
" Für interessierte Firmen sei das eine lange Zeit. Interessenten gibt es allerdings schon. Eines ist ihm wichtig: Wenn die Bundeswehr die Stadt im Landkreis Osterholz verlässt, dann bitte ganz. Den Übungsplatz weiter zu nutzen, wäre aus seiner Sicht ein großer Nachteil für die Ansiedlung von Unternehmen auf dem freiwerdenden Kasernengelände.
"Militärischer Sicherheitsbereich, Unbefugtes Betreten verboten! Vorsicht Schusswaffengebrauch!" steht auf dem Schild neben dem Haupteingang zur Lützow-Kaserne, die außerhalb vom Ortskern liegt. Es hängt an einer etwa zwei Meter hohen Mauer aus Backsteinen mit Stacheldrahtzaun darauf. Die Straße "An der Kaserne" führt durch ein kleines Wäldchen und besteht aus großen Betonplatten. Etwa einen Kilometer vom Haupteingang entfernt verwehrt eine Schranke die Weiterfahrt in Richtung des Nachbarorts.
Das Ehepaar Dröscher wohnt seit 1964 in der Straße "An der Kaserne". Ihr Garten grenzt direkt an das Militärgelände, das nun geschlossen wird. Vom Militär in der Nachbarschaft fühlen sie sich nicht gestört - im Gegenteil. Jürgen Dröscher glaubt, dass die uniformierten Nachbarn gut für die Sicherheit sind: "Bei uns wurde in den ganzen Jahren nie eingebrochen, wenn die Truppe jetzt bald weg ist, werden die Ganoven vielleicht auch hier mutiger", befürchtet er. Außerdem halte die Bundeswehr die Straße und die Grünstreifen in Ordnung.
Wirtin Edelgard von Twistern-Strunck betreibt einen kleinen Imbiss und ein Restaurant, etwa 500 Meter vom Eingang der Kaserne entfernt. Ihre Hauptkundschaft seien aber nicht die Soldaten. "Die wenigsten von denen wohnen in Schwanewede, und es bringt kaum noch jemand seine Familie mit hier her", sagt sie. Die Kasernenschließung sieht sie nicht negativ: "Vielleicht siedeln sich auf dem Gelände dann mehr Firmen an, und vielleicht muss man dann auch nicht immer über die Umgehungsstraße in den Nachbarort fahren."
Anwohnerin Claudia Martin kann der Schließung der Lützow-Kaserne nichts Positives abgewinnen. Ihr Mann arbeitet dort an der Wache. "Er muss jetzt wohl an einen anderen Standort, wenn in der Nähe mal eine Stelle frei wird", sagt sie.
Geschäftliche Einbußen befürchtet Bäckerei-Mitarbeiterin Margarete Jelen: "Die Soldaten kamen oft gleich mit zehn, zwölf Mann, und die haben ordentlich Hunger mitgebracht." Seit zwölf Jahren arbeitet die gebürtige Bayerin am neu gestalteten, blumenverzierten Marktplatz von Schwanewede. "Auch für mich als Zugezogene sind die Soldaten hier nicht wegzudenken. Das ist immer eine ganz besondere Atmosphäre, denn die Jungs bringen Leben ins Haus", meint sie.
Damit wird es wohl bald vorbei sein, schon jetzt schlendern nur noch vereinzelt Soldaten über das Gelände der 1958 eröffneten Lützow-Kaserne. (dpa)







Niederschlagswahrscheinlichkeit: 
Noch nicht registriert? Jetzt kostenlos registrieren »