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Bundesanstalt für Immobilienaufgaben soll Gebäude übernehmen und verkaufen / Pächter möchte Haus erwerben Ungewisse Zukunft für das Soldatenheim

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Die Tage des Soldatenheims sind gezählt. Der Pächter hat Interesse, das Haus nach Abzug der Bundeswehr zu übernehmen. GK
Die Tage des Soldatenheims sind gezählt. Der Pächter hat Interesse, das Haus nach Abzug der Bundeswehr zu übernehmen. GKE·

Schwanewede. Zum Herbst 2015 will die Bundeswehr Schwanewede den Rücken kehren. Wenn die Soldaten gehen, wird auch ein Soldatenheim überflüssig. Die Tage von "Haus Schwanenberg" an der Danziger Straße sind gezählt. Nach 46 Jahren steht dem Soldatenheim mit dem Hotel-Restaurant "Lagune" und dem ehemaligen Kinosaal das Schicksal bevor, das auch die Lützow-Kaserne erwartet: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) soll das Haus meistbietend verkaufen.

"Das Objekt geht in das Vermögen des Bundes über. Die Bima als neue Eigentümerin wird dann versuchen, es am Markt zu veräußern", sagt Andreas Böttner von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung (EAS). Die EAS betreibt seit 1966 das Soldatenheim in Schwanewede, als eines von derzeit noch 14 Häusern an Bundeswehr-Standorten in Deutschland. Wann das Schwaneweder Haus der Bima übergeben wird, steht laut Böttner noch nicht fest. "Wir werden aber noch im Laufe dieses Jahres Kontakt mit der Bima aufnehmen", so der für Betriebsberatung und Bauwesen zuständige EAS-Mitarbeiter.

Ist das Soldatenheim erstmal in den Händen der Bima, entscheidet sie, an wen verkauft wird. "Wir können der Bima Empfehlungen machen, aber wirklich beeinflussen können wir den Verkauf nicht", sagt Böttner. Einen Kaufinteressenten aus den eigenen Reihen gibt es schon. Josef Franke ist seit fünf Jahren Pächter des Soldatenheims in Schwanewede. Er würde das Haus gerne übernehmen, um das Hotel-Restaurant und den früheren Kinosaal weiterzuführen. Das Geschäft läuft nach seinen Worten gut. "Der Hotelbetrieb ist zu fast 100 Prozent ausgelastet." Vor allem Handwerker und Geschäftsleute nächtigen an der Danziger Straße in fünf Doppel-und acht Einzelzimmern.

Aus dem Haus lässt sich noch mehr machen, ist Franke überzeugt. Die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten übersteige schon heute das Angebot. "Wir könnten mindestens zehn Zimmer mehr gebrauchen." Im Obergeschoss stehen zwar 14 Räume leer. Doch die müssten erst saniert werden. Franke hat nach eigenen Angaben fertige Pläne und Kostenvoranschläge in der Schublade. Der Wehrbereichsverwaltung in Hannover habe er seinen Wunsch vor einiger Zeit schon vorgetragen. "Die haben aber abgelehnt." Als Eigentümer könnte er seinen Traum verwirklichen, hofft der Pächter.

14 Kegelgruppen schieben auf der Doppelbahn im Soldatenheim die Kugel. Hochzeiten, runde Geburtstage und Trauergesellschaften füllen das Haus. "Das Bankettgeschäft läuft gut." Im kleinen Saal tagen Vereine und Parteien. Selbst den alten Kinosaal, dem 2005 schon das Aus drohte, hat Franke zu neuem Leben erweckt. Jeden ersten Freitag im Monat wird hier Bingo gespielt. Plattdeutsche Theatergruppen gastieren auf der Bühne, die Waldschule Schwanewede nutzt den Saal mit 320 Plätzen für Theater- und Musicalaufführungen. "Letzten Monat war das Tanzstudio Nord an drei Tagen zu Aufführungen mit 150 Kindern im Haus."

Soldaten kommen immer seltener ins "Haus Schwanenberg". Früher begrüßte die Bundeswehr im Kinosaal alle Vierteljahre neue Rekruten. Das ist längst vorbei. Ab und an nutzt die Truppe den Saal noch für politische Bildungsseminare. Auch im Lokal ließen sich heute immer weniger Soldaten blicken, stellt Franke fest. "Dass einer hier mit anderen sein Bier trinkt, ist selten geworden." Er schiebt es auch auf das geänderte Freizeitverhalten. Weil der Betrieb auch ohne Soldaten läuft, sieht Franke für das Haus eine Zukunft. "Schwanewede braucht das Haus als Treffpunkt und für kulturelle Veranstaltungen."

EAS-Hauptgeschäftsführer Rolf Hartmann hat er seinen Übernahme-Wunsch schon vorgetragen, als der das Haus in Schwanewede vor einiger Zeit besuchte. Bei der EAS steht Franke in einem gutem Ruf. "Die Zusammenarbeit war immer gut, ohne Spannungen", sagt Andreas Böttner. Die EAS könne dem Pächter Hilfe anbieten und ihm Ansprechpartner bei der Bima vermitteln.

Franke setzt auch auf Unterstützung von Bürgermeister Harald Stehnken, dem er sein Anliegen in Kürze vortragen will. Stehnken soll bei Verteidigungsstaatssekretär Thomas Kossendey ein gutes Wort für den Pächter einlegen.

Ungewisse Zukunft für das Soldatenheim

Bundesanstalt für Immobilienaufgaben soll Gebäude übernehmen und verkaufen / Pächter möchte Haus erwerben

Zitat:

"Der Hotelbetrieb

ist zu fast 100 Prozent

ausgelastet."

Josef Franke, Pächter



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querdenkerschraegschreiber am 19.05.2013 15:21
Danke für die Information. Allerdings gibt es weder eine "Anschlußstelle Farge" (die gabs früher mal, als die Verlängerung als B 74 nach Farge noch ...
altwaller am 19.05.2013 15:14
.....
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