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Erika Pluhar in Sottrum: Lesung und charmante Plauderstunde mit einer beeindruckenden Persönlichkeit Keine Angst mehr vor dem Publikum

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Sottrum. Es war ein großer Kulturabend in die Samtgemeinde, der sich im gläsernen und voll besetzten Ausstellungsraum des Autohauses Hesse am Donnerstag ereignete. In einer gemeinsamen Aktion der Hellweger Filmemacherin Heide Nullmeyer, die seit Jahren mit Erika Pluhar befreundet ist, der Buchhandlung van der Pütten sowie den Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises und der Gemeinde Marianne Schmidt und Ursula Baake war es gelungen, die international anerkannte Schauspielerin in die Samtgemeinde zu holen. Die vielen Besucher dürften ihr Kommen kaum bereut haben. Fast zweieinhalb Stunden las Erika Pluhar nicht nur aus ihrem Buch, sondern plauderte vor allem in einer Art öffentlichem Interview mit Heide Nullmeyer über ihr Leben. Gleichzeitig gab es Autogramme für die Fans.

Dass die heute 73 Jahre alte Schauspielerin, die im vorigen Jahr noch mit Bruno Ganz in dem Kinofilm "Das Ende ist mein Anfang" vor der Kamera stand, nichts von ihrer Ausstrahlung eingebüßt hat, bewies der Abend zur Genüge. Die Kapitel aus ihrem Buch "Im Schatten der Zeit" wurden durch die szenische Lesung mit verstellten Stimmen lebendig.

"Anna kam am 3. Dezember 1909 in Wien zur Welt und war die zweitälteste der vier Töchter des Glasmalermeisters Franz Goetzer." Lakonisch beginnt der neue Roman von Erika Pluhar. Er erzählt das Leben einer künstlerisch hochbegabten Frau, die zwischen den Weltkriegen an der Wiener Kunstakademie studiert und von einem selbstbestimmten Leben träumt. Doch Annas Auswanderung nach Brasilien, ihre Ehe und vor allem der aufkeimende Nationalsozialismus verhindern für lange Zeit diesen Traum. Einfühlsam beschreibt Pluhar die Hoffnungen, Sehnsüchte und Ängste ihrer Mutter Anna, die im Jahrhundert politischer Extreme aufwächst. Österreich, Brasilien, Deutschland und Polen sind die Stationen ihres Lebens, das einen unerwarteten Verlauf nimmt.

Mindestens ebenso interessant wie die Lesung war allerdings das Gespräch der Filmemacherin Heide Nullmeyer mit Erika Pluhar. Beide kennen sich aus Dreharbeiten früherer Tage. Heide Nullmeyer hatte für die ARD mehrere Filmportraits über die Schauspielerin gedreht, seither ist man befreundet und besucht sich gegenseitig.

Seelenverwandtschaft

"Wir fühlen eine Seelenverwandschaft", sagte Nullmeyer. Vor der Lesung war Erika Pluhar in ihrem Hause zu Gast, gemeinsam freute man sich über Fotoaufnahmen der Dreharbeiten vergangener Tage. Im Rahmen der Lesung am Abend sprach Heide Nullmeyer mit Erika Pluhar über Krisen, das Alter, über Erfolg und Niederlagen und unterstrich einzelne Lebensabschnitte des Gastes mit Chansons der Pluhar von der CD.

Die beeindruckenden und lyrischen Texte ihrer Lieder verfasst die Künstlerin "als gelebte Erfahrung" selbst. Sie sang sie zur Freude des Publikums – ohne Mikro – am Lesepult mit. Durch das Interview und die Liedpassagen entstand vor den Zuhörern das Bild einer Frau, die nicht nur ein bewegtes Leben führt, sondern auch nach privaten und persönlichen Abstürzen immer wieder aufgestanden ist. Erika Pluhar hat nicht nur zwei gescheiterte Ehen – unter anderem mit André Heller – hinter sich, sondern verlor obendrein ihre Tochter Anna, die im Alter von erst 37 Jahren starb. Demgegenüber steht eine berufliche Karriere als Star des Wiener Burgtheaters. Hier gehörte Pluhar 40 Jahre zum Ensemble, spielte alle großen Rollen, die es zu besetzen gab und drehte obendrein etliche Filme. Nach ihrem Abschied vom Theater ging sie mit Chansons auf Tournee und verfasste mehrere Romane. In Österreich ist sie außerdem politisch engagiert und nach eigenem Bekunden wegen ihrer kritischen Haltung in vielen Fragen ein "Aggressionsobjekt für Rechte". Zu ihrem Abschied von der Theaterbühne sagt sie, dass sie "irgendwann einmal keine Rolle mehr spielen wollte." "Ich wollte nicht mehr der Kasperl sein", so Erika Pluhar. Natürlich nutze sie heute ihre Profession, um sich bei ihren Lesungen und Chanson-Abenden unverstellt dem Publikum zu präsentieren. "Ich habe keine Angst mehr vor den Menschen – jeder Abend, auch dieser hier in Sottrum ist neu für mich, warum soll ich mich da fürchten?", fragt Erika Pluhar. Dazu gab es in der Tat in Sottrum auch überhaupt keinen Grund.

Das Publikum war begeistert vom Auftritt der charmanten Wienerin und dankte für den Abend mit langanhaltendem Applaus.



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Leserkommentare
calcetin am 18.05.2013 14:59
Stimmt, der Stern ist einfach viel zu unübersichtlich, dazu dann noch die, notwendige, Ampel für Bus und Bahn. Nicht ganz so weit weg haben wir ja ...
RogerT am 18.05.2013 13:53
Wenn ich so sehe, wie die Radfahrer, gerade im Viertel, kamikazemäßig unterwegs sind, wundert es mich ehrlich gesagt, dass hier nicht mehr Unfälle ...
 
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