Dabei geht es vorrangig um das Für und Wider der Erhaltung des traditionellen Schenkelbrandes zur Kennzeichnung der Pferde. Per EU-Verordnung ist seit Mitte 2009 die Fohlenregistrierung per Transponder vorgeschrieben. Das "Chippen" halten die Tierschützer für ausreichend, das Brandzeichen dagegen für Tierquälerei. "Das Brennen fügt den Tieren Verbrennungen dritten Grades und unnötige Schmerzen zu", wurde DTB-Präsident Thomas Schröder nicht müde zu wiederholen. Das Brandzeichen müsse sofort verboten werden. Die Lobby der Pferdezüchter versuche das geplante Verbot zu unterlaufen. Auch Bundesministerin Ursula von der Leyen scheine eine Brandzeichen-Befürworterin zu sein, hieß es in einem ausgehändigten Pressebericht des Tierschutzbundes.
Handfeste Argumente, so betonten die Vertreter des vorwiegend angegriffenen Hannoveraner Verbandes immer wieder, hätten die Tierschützer aber wohl nicht zu bieten. "Sie betreiben hier nur eine teure Kampagne und haben nicht ausreichend recherchiert", monierte der stellvertretende Zuchtleiter Ulrich Hahne. Er und seine Kollegen warfen Schröder auch vor, zu diversen Gesprächs- und Demonstrationsterminen trotz Zusage nicht erschienen zu sein. "Sie wissen offenbar gar nicht, worum es genau geht". Hahne ergänzte noch: "So verspielen Sie vielleicht viel Kredit im Tierschutz, den wir unterm Strich alle brauchen". Schröder antwortete nicht darauf.
Ein "Litomobil" mit dem Anzeigenmotiv fuhr durch Verden. Die Kreisverwaltung hatte es dem DTB untersagt, auf das Gelände der Niedersachsenhalle zu fahren. "Das ist schade", meinte Schröder. Der Zuchtverband zitiert auf seiner Homepage den Züchter und Fernsehjournalisten Stefan Aust, der beim Termin dabei war und die Plakatkampagne als geschmacklos und sadomasochistisch bezeichnet haben soll. Gezeigt wird ein nackter Frauenrücken mit Brandzeichen.







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