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Ein Gefühl von Nostalgie und Großstadtflair in der Gutscheune / 500 Besucher feiern den Entertainer und Musiker
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Götz Alsmann tourt von Paris nach Varrel

29.09.20120 Kommentare
Götz Alsmann lieferte in der Gutsscheune ein mehr als zweistündiges Programm ab.
Götz Alsmann lieferte in der Gutsscheune ein mehr als zweistündiges Programm ab. (Photocube)

Stuhr-Varrel. Er ist schon ein Phänomen, dieser Götz Alsmann. Was er auch auf die Bühne der Varreler Gutsscheune brachte, das Publikum feierte jeden einzelnen Song. Einige waren gekommen, weil sie mit Leidenschaft "Zimmer frei" schauen, Titel und Konzept seiner WDR-Erfolgsshow. Eingemietet hatte sich der Entertainer am Donnerstagabend allerdings in "Paris". So heißt sein Programm, das sich als eine kurzweilige Reise durch die Welt des französischen Chansonnier Gilbert Bécaud und anderer Protagonisten erwies.

Mit Eddie Constantines "Du bist mein liebster Gast" (im Original: "Tu es mon invité préféré") begrüßte Alsmann sein Publikum. Und er ließ es mit den Liedern "Der Vagabund und das Kind" ("L‘homme et l‘enfant"), "Boum" oder "Der Wolf tanzt Cha-Cha-Cha" ("Cha-Cha-Cha du loup") auch nicht mehr los. Mit Genuss beschwört der promovierte Musikwissenschaftler und Liebhaber des Absonderlichen das Flair der Stadt an der Seine und eine Erotik, die so selbstverständlich war, wie ein Glas Wein. Alles klang so angenehm leichtfüßig und unverkrampft, war zugleich aber auch so komplex und klug arrangiert, dass es für die Zuschauer eine Freude war zuzuhören. Im beschwingten Tempo, geschmeidig im Umgang mit der Sprache, mit Herz aber ohne Kitsch präsentierte der Münsteraner seine Version der Welthits, als wäre es nichts Besonderes. Und genau das war das Besondere.

Er und seine Band sorgten für einen frischen, zum Teil sehr eindrucksvollen Sound, der den Staub der Zeit kräftig wegpustete. Was dem Publikum zudem auffiel, waren die babyblauen Sakkos von Alsmann und seinem begleitenden Quartett. Humorvoll witzelte der Entertainer über den eigenen Modegeschmack, während seine Musiker die Bühne zum Laufsteg machten. "Eine Signalfarbe", meinte Alsmann. Denn wer es bis dahin noch nicht wusste, die Farbe soll "Ich interessiere mich für etwas Liebe und Zärtlichkeit" ausstrahlen. Auch sonst hatte der Mann mit der Tolle wieder reichlich zu erzählen: Von seiner Kindheit beispielsweise, als er den großen Gilbert Bécaud bei der Fernsehsendung "Einer wird gewinnen" erlebte. Schon mit elf Jahren wusste er, "so will ich auch werden". Das Kunststück, in einer Hand eine brennende Zigarette, ein volles Whiskeyglas und ein Mikrofon zu halten, mit der anderen Klavier zu spielen und dazu mit rauchigem Organ "Natalie" zu singen, beeindruckt Alsmann noch heute.

Götz Alsmann und Paris, das war eine Show mit zwei Gesichtern. Musikalisch so hochklassig, dass die fast 500 Gäste gebannt hinhörten und den Entertainer feierten. In ihren komödiantischen Bestandteilen so witzig, dass die gute Laune Hochkonjunktur hatte. Neben dem Mann mit der Tolle dürfen die virtuosen Begleiter nicht vergessen werden. Altfrid Maria Sicking (Vibrafon, Xylofon und Trompete), Michael Ottomar Müller (Bass), Rudi Marhold (Schlagzeug) und Markus Paßlick (Percussion) haben am Glanz von "Paris" entscheidenden Anteil. Zwischendurch erfreute Zeremonienmeister Alsmann das Publikum mit obskuren Anekdoten aus dem legendären französischen Studio Ferber, in dem die CD "In Paris" stilecht eingespielt wurde. Der Meister der niveauvollen Unterhaltung und Retter des deutschen Schlagers, Vorzeigepianist und Schwadroneur allererster Güte, Universalgelehrter und Charmeur alter Schule hatte mit seinen Jungs die Besucher von Anfang an auf seiner Seite. Ein Höhepunkt des Abends, von den Alsmann-Fans sehnsüchtig erwartet, war auch sein Soloauftritt mit der Ukulele, die in seinen Händen zur Waffe wird, wie er immer wieder gern betont.

Paris oder Varrel: Für das begeisterte Publikum stand nach mehr als zwei Stunden und mehreren Zugaben fest: Die Tour hat sich gelohnt. Oder wie Alsmann zu Anfang schmunzelnd feststellte: "In Varrel zu sein, ist ein Höhepunkt des Tourjahres." Wenn der Musiker und seine Band eine weitere Metropole im Visier haben, sind die Fans wieder dabei. Zu erwähnen wäre dabei noch die Nebenwirkung des Abends: Die Musiker machten große Lust auf die Originale.


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Leserkommentare
djhg am 18.08.2017 07:27
@Werderland: Ich denke eher, dass Nouri und Baumann auch ihren Aussagen aus der letzten Saison gelernt haben und es deshalb eher intern ...
abrakadabra am 18.08.2017 07:26
Der Betrag ist ja wohl lächerlich ... Warum gibts da nicht wenigstens einen Punkt in Flensburg? Für Taxifahrer als angebliche Profis darf es auch ...