Thedinghausen. Schon der zuständige Ausschuss hatte sich in seiner jüngsten Sitzung vor einer Woche gegen die Krinke-Pläne auf Erweiterung des Abbaugebietes um mehr als sechs Hektar (wir berichteten) ausgesprochen. Das Ratsgremium folgte der Empfehlung nun, obwohl Mark Schwenke nochmal ergänzende Informationen zu seinem Vortrag im Fachausschuss nachgeliefert hatte.
Sorge um die Deichsicherheit
Der diplomierte Geologe ging hier noch einmal auf die Streitpunkte Deichsicherheit, Wirtschaftlichkeit, Flächenverbrauch, Bodenabbau im Weser-Außendeichbereich sowie die Querung des Weges am Deichfuß mit einer potenziellen Gefährdung für Radfahrer und die Naherholung ein. Entkräften konnte der Experte die Vorbehalte der Politiker aber nicht. Hans-Michael Künnemeyer machte den Standpunkt der Sozialdemokraten deutlich.
"Die Bedenken sind bei uns nicht ausgeräumt. Der Abbaubereich ist uns zu nah an Werder dran. Außerdem ist das Vorhaben optisch nicht schön und akustisch zu laut, somit nicht förderlich für den Tourismus", so der SPD-Mann, der zudem um die Stabilität des Deiches fürchtet. Massive Zweifel an der Standsicherheit des Deiches bei intensivem Bodenabbau äußerte auch CDU-Politiker Andreas Wulf.
Gabriele Artelt-Marquardt von der Unabhängigen Bürgerliste denkt einen Schritt weiter, sollte der Landkreis den Plänen des Unternehmens doch zustimmen. Dann, so die UBL-Frau, müsse aus dem bis dahin entstandenen Gewässer ein Badesee oder Biotop entstehen. In der Macht des Gemeinderates steht der weitere Werdegang des Projektes aber nicht, wie Gerd Schröder feststellte: "Wir sind nicht die Genehmigungsbehörde, nur Beteiligte am Verfahren."
Genauso verhält es sich mit dem Wunsch des Oytener Unternehmens WindStrom Erneuerbare Energien GmbH & Co. KG, das im zukünftigen Geltungsbereich des Bebauungsplans Windpark Holtorf - nördlich des bestehenden Windparks in Beppen - den Neubau von drei jeweils 120 Meter hohen Windkraftanlagen des Typs "Enercon E82 E2 2,3 MW" anstrebt. Auch hier sitzt der Landkreis bei der Entscheidungsfindung am langen Hebel, muss sich aber immerhin mit einer negativen Stellungnahme der Thedinghauser Ratspolitiker auseinandersetzen.
Das Einvernehmen der Gemeinde sei nicht zu erteilen und eine Ausnahme von der Veränderungssperre nicht zuzulassen, bis der Bebauungsplan die Planreife habe, so der formulierte Beschlussvorschlag.








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