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Aufzuchtstation an der Oste? Umweltminister ehrt Stör-Retter

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Insgesamt ein Drittel der seit 2008 in das gesamte Elbesystem entlassenen Setzlinge aus französischer Nachzucht war für die Oste bestimmt, resümierte Jörn Gessner von der Gesellschaft zur Rettung des Störs, der den UN-Preis entgegennahm. Der längste Nebenfluss der Niederelbe, in dem um die Jahrtausendwende bereits die Wiedereinbürgerung des Lachses gelungen war, gilt wegen seiner Wasserqualität, seiner Gewässerstruktur und des Engagements der Oste-Anrainer als besonders geeignet als Stör-Habitat, heißt es in einer Pressemitteilung.

Mit Urkunden als Projektpartner geehrt wurden rund ein Dutzend Vertreter von Artenschutz und Sportfischerei aus dem gesamten Einzugsbereich der Elbe, darunter vom Unterlauf Jens-Uwe Lützen (Itzehoe) sowie Jochen Bölsche, Vorsitzender der gemeinnützigen Arbeitsgemeinschaft Osteland, und Wolfgang Schütz von deren Fachgruppe Wanderfische (beide Osten).

Die international beachtete Rettung des extrem bedrohten Europäischen Störs sei „vergleichbar mit dem Schutz von Tiger und Nashorn“, betonte in seiner Festrede Professor Klement Trockner vom Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Der Kampf gegen den „weitgehend irreversiblen“ Rückgang der Artenvielfalt sei eine der großen Herausforderungen der Menschheit. Insbesondere zur Rettung des Störs mit seiner Generationsdauer von zwölf bis 16 Jahren bedürfe es „verlässlicher regionaler Partner mit langem Atem und dem nötigen Feuer“.

Die derzeit auch von der EU angestrebte „Wiederherstellung der Durchwanderbarkeit“ – also der Ersatz von Wehrrelikten und anderen Barrieren durch Fischtreppen und Umgehungsgerinnsel an Elbe, Havel, Oste und deren Zuflüssen – nütze nicht nur dem Europäischen Stör, hob Elsa Nickel vom Bundesumweltministerium hervor. Was den Bestand des Störs stütze, komme auch vielen anderen Arten und letztlich der gesamten Flussfauna und -flora zugute.

Als „vorbildliches Beispiel für eine sehr gut begleitete Wiedereinbürgerung“ bezeichnete Henning von Nordheim vom Bundesamt für Naturschutz das Stör-Projekt. Am Rande der Veranstaltung führte Nordheim Gespräche über die mögliche Einrichtung einer Stör-Aufzuchtstation an der Oste, die auch von der Gesellschaft zur Rettung des Störs begrüßt würde. „An der Oste“, lobte Gessner in seiner Dankesrede nach der Entgegennahme des UN-Preises die Sportfischer im Elbe-Weser-Dreieck, gebe es „eine fürchterlich aktive Truppe nicht nur der schreibenden, sondern auch der Hand anlegenden Zunft“.



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Pedrito am 23.04.2014 12:21
Es gibt nur noch eine Institution, der ich mittlerweile weniger vertraue, als der Politik: das ist die Justiz.

Da wundert man sich, ...
Daria am 23.04.2014 10:56
Was für eine Unverschämtheit dieser immer dreister werdenden Politischauspieler !

Für buchstäblich jeden Sch.... werden hier in ...
 
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