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Anwohner lehnen Vorhaben des Ochtumverbandes ab / Gemeinde: Noch gibt es keinen Baubeschluss Kritik am geplanten Deichbau

24.07.2013 0 Kommentare
Dort, wo Wilhardi Holscher steht, soll laut den aktuellen Planungen ein Deich entlang des Klosterbaches entstehen. Holsc © Udo Meissner
Dort, wo Wilhardi Holscher steht, soll laut den aktuellen Planungen ein Deich entlang des Klosterbaches entstehen. Holscher und seine Nachbarn sind der Ansicht, dass es in diesem Gebiet keine Hochwassergefahr gibt.

Stuhr-Groß Mackenstedt. Wilhardi Holscher lebt in einem Haus an der Proppstraße in Groß Mackenstedt. Sein "Garten" hinter dem Haus besteht aus einer riesigen Wiese, die er an einen Landwirt verpachtet hat. Sie grenzt an den Klosterbach. Und genau dort ist geplant, einen Deich zu bauen, damit ein zukünftiges Hochwasser den Gebieten nichts mehr anhaben kann. Mit dem geplanten Deichbau ist Holscher nicht einverstanden – und er stehe damit keineswegs allein, wie er sagt.

Rund 1,50 Meter hoch soll der Deich werden, mit einem entsprechend breiten Deichfuß. So sehen es die Planungen vor. Auch ein Deichverteidigungsweg soll nicht fehlen. "Wenn der Deich gebaut wird, ist ein rund 20 Meter breiter Streifen meines Grundstücks betroffen", so Holscher. Durch den Deichbau gehe in dem Bereich eine naturnahe Landschaft verloren, und der Zugang zum etwa vier Meter breiten Klosterbach sei auch versperrt. Wenn der Deich komme, müsse er den 20 Meter breiten Streifen an die Gemeinde verkaufen. "Das würde ich nur machen, wenn ich juristisch dazu gezwungen würde", sagte er.

Nicht nur Holscher ist gegen das Vorhaben, auch rund 20 weitere Anlieger hätten sich gegen den geplanten Deichbau ausgesprochen. Sie hätten sich an den Landvolkverband in Syke gewendet, um sich beraten zu lassen, wie Holscher berichtete. Schon bald solle die Stellungnahme vom Landvolkverband vorliegen, dann wolle man sich erneut zusammensetzen. "Wir kritisieren, dass die Deiche in diesem Bereich gebaut werden sollen. Beim letzten Hochwasser im Jahr 1998 ist hier nichts überschwemmt worden", sagte Holscher. Im genannten Bereich gebe es keine Hochwassergefahr. "Da wird uns einfach was vor die Nase gesetzt", schimpfte er.

Sind die Deiche also im Bereich der Grundstücke an der Proppstraße überflüssig? "Das wäre eine gewagte Behauptung", sagte Hajo Giesecke, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Umwelt bei der Stuhrer Gemeindeverwaltung. "Wir haben Untersuchungen, die zeigen, wo das Wasser hinlaufen wird, wenn es mal wieder zu einem Hochwasser kommen wird", fügte er hinzu.

Gleichzeitig wies Giesecke darauf hin, dass ein Planfeststellungsverfahren ja noch gar nicht eröffnet worden sei und es demzufolge auch noch keinen Baubeschluss geben würde. "Im Verlauf des Verfahrens kann es natürlich auch zur Änderung der Pläne kommen", erklärte er. Die vorläufigen Planungen sollten nun zunächst im Verwaltungsausschuss vorgestellt werden. "Etwa im Herbst wird es dann eine öffentliche Sitzung im Rathaus geben, bei der die Pläne den Anwohnern vorgestellte werden", so Giesecke. Ist das geschehen, müsse zudem noch ein politischer Beschluss gefällt werden. Erst dann werde das Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Gleichzeitig müsse dann auch ein Antrag gestellt werden, um Fördergelder bekommen zu können. "Ob und wann gebaut wird, lässt sich also jetzt noch nicht sagen", resümierte Giesecke.

Wie berichtet, will der Ochtumverband Deiche teils neu bauen oder aber bereits bestehende Deiche verlegen, um Überschwemmungsgebiete zu bekommen. Zusätzlich zu den geplanten Veränderungen in Sachen Deiche und Wälle sollen noch zwei neue Schöpfwerke gebaut werden. Das eine soll an der Grünen Straße in Varrel, etwa an der Stelle, wo der Moordeicher Wasserlauf in die Bäke fließt, entstehen. Das andere Schöpfwerk soll in der Nähe der August-Hinrichs-Straße an einem dortigen Wasserlauf in Varrel errichtet werden. Der Verband schätzt, dass die Umgestaltungen rund zwölf Millionen Euro kosten werden, wobei es in der Regel eine Förderung vom Land Niedersachsen in Höhe von rund 70 Prozent gebe.


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Leserkommentare
lacanau am 28.11.2014 21:15
TERD konnten die Petersen Verpflichtung kaum Rückgängig machen, da ma Ende der Usleihe wohl ein Zwangskauf stand
panorama am 28.11.2014 20:59
@K_undK



Wissen Sie eigentlich, für welche Fläche die Lucie als Ersatz geschaffen wurde? Oder sind Sie da gerade ...