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Genossenschaft entwickelt gemeindeübergreifendes Bürgerwindpark-Projekt Bessere Karten dank Teamarbeit

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Georg Gerken

setzt auf Windstrom. Der Landwirt aus Breddorf ist einer von vier Bauern, die an einem Konzept für einen Bürgerwindpark feilen. Seine drei Mitstreiter kommen nicht aus seinem Heimatort, sondern aus Hepstedt und Tarmstedt. Alle drei Gemeinden liegen in einem großen Gebiet westlich der Geestkante, das als Fläche für Windenergie theoretisch in Betracht kommt.

Seitdem der Landkreis Rotenburg angekündigt hat, mehr Vorrangstandorte für Windkraftanlagen ausweisen zu wollen, stehen überall Grundstückseigentümer und Investoren in den Startlöchern. Die Gemeinde Vorwerk hat sich bereits für ein 67 Hektar großes Areal in der Wüllenheide ausgesprochen. Hinter dem Vorhaben steht das Landvolk und die emsländische Firma Agro & Wea.

Sie kooperiert auch mit Landwirt Georg Gerken und seinen Mitstreitern Klaus Detjen, Jürgen Blanken und Christoph Otten. Die Beteiligten gründeten eine Genossenschaft. Sie heißt „THB West“, die Buchstaben stehen für die drei Orte, die vier Landwirte agieren als Geschäftsführer. Die Idee, gemeinsame Sache zu machen, sei zusammen entwickelt worden, erzählt Gerken. Für Agro & Wea sei es das erste Mal, dass sie ein Bürgerwindpark-Projekt gemeindeübergreifend realisieren wolle, sagt Natalie Ruf, die bei ihrer Firma für die Projektleitung zuständig ist. Die Vorteile lägen auf der Hand. „So vermeiden wir ein Hauen und Stechen der drei Gemeinden, die alle einen Windpark wollen.“ Nicht jede einzelne gebe beim Landkreis eine Stellungnahme ab, sondern alle zusammen. Gemeinsam sei man stärker, die Geschlossenheit erhöhe die Chance, dass irgendwo in dem großen Gebiet zwischen den drei Orten ein Windpark hinkomme. Georg Gerken ist überzeugt von der Idee: „Egal wo die Anlagen letztlich stehen, alle Grundstückseigentümer in der Genossenschaft werden profitieren.“ Auch die Steuereinnahmen würden unter den drei Gemeinden aufgeteilt. Schließlich würden ja die Anlagen auch in den Nachbarorten zu sehen sein. „Wenn wir alles teilen, wird zwar keiner reich, aber es ist gerechter, weil jeder ein Stück vom Kuchen abbekommt.“

Aber noch steht das Projekt ganz am Anfang. Projektmanagerin Natalie Ruf, Georg Gerken und ihre Mitstreiter hoffen nun, dass die meisten der 259 Grundstückseigentümer, die eine Fläche in dem anvisierten 2300 Hektar großen Gebiet besitzen, in die Genossenschaft eintreten. „Die Leute sollen mit Bedacht entscheiden“, betont Juristin Ruf. Auf mehreren gut besuchten Veranstaltungen wurden sie über das Vorhaben informiert. Mit ihnen würde das Planungsbüro Agro & Wea, das inzwischen eine Niederlassung in der Kreisstadt Rotenburg hat, keine Pachtverträge abschließen. In einer GmbH gehören den Grundstückseignern 54 Prozent der Anteile; auch andere Bürger können sich beteiligen. Es gibt zudem Überlegungen, Rhadereistedt mit ins Boot zu holen. Das gleiche Beteiligungsmodell ist für die Bürgerwindpark-Gesellschaft Vorwerk-Dipshorn geplant. Agro & WEA würde 38 Prozent besitzen, der Zevener Kreisverband des Landvolks acht Prozent.

Wie viele Windspargel gebaut werden, lasse sich noch nicht sagen, so Ruf. „Das hängt davon ab, welche Fläche der Landkreis ausweist, wie groß sie ist und wie sie geschnitten ist.“ Auf einem Areal von 50 Hektar etwa könnten zwei bis drei Anlagen entstehen. Momentan favorisiert Agro & Wea das Enercon-Modell D101, mit einer Narbenhöhe von 135 Metern und einem Rotor-Durchmesser von 101 Metern. Infrage käme auch die neuere Variante mit einem Rotoren-Durchmesser von 115 Metern.

Über die „Bürgerwindpark THB West GbR“ werden Besucher der nächsten Breddorfer Ratssitzung informiert. Die Politiker tagen öffentlich am Montag, 30. September, um 20 Uhr im Hanstedter Dorfgemeinschaftshaus.



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Leserkommentare
aquinatus am 25.07.2014 22:21
@Zickzack

Ob es im Folgenden um Parteipolitik geht?



mMn nicht, vielmehr gibt er etwas zu bedenken, was ...
aquinatus am 25.07.2014 21:55
@peteris



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