-Lauw mit dem Thema Collier um und verleiht ihm eine sehr persönliche Note.

Aus dem kleinen Anbau leuchten intensiv Farben in den Wohnraum hinein und ziehen den Besucher an. In Vitrinen stehen farbig gestaltete Teller und Schalen, Vasen, und Windlichter aus Glas; ebenso vielerlei Trinkgläser. Elektrische Spots oder Kerzenlicht verstärken ihre Leuchtkraft. Es ist die Domäne von Beatrice Dolezalek-Lauw. Mit dem Pinsel trägt sie den farbigen Glaspuder, der auch Email genannt und in Essigwasser angerührt wird, auf den gläsernen Malgrund auf. Im Ofen bei 580 Grad Celsius verschmilzt die Farbmasse mit dem Glasgrund. Es ist eine nicht alltägliche Form von Malerei, mit der die Künstlerin schlichtes Gebrauchsglas schmückt. So verwandeln sich die Teller, Schalen, Gläser, Leuchter und Windlichter unter ihren Händen in Unikate, die benutzt werden können.

Schon vor gut 20 Jahren entdeckte die in London, Frankfurt und Wien ausgebildete Malerin diese kunsthandwerkliche Nische für sich. Und das in Worpswede, denn bereits in den 1980er Jahren lebte und arbeitete das Ehepaar im Künstlerdorf.

In den Süden Frankreichs gezogen

Dann verlegte es seinen Lebens- und Arbeitsort in den Süden Frankreichs, wo Beatrice Dolezalek-Lauw die Glasmalerei ausbaute. Gestaltete Trinkgläser inSie habe, was die Trinkgläser betreffe, jährlich 2000 gestaltete Sektgläser verkauft, berichtet sie. Dass diese Trinkgläser in Frankreich begehrt sind, steht außer Frage und dass die Exemplare mit der Handschrift Dolezalek-Lauws beliebt waren, ist nachvollziehbar. Denn nicht nur die Leuchtkraft der Farben, sondern auch die geometrischen oder der Fauna und Flora entlehnten Formen, mit lockerem Duktus aufgetragen, haben ihren ganz eigenen Reiz. Mit diesen farbigen Glasarbeiten beteiligte sie sich an der Gemeinschaftsausstellung Objet d' Art im Pariser Louvre, wobei Ihr Beitrag der einzige aus dem kunsthandwerklichen Be-reich war. Auch Einzel- und Gruppenpräsentationen auf der Art Basel und in den Kunstsalons von Paris, Toulouse, Grenoble und Nîmes stehen auf ihrer Ausstellungsliste.

Die Wirtschaftskrise machte sich letztendlich aber auch bei der Nachfrage nach ihren Arbeiten bemerkbar. Zudem sei das Leben in Frankreich teuer, und auch die soziale Einbindung gestalte sich in anderen nationalen Kontexten schwieriger als angenommen, stellt Beatrice Dolezalek-Lauw rückblickend fest. So kam das Ehepaar schließlich über Österreich zurück nach Worpswede. "Jetzt war es Zeit, zurück zu kommen". Doch missen möchten beide die 20 Jahre im Ausland, die ihnen wichtige Erfahrungen bescherten, nicht. Durch die Kater Pudel und Pompom, beide echte Franzosen, und den Österreicher Mori werden sie diesem Lebensabschnitt ohnehin noch eine Zeitlang verbunden bleiben.

Die kleine Ausstellung ist auch am kommenden Sonntag, 12. Dezember, von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Beide Künstler würden sich über den Besuch alter und neuer Freunde und Bekannter freuen, um bei Glühwein, Kaffee und Tee den dritten Advent und ihre Rückkehr zu feiern.



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