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Kriminalhauptkommissar Jürgen Moje referiert beim VdSO zum Thema Einbruchsprävention Keine Garantie für absolute Sicherheit

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„Wenn ein Einbrecher irgendwo rein will, dann kommt er auch rein“, sagt Kriminalhauptkommissar Jürgen Moje.
„Wenn ein Einbrecher irgendwo rein will, dann kommt er auch rein“, sagt Kriminalhauptkommissar Jürgen Moje.

Ottersberg. Das möchte wirklich niemand: nachts aus dem Schlaf schrecken, weil Türen knacken oder Glas splittert. Luft anhalten, lauschen – was tun? Um sich derart missliche Situationen zu ersparen, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Ausführliche Details für erfolgversprechende Einbruchsprävention lieferte Jürgen Moje während seines Vortrags im Ottersberger Rathaussaal. Kriminalhauptkommissar Moje ist Beauftragter für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Verden/Osterholz.

Die Vorstellung von der absoluten Sicherheit machte der engagiert auftretende Kriminalist indes gleich zu Beginn der Veranstaltung auf drastische Art zunichte: "Wenn ein Einbrecher irgendwo rein will, dann kommt er auch rein." Eine solche Feststellung zu Beginn eines Vortrages über Einbruchsprävention scheint paradox. Aber Moje weiß: Der beste Schutz vor einem Einbruch ist die Wehrhaftigkeit von Türen und Fenstern in Verbindung mit Stress und Anspannung, unter denen Einbrecher stehen. "Diese Leute sind in der Regel keine Helden, die, wie im Fernsehen kolportiert wird, in aller Ruhe agieren, sondern häufig Drogenabhängige auf Beutezug in der Beschaffungskriminalität", erläuterte Moje. Es sei erwiesen, dass die Täter ihr Unterfangen abbrechen, wenn sie nicht binnen zwei bis drei Minuten in die Wohnung eindringen können.

Moje ließ eine Menge technischer Details folgen, wie Wohnungsinhaber die sensibelsten Zugangsstellen ihrer Behausung schützen können. Als Schwachpunkte kristallisierten sich bei den im Jahr 2011 gemeldeten 258 Wohnungseinbrüchen im Landkreis Verden vornehmlich Terrassentüren heraus; Haustüren gehörten kaum dazu. Moje schwört hier auf sogenannte Pilzkopfverriegelungen und massive Beschläge, die sich auch nachträglich problemlos einbauen lassen.

Terrassentüren der Schwachpunkt

Aufgrund der Zulässigkeit von DNA-Spuren bei Gerichtsentscheidungen, würden Terrassentüren und Fenster heute von Einbrechern in 75 Prozent aller Fälle aufgehebelt und nicht mehr durch Glasbruch geöffnet. Ein solches Vorgehen verursache bei entsprechender Massivität von Verriegelungen und Beschlägen gravierenden Lärm, der zumeist einen Abbruch des Einbruchs zur Folge habe. Darüber hinaus rät Moje beim Anschaffen von Fenstern und Türen zu Sicherheitsstandards, die bei Fenstern mit DIN 1627–1630 klassifiziert sind und im Allgemeinen der Widerstandsklasse II angehören sollten.

Weiterhin empfiehlt der Präventionsfachmann den Blick in eine entsprechende Broschüre des Landeskriminalamtes, in der sich sogenannte Errichterunternehmen als in Fragen der Einbruchsicherheit geprüfte Handwerker zertifizieren lassen können. Unverständnis äußerte Moje über die Tatsache, dass sich in diesem Verzeichnis – das wie jede Menge andere Broschüren zur Einbruchsprävention beim Landeskriminalamt in Hannover erhältlich ist – lediglich drei Unternehmen aus der Region zu finden sind.

Ein Ottersberger Tischler unter den Zuhörern äußerte indes im Einvernehmen mit anderen von Einbrechern heimgesuchten Selbstständigen aus dem Ottersberger Gewerbegebiet grundsätzliche Unzufriedenheit hinsichtlich polizeilicher Schutzmaßnahmen im Allgemeinen und der gebotenen, konsequenten strafrechtlichen Verfolgung dieser Delikte im Besonderen. Hier setzte es von den teilweise aufgebrachten Selbstständigen Kritik an der polizeilichen Präsenz und der Ohnmacht der Behörden angesichts der Vielzahl von Straftaten. Günther Stein vom Ottersberger Polizeirevier bemühte sich – wie Jürgen Moje – nach Kräften, diese Kritik zu relativieren. Gleichwohl war beiden Seiten bewusst, dass eine Veranstaltung zur Einbruchsprävention kaum der richtige Ort für Diskussionen über gesellschaftspolitische Verfahrensweisen sein kann. Moje versprach, bei seiner Direktion auf den Unmut der Ottersberger Selbstständigen aufmerksam zu machen. Die VdSO-Vorsitzende Hannah Schwarz-Kaschke kündigte ihrerseits an, sich zu diesem Punkt um eine Veranstaltung mit Polizeivertretern zu bemühen.

Was die alltägliche, praktische Prävention betrifft, wurde Moje nicht müde, auf die große Bedeutung nachbarschaftlicher Aufmerksamkeit hinzuweisen. Bei verdächtigen Beobachtungen sei es angebracht, die Behörden zu informieren. Dies geschehe aus allen möglichen Gründen zu selten. Der ruhige Nachtschlaf scheint im Übrigen vor ungebetenen Gästen recht sicher. Nur ein kleiner Prozentsatz der Wohnungseinbrüche findet nächtens statt. Statistisch erfolgen die meisten Taten zwischen 10 und 13 sowie zwischen 16 und 22 Uhr.



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Leserkommentare
admiral41 am 19.05.2013 16:58
Diese Meldungen über Wohnungsnot in den Städten kommt in regelmäßigen Abständen. So verkündete mal der Wohnungsbauminister der Regierung Kohl, dass ...
querdenkerschraegschreiber am 19.05.2013 15:21
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