
Wilstedt. 22 Tischdecken wurden für das erste Wilstedter Bürgerfrühstück verkauft, berichtete Conrad Bölicke, stellvertretender Vorsitzender der Bürgerstiftung Wilstedt. An mit grünen Tischdecken gedeckten Tischen fanden sich in Wilstedts Mitte auf diese Weise rein rechnerisch 176 Frühstücksgäste ein, die der freundlichen Einladung der Bürgerstiftung zu einem sonntäglichen Frühstück folgten. Gesellig, gemeinsam und ungezwungen lautete das Motto des ersten öffentlichen Frühstücks, dessen Ziel es war, das "Wir-Gefühl" im Dorf zu stärken. Trotzdem waren nicht alle Tische besetzt, den einen oder anderen schreckte vermutlich doch das wechselhafte Wetter. "Es regnet nicht", entschied allerdings Conrad Bölicke frohen Mutes, denn ein Alternativprogramm mit Ausweichquartier war für diesen Fall nicht vorgesehen.
Finanzielle Hemmschwelle
Mit 40 Euro für acht Personen war man dabei, ein Preis, der nicht für jeden Wilstedter erschwinglich war. So kamen zum ersten Wilstedter Bürgerfrühstück Erwachsene mittleren Alters ohne Kinder. Es waren Nachbarschaftsgemeinschaften, Kegelclub, Fahrradgruppe oder die Landfrauen, die die Gelegenheit nutzten, an diesem Sonntag in großer Runde gemeinsam zu frühstücken. Irritationen gab es im Vorfeld über den Preis von 40 Euro pro Tisch, für den man nichts bekommt, berichtete Bölicke. Für Familien und Geringverdiener stellte dieser Betrag nach den Erfahrungen, die beim Bürgerfrühstück gesammelt wurden, scheinbar eine zu große finanzielle Belastung dar.
Geplant ist, mit dem Erlös aus dem Tischdeckenverkauf, den Fußbodenbelag der Turnhalle des MTV mitzufinanzieren. Der Benefizcharakter der Veranstaltung und das damit verbundene Anliegen der Bürgerstiftung erschloss sich allerdings auf den ersten Blick nicht allen Wilstedtern. "Es wird zwei bis drei Jahre dauern, bis das allen klar ist", so Conrad Bölicke. Mit humorvollen Darbietungen unterhielt Ecki, der Zauberer, die Gäste, Tischmusik spielte die "Cooking Feet Bigband" aus Tarmstedt.
Für die Frühstücksgäste in der Ortsmitte stellte die Höhe des Betrages kein Problem dar. "Sonst bringt es doch nichts", sagte Ulrike Immig am Tisch des Praxisteams von Traugott und Ulrike Riedesel. Fünf Euro einmal im Jahr seien nicht viel, um nette Leute zu treffen, davon war auch Claudia Bruns überzeugt. Auch die "Pfingstradler" sahen den guten Zweck im Vordergrund. Sie machten aus diesem Sonntag einen Genusstag, der mit einem gemeinsamen Frühstück begann und mit einer Radtour zum Eisessen fortgeführt wurde.
Andere Wilstedter kennen zu lernen war nicht das Anliegen der Frühstücksgäste Auf dem Brink. "Alle sind aus dem Dorf, man kennt sich ja und kann sich daher an jeden Tisch setzen", erklärte Anita Buhrandt. Statt zum traditionellen Spargelessen lud Helmut Mojen, Mitinitiator und Vorsitzender der Bürgerstiftung, seine Freunde zum Frühstücken unter freiem Himmel ein. Er steuerte die Tischdecke bei, die Freunde deckten üppig den Tisch. Blumen standen fast auf jedem Tisch wie auch Erdbeeren und jede Menge Frisches und Gesundes. "So frühstücken wir sonntags auch zu Hause", war die Aussage der Wilstedter Bürgerfrühstücker. Über das Format und die Größe der Tischdecke wie auch über die Zusammensetzung der Gäste wird im Rahmen einer Nachbesprechung noch einmal nachgedacht, versicherte Helmut Mojen. "Die erste Veranstaltung ist immer mit einem kleinen Risiko behaftet", meinte er. Es gibt im kommenden Jahr eine Wiederholung der Veranstaltung, versicherte der Vorsitzende der Bürgerstiftung, denn die Resonanz auf das Angebot war ausgesprochen gut.







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