
Die Flaggenparade der Islandpferde-Reiter.
Diesmal war es die Firma Focke & Co., die das Feuerwerk finanzierte. Ein farbenprächtiger Schlusspunkt unter dem von der Verdener Wirtschaft präsentierten Schauprogramm, das nach Angaben der Veranstalter knapp 10 000 Besucher verfolgten.
Die Tribünen im Ost- und Westbereich und auch die weniger komfortablen Plätze auf den Steinstufen waren voll besetzt, als Moderator Bernd Hickert die Besucher zum Galaabend begrüßte.
Es ging gleich gut los mit den norddeutschen Islandpferde-Reitern, die in Verden eine zweite Heimat gefunden haben und auf dem Rennbahngelände inzwischen die besten Bedingungen für interne und internationale Wettbewerbe vorfinden. Das rasante Räderwerk der robusten Fünf-Gang-Pferde sollte das Publikum auch später noch hellauf begeistern: Mit der fulminanten Flaggenparade zu „Eye of a tiger“.
Doch bis dahin ging auch in anderer Hinsicht unablässlich die Post ab. Ein tierisches Treiben, in dem die Schäferin Anne Krüger und ihre achtjährige Tochter Karla aus Melle Zeichen setzten. Mutter und Kind hoch zu Schimmelross, Großpferd und Pony, und dabei immer die ungewöhnlichen Partner der Darbietung im Blick: Vier schwarze Border-Collies und 20 weiße Laufenten.
Die putzigen Flügeltiere parieren auf kaum wahrnehmbare Zeichen von Hunden und Frauchen. Auf einer so großen Fläche wie dem Verdener Stadion können die Laufenten konditionell an ihre Grenzen geraten. Macht nichts!
Dann fährt eben ein antikes Auto französischer Marke vor, das im Volksmund „Ente“ heißt, und lädt die etwas ermattete Schar in den Transportraum. Immer noch schnatternd, fuhren die Enten in der „Ente“ vom Gelände. Anne Krüger: „Das kennen die schon“.
Derweil waren die Hunde der Böhmer Harrier-Meute schon wieder auf dem Heimweg. Harrier sind die älteste britische Rasse der Jagdhunde und zeichnen sich durch ihre gute Nase und ihr mitunter schwer zu regulierendes Temperament aus. Die von Torsten Mönchmeyer befehligte Truppe stimmte auf die bevorstehende neue Schleppjagdreitsaison im Kreis Verden ein.
Für die passenden akustischen Signale sorgte unter anderem die Verdener Parforcehornbläser-Formation „bien aller“, die in diesem Jahr bereits den Bundesentscheid gewonnen hat.
Deutschland und die Niederlande im Dressurvergleich – ein ewiges Thema. Die Holländer lassen es sich dennoch nicht nehmen, im Verdener Stadion Flagge zu zeigen. Am Sonnabend punkteten sie zur Freude des (eigenen) Publikums wieder mit den Tuigpaarden, den zugkräftigen Fahrpferden, die einst eigens für die standesgemäße Fortbewegung auf starke PS- Leistung gezüchtet wurden. Hickert: „Ist das nicht ein wunderbares Bild?“
Die sechs Viererzüge aus dem Landeskader der niedersächsischen Reitponys konnten da im Anschluss locker mithalten. Vielleicht haben sie nicht die stolze Ausstrahlung der scheinbar über den Boden zu fliegenden Holländer, aber sie boten ein gutes Bild regionaler Pferdezucht. Wo die Hannoveraner zu Hause sind und der Verband als Gastgeber firmiert, dürfen Vorzeigeprodukte nicht fehlen.
Über 280 hannoversche Fohlen sollen vom 17. bis 19. August in der Niedersachsenhalle versteigert werden. Von der Qualität des Sortiments konnten sich die Gäste schon überzeugen.
Die Vorzeige-Kleinen preschten bei Fuß ihrer Mütter munter durch das Stadion. Staatliche und private Hengstzucht – eine gelungene Zusammenfassung lieferte das vorletzte Schaubild mit je vier Deckhengsten des niedersächsischen Landgestüts Celle und Pferdevätern, die anderswo ihren Dienst versehen. Und dann kamen wieder die Isländer.








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